20.03.2026, 2977 Zeichen
Der Schweizer Leitindex SMI hat heute einen seiner schwersten Handelstage seit längerer Zeit erlebt. Ein Angriff des Irans auf Flüssiggasanlagen in Katar und die anschließende Drohkulisse aus Washington haben die Märkte in den Risk-off-Modus gedrängt – mit spürbaren Folgen.
Der SMI schloss bei 12.459,54 Punkten, ein Minus von 2,40 Prozent. Damit gehört der Schweizer Markt zu den größten Verlierern des Tages in Europa – gleichauf mit dem britischen FTSE 100 und dem EuroStoxx 50, der ebenfalls über zwei Prozent einbüßte.
Wenn Energie zur Waffe wird
Die Angst vor einem ausgewachsenen Energiekrieg treibt die Ölpreise nach oben – und die Stimmung an den Börsen nach unten. Steigende Energiepreise nähren Inflationsängste, die wiederum Zinssenkungshoffnungen dämpfen. Für konjunkturabhängige Sektoren ist das eine denkbar schlechte Kombination.
Besonders hart traf es zyklische Werte. Sika verlor über 6,5 Prozent, Straumann Holding knapp 5 Prozent, Richemont rund 4,5 Prozent. Auch Geberit, Julius Baer und Amrize gaben jeweils mehr als vier Prozent nach. Selbst defensive Schwergewichte wie Roche, Novartis und UBS blieben nicht verschont und verloren zwischen zwei und 3,4 Prozent.
Marktbeobachter betonen, dass die anfänglichen Marktreaktionen auf den Nahost-Konflikt die tatsächliche Tragweite deutlich unterschätzt hätten. Nun verlagere sich der Schock auf die konjunkturelle Ebene – institutionelle Anleger seien zunehmend nicht mehr bereit, hohe Aktienquoten zu halten.
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SNB hält still – und schaut auf den Franken
Die Schweizerische Nationalbank hat heute ihren Leitzins erwartungsgemäß bei null Prozent belassen. Seit März 2024 hatte sie ihn bereits um insgesamt 175 Basispunkte gesenkt – nun ist vorerst Schluss. Angesichts der Lage im Nahen Osten hat die SNB aber signalisiert, bei einer zu starken Aufwertung des Frankens aktiver am Devisenmarkt einzugreifen.
Der sichere Hafen Franken lockt in Krisenzeiten Kapital an – was die exportorientierte Schweizer Wirtschaft unter Druck setzen kann. Die SNB hob ihre Inflationsprognose für 2026 leicht auf 0,5 Prozent an, senkte sie für 2027 minimal auf ebenfalls 0,5 Prozent. Das Wirtschaftswachstum soll 2026 bei rund einem Prozent liegen, 2027 auf etwa 1,5 Prozent steigen – allerdings unter dem Vorbehalt einer erheblich gestiegenen Unsicherheit.
Zusätzlichen Gegenwind lieferte der große Verfall an den Terminbörsen, der morgen stattfindet. Solche Verfallstermine verstärken Kursbewegungen oft zusätzlich – kein ideales Timing angesichts ohnehin angespannter Märkte.
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Börsepeople im Podcast S24/17: Monika Kalbacher
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