Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Spritpreise brechen Zwei-Euro-Schwelle – Regierung unter Druck ( Finanztrends)

25.03.2026, 6768 Zeichen

Deutschlands Autofahrer zahlen erstmals seit vier Jahren wieder über zwei Euro pro Liter. Auslöser sind die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der neue CO₂-Preis. Die Koalition streitet über Notmaßnahmen.

Die Bundesregierung sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt. Neben der bereits beschlossenen Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent werden nun eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne und ein Gesetzespaket gegen täliche Preissprünge diskutiert. Ziel ist es, die Verbraucher zu entlasten, ohne die klimapolitischen Ziele zu untergraben.

Anzeige

Wer beruflich viel unterwegs ist, zahlt bei den aktuellen Spritpreisen oft kräftig drauf. Mit diesem kostenlosen Excel-Rechner ermitteln Sie in unter 3 Minuten, ob die Fahrtenbuch-Methode oder die 1%-Regelung für Ihren Firmenwagen steuerlich günstiger ist. In 3 Minuten herausfinden, wie Sie Ihren Firmenwagen günstiger versteuern

Der teure Systemwechsel: Vom Festpreis zum CO₂-Markt

Haupttreiber der aktuellen Preise ist eine grundlegende Reform. Seit dem 1. Januar 2026 gilt das nationale Emissionshandelssystem (BEHG) nicht mehr mit einem staatlich festgelegten CO₂-Preis, sondern mit einer marktbasierten Auktion. Der Gesetzgeber legte für 2026 zwar einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ fest. Die Nachfrage ist jedoch so hoch, dass der Preis häufig an der Obergrenze von 65 Euro notiert – im Sekundärhandel sind sogar 70 Euro möglich.

Für den Autofahrer schlägt das direkt an der Tankstelle zu Buche. Laut ADAC-Angaben macht der CO₂-Preis aktuell etwa 17 Cent pro Liter Benzin und 19 Cent pro Liter Diesel aus. Experten sehen in der aktuellen Volatilität eine Bewährungsprobe für den Übergang. 2028 soll das nationale System vollständig in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) überführt werden. Bis dahin testet Deutschland, wie sich ökologische Lenkungswirkung und wirtschaftliche Stabilität vereinbaren lassen.

Gesetzespaket: Nur noch eine Preiserhöhung pro Tag

Als Reaktion auf die heftigen Preisschwankungen im März hat die Ampelkoalition ein Gesetzespaket auf den Weg gebracht. Kernstück ist eine „Preis-Stopp“-Regelung. Tankstellenbetreiber sollen demnach nur noch einmal täglich – konkret: mittags – die Preise anheben dürfen. Senkungen blieben jederzeit möglich. Die Maßnahme zielt darauf ab, die oft als willkürlich empfundenen intraday-Sprünge zu unterbinden.

Zudem plant die Regierung eine Verschärfung des Kartellrechts. Das Bundeskartellamt soll künftig bei Verdacht auf Preistreiberei schneller eingreifen können. Die Beweislast würde umgekehrt: Die Mineralölkonzerne müssten nachweisen, dass ihre Preiserhöhungen durch gestiegene Einkaufskosten gerechtfertigt sind und nicht durch überhöhte Gewinnmargen. Verstöße gegen die neuen Transparenzregeln könnten mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Juristen warnen jedoch vor verfassungsrechtlichen Hürden.

Pendlerpauschale: Steuerliche Entlastung mit Haken

Die bereits umgesetzte Hauptentlastung ist die reformierte Entfernungspauschale. Seit Jahresbeginn gilt ein einheitlicher Satz von 38 Cent pro Kilometer – und das ab dem ersten Kilometer. Bisher gab es diesen Satz erst ab dem 21. Kilometer, davor galten 30 Cent.

Für einen Arbeitnehmer mit 15 Kilometern einfachem Arbeitsweg und 220 Arbeitstagen im Jahr summiert sich der steuerlich absetzbare Betrag 2026 um mehrere hundert Euro. Doch die Kritik ist laut: Die Entlastung wirkt erst mit der Steuererklärung Monate später. Zudem profitieren Geringverdiener kaum, da sie die Pauschale oft nicht vollständig von der Steuer absetzen können. Sozialverbände fordern daher ein einkommensunabhängiges „Mobilitätsgeld“ als Direktzahlung.

Anzeige

Die Pendlerpauschale ist nur ein Weg, um die Steuerlast zu senken – oft bleiben jedoch hunderte Euro Ersparnis durch falsche Versteuerungsmethoden ungenutzt. Nutzen Sie diesen kostenlosen Rechner, um die günstigste Variante für Ihren Wagen zu berechnen und bares Geld zu sparen. Kostenloses Tool zeigt Ihnen, ob auch Sie profitieren können

Politische Zerreißprobe: Übergewinnsteuer und ausgebliebenes Klimageld

In der Koalition entbrennt ein Streit über den Umgang mit den CO₂-Einnahmen. Die SPD, angeführt von Finanzminister Lars Klingbeil, drängt auf eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne, die in der Krise Rekordgewinne einfahren. Die Erlöse sollen kurzfristige Hilfen für energieintensive Betriebe und Familien finanzieren.

Gleichzeitig kehrt die Debatte um das versprochene „Klimageld“ zurück. Die technische Infrastruktur für die Pro-Kopf-Rückzahlung der CO₂-Einnahmen an die Bürger steht seit Ende 2024 bereit. Doch die Auszahlung in 2026 ist nicht vorgesehen. Stattdessen fließen die Milliarden aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) in die Strompreisbremse und Industrieprojekte. Verbraucherschützer werfen der Regierung einen Bruch des sozialen Versprechens vor. Das Fehlen dieser direkten Kompensation bei Dieselpreisen von über 2,10 Euro heizt die Stimmung weiter an.

Analyse: Zwischen Energiekrise und Klimazielen

Die Lage im März 2026 erinnert an die Energiekrise von 2022, doch die Spielregeln haben sich geändert. Anders als beim temporären „Tankrabatt“ scheuen die Verantwortlichen heute Maßnahmen, die den Abschied von fossilen Brennstoffen verzögern könnten. Wirtschaftsinstitute warnen vor einer „Schuldenfalle“ durch direkte Subventionen des Spritverbrauchs.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer fragilen Erholungsphase. Anhaltend hohe Energiekosten belasten die Industrie und die Kaufkraft der Verbraucher. Indem die Regierung auf steuerliche Entlastung setzt und von direkten Preisdeckeln absieht, will sie helfen, ohne die notwendigen Preissignale für die CO₂-Reduktion zu verzerren. Die Frage ist, ob dieser Ansatz angesichts stagnierender Löhne und steigender Lebenshaltungskosten ausreicht, um den sozialen Frieden zu wahren.

Ausblick: Der Weg in den europäischen CO₂-Markt

Die aktuelle Volatilität ist wohl nur ein Vorgeschmack auf die Systemänderung 2028. Mit dem Übergang vom nationalen BEHG in den EU-ETS 2 entfällt der deutsche Preis-Korridor. Der CO₂-Preis wird dann vollständig vom europäischen Markt bestimmt. Experten halten bei anhaltenden geopolitischen Spannungen eine verdopplung der CO₂-Preise bis zum Ende des Jahrzehnts für möglich – was die Kraftstoffkosten weiter in die Höhe treiben würde.

Kurzfristig wird der Bundestag voraussichtlich Anfang April über das „Einmal-am-Tag“-Preisgesetz abstimmen. Eine Umsetzung noch im April ist möglich. Die Pendlerpauschale von 38 Cent wird wohl dauerhaft bestehen bleiben, über eine inflationsbedingte Anpassung wird bereits diskutiert. Deutschland muss in den kommenden Monaten beweisen, dass sein Rechtsrahmen schnell genug reagieren kann, um den sozialen Zusammenhalt zu schützen – ohne die klimapolitischen Ambitionen aufzugeben.


(25.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1138: ATX korrigiert, das gilt nicht für die AT&S, Verbund-Position aufgestockt




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:AT&S, Rosenbauer, Flughafen Wien, Kapsch TrafficCom, Polytec Group, EuroTeleSites AG, Bajaj Mobility AG, CPI Europe AG, SBO, Erste Group, FACC, Frequentis, RBI, UBM, Verbund, Wienerberger, SW Umwelttechnik, Semperit, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria.


Random Partner

BNP Paribas
BNP Paribas ist eine führende europäische Bank mit internationaler Reichweite. Sie ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon über 146.000 in Europa. BNP Paribas ist in vielen Bereichen Marktführer oder besetzt Schlüsselpositionen am Markt und gehört weltweit zu den kapitalstärksten Banken.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» ATX korrigiert nach überraschendem Allzeithoch – AT&S trotzt dem Abwärts...

» Österreich-Depots: Verbund-Position verdoppelt (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 20.4.: CA Immo, MMK, Uniqa, CPI (Börse Geschichte) (Börs...

» Nachlese: 1. Monthly Main Event, Gunter Deuber, Andreas Wölfl, Sinja Kra...

» LinkedIn-NL: Das war unser Monthly Main Event #1, Aufnahmetermin für #2 ...

» Wiener Börse Party #1138: ATX korrigiert, das gilt nicht für die AT&S, V...

» PIR-News: Andritz, Strabag, Semperit, Bawag (Christine Petzwinkler)

» (Christian Drastil)

» Wiener Börse zu Mittag schwächer: AT&S, Verbund und Post gesucht

» ATX-Trends: AT&S, Flughafen Wien, DO & CO ...


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Frequentis(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 21-22: SBO(1), Strabag(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: OMV(1), Fabasoft(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: AT&S(1), Uniqa(1), Erste Group(1)
    Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 1.58%, Rutsch der Stunde: EuroTeleSites AG -1.86%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: CPI Europe AG(1), Telekom Austria(1)
    Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 2.13%, Rutsch der Stunde: Bawag -1.18%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Frequentis(1), AT&S(1)
    BSN Vola-Event AT&S

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1126: Spannung zum Q1-Finale, Christian Stocker zur Bodenbildung, cyan und Reploid überzeugen und die +50-Sache

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    Siri Kaur
    Sistermoon
    2025
    Void

    Yasuhiro Ishimoto
    Someday Somewhere (Aru hi aru tokoro, 石元泰博 ある日ある所)
    1958
    Geibi Shuppan

    Stephen Shore
    Uncommon Places
    1982
    Aperture

    John Gossage
    LAMF (Special Edition)
    2026
    Magic Hour Press

    Gerhard Puhlmann
    Die Stalinallee
    1953
    Verlag der Nation


    25.03.2026, 6768 Zeichen

    Deutschlands Autofahrer zahlen erstmals seit vier Jahren wieder über zwei Euro pro Liter. Auslöser sind die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der neue CO₂-Preis. Die Koalition streitet über Notmaßnahmen.

    Die Bundesregierung sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt. Neben der bereits beschlossenen Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent werden nun eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne und ein Gesetzespaket gegen täliche Preissprünge diskutiert. Ziel ist es, die Verbraucher zu entlasten, ohne die klimapolitischen Ziele zu untergraben.

    Anzeige

    Wer beruflich viel unterwegs ist, zahlt bei den aktuellen Spritpreisen oft kräftig drauf. Mit diesem kostenlosen Excel-Rechner ermitteln Sie in unter 3 Minuten, ob die Fahrtenbuch-Methode oder die 1%-Regelung für Ihren Firmenwagen steuerlich günstiger ist. In 3 Minuten herausfinden, wie Sie Ihren Firmenwagen günstiger versteuern

    Der teure Systemwechsel: Vom Festpreis zum CO₂-Markt

    Haupttreiber der aktuellen Preise ist eine grundlegende Reform. Seit dem 1. Januar 2026 gilt das nationale Emissionshandelssystem (BEHG) nicht mehr mit einem staatlich festgelegten CO₂-Preis, sondern mit einer marktbasierten Auktion. Der Gesetzgeber legte für 2026 zwar einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ fest. Die Nachfrage ist jedoch so hoch, dass der Preis häufig an der Obergrenze von 65 Euro notiert – im Sekundärhandel sind sogar 70 Euro möglich.

    Für den Autofahrer schlägt das direkt an der Tankstelle zu Buche. Laut ADAC-Angaben macht der CO₂-Preis aktuell etwa 17 Cent pro Liter Benzin und 19 Cent pro Liter Diesel aus. Experten sehen in der aktuellen Volatilität eine Bewährungsprobe für den Übergang. 2028 soll das nationale System vollständig in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS 2) überführt werden. Bis dahin testet Deutschland, wie sich ökologische Lenkungswirkung und wirtschaftliche Stabilität vereinbaren lassen.

    Gesetzespaket: Nur noch eine Preiserhöhung pro Tag

    Als Reaktion auf die heftigen Preisschwankungen im März hat die Ampelkoalition ein Gesetzespaket auf den Weg gebracht. Kernstück ist eine „Preis-Stopp“-Regelung. Tankstellenbetreiber sollen demnach nur noch einmal täglich – konkret: mittags – die Preise anheben dürfen. Senkungen blieben jederzeit möglich. Die Maßnahme zielt darauf ab, die oft als willkürlich empfundenen intraday-Sprünge zu unterbinden.

    Zudem plant die Regierung eine Verschärfung des Kartellrechts. Das Bundeskartellamt soll künftig bei Verdacht auf Preistreiberei schneller eingreifen können. Die Beweislast würde umgekehrt: Die Mineralölkonzerne müssten nachweisen, dass ihre Preiserhöhungen durch gestiegene Einkaufskosten gerechtfertigt sind und nicht durch überhöhte Gewinnmargen. Verstöße gegen die neuen Transparenzregeln könnten mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Juristen warnen jedoch vor verfassungsrechtlichen Hürden.

    Pendlerpauschale: Steuerliche Entlastung mit Haken

    Die bereits umgesetzte Hauptentlastung ist die reformierte Entfernungspauschale. Seit Jahresbeginn gilt ein einheitlicher Satz von 38 Cent pro Kilometer – und das ab dem ersten Kilometer. Bisher gab es diesen Satz erst ab dem 21. Kilometer, davor galten 30 Cent.

    Für einen Arbeitnehmer mit 15 Kilometern einfachem Arbeitsweg und 220 Arbeitstagen im Jahr summiert sich der steuerlich absetzbare Betrag 2026 um mehrere hundert Euro. Doch die Kritik ist laut: Die Entlastung wirkt erst mit der Steuererklärung Monate später. Zudem profitieren Geringverdiener kaum, da sie die Pauschale oft nicht vollständig von der Steuer absetzen können. Sozialverbände fordern daher ein einkommensunabhängiges „Mobilitätsgeld“ als Direktzahlung.

    Anzeige

    Die Pendlerpauschale ist nur ein Weg, um die Steuerlast zu senken – oft bleiben jedoch hunderte Euro Ersparnis durch falsche Versteuerungsmethoden ungenutzt. Nutzen Sie diesen kostenlosen Rechner, um die günstigste Variante für Ihren Wagen zu berechnen und bares Geld zu sparen. Kostenloses Tool zeigt Ihnen, ob auch Sie profitieren können

    Politische Zerreißprobe: Übergewinnsteuer und ausgebliebenes Klimageld

    In der Koalition entbrennt ein Streit über den Umgang mit den CO₂-Einnahmen. Die SPD, angeführt von Finanzminister Lars Klingbeil, drängt auf eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne, die in der Krise Rekordgewinne einfahren. Die Erlöse sollen kurzfristige Hilfen für energieintensive Betriebe und Familien finanzieren.

    Gleichzeitig kehrt die Debatte um das versprochene „Klimageld“ zurück. Die technische Infrastruktur für die Pro-Kopf-Rückzahlung der CO₂-Einnahmen an die Bürger steht seit Ende 2024 bereit. Doch die Auszahlung in 2026 ist nicht vorgesehen. Stattdessen fließen die Milliarden aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) in die Strompreisbremse und Industrieprojekte. Verbraucherschützer werfen der Regierung einen Bruch des sozialen Versprechens vor. Das Fehlen dieser direkten Kompensation bei Dieselpreisen von über 2,10 Euro heizt die Stimmung weiter an.

    Analyse: Zwischen Energiekrise und Klimazielen

    Die Lage im März 2026 erinnert an die Energiekrise von 2022, doch die Spielregeln haben sich geändert. Anders als beim temporären „Tankrabatt“ scheuen die Verantwortlichen heute Maßnahmen, die den Abschied von fossilen Brennstoffen verzögern könnten. Wirtschaftsinstitute warnen vor einer „Schuldenfalle“ durch direkte Subventionen des Spritverbrauchs.

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer fragilen Erholungsphase. Anhaltend hohe Energiekosten belasten die Industrie und die Kaufkraft der Verbraucher. Indem die Regierung auf steuerliche Entlastung setzt und von direkten Preisdeckeln absieht, will sie helfen, ohne die notwendigen Preissignale für die CO₂-Reduktion zu verzerren. Die Frage ist, ob dieser Ansatz angesichts stagnierender Löhne und steigender Lebenshaltungskosten ausreicht, um den sozialen Frieden zu wahren.

    Ausblick: Der Weg in den europäischen CO₂-Markt

    Die aktuelle Volatilität ist wohl nur ein Vorgeschmack auf die Systemänderung 2028. Mit dem Übergang vom nationalen BEHG in den EU-ETS 2 entfällt der deutsche Preis-Korridor. Der CO₂-Preis wird dann vollständig vom europäischen Markt bestimmt. Experten halten bei anhaltenden geopolitischen Spannungen eine verdopplung der CO₂-Preise bis zum Ende des Jahrzehnts für möglich – was die Kraftstoffkosten weiter in die Höhe treiben würde.

    Kurzfristig wird der Bundestag voraussichtlich Anfang April über das „Einmal-am-Tag“-Preisgesetz abstimmen. Eine Umsetzung noch im April ist möglich. Die Pendlerpauschale von 38 Cent wird wohl dauerhaft bestehen bleiben, über eine inflationsbedingte Anpassung wird bereits diskutiert. Deutschland muss in den kommenden Monaten beweisen, dass sein Rechtsrahmen schnell genug reagieren kann, um den sozialen Zusammenhalt zu schützen – ohne die klimapolitischen Ambitionen aufzugeben.


    (25.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1138: ATX korrigiert, das gilt nicht für die AT&S, Verbund-Position aufgestockt




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:AT&S, Rosenbauer, Flughafen Wien, Kapsch TrafficCom, Polytec Group, EuroTeleSites AG, Bajaj Mobility AG, CPI Europe AG, SBO, Erste Group, FACC, Frequentis, RBI, UBM, Verbund, Wienerberger, SW Umwelttechnik, Semperit, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria.


    Random Partner

    BNP Paribas
    BNP Paribas ist eine führende europäische Bank mit internationaler Reichweite. Sie ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon über 146.000 in Europa. BNP Paribas ist in vielen Bereichen Marktführer oder besetzt Schlüsselpositionen am Markt und gehört weltweit zu den kapitalstärksten Banken.

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » ATX korrigiert nach überraschendem Allzeithoch – AT&S trotzt dem Abwärts...

    » Österreich-Depots: Verbund-Position verdoppelt (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 20.4.: CA Immo, MMK, Uniqa, CPI (Börse Geschichte) (Börs...

    » Nachlese: 1. Monthly Main Event, Gunter Deuber, Andreas Wölfl, Sinja Kra...

    » LinkedIn-NL: Das war unser Monthly Main Event #1, Aufnahmetermin für #2 ...

    » Wiener Börse Party #1138: ATX korrigiert, das gilt nicht für die AT&S, V...

    » PIR-News: Andritz, Strabag, Semperit, Bawag (Christine Petzwinkler)

    » (Christian Drastil)

    » Wiener Börse zu Mittag schwächer: AT&S, Verbund und Post gesucht

    » ATX-Trends: AT&S, Flughafen Wien, DO & CO ...


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Frequentis(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 21-22: SBO(1), Strabag(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: OMV(1), Fabasoft(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: AT&S(1), Uniqa(1), Erste Group(1)
      Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 1.58%, Rutsch der Stunde: EuroTeleSites AG -1.86%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: CPI Europe AG(1), Telekom Austria(1)
      Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 2.13%, Rutsch der Stunde: Bawag -1.18%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Frequentis(1), AT&S(1)
      BSN Vola-Event AT&S

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1126: Spannung zum Q1-Finale, Christian Stocker zur Bodenbildung, cyan und Reploid überzeugen und die +50-Sache

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Dean Garlick
      100 Sculptural Circumstances
      2025
      Lodge Press

      Richard Avedon
      Nothing Personal
      1964
      Atheneum Publishers

      Matteo Girola
      Viewfinders
      2025
      Studiofaganel

      Daido Moriyama
      A Hunter (English Version
      2019
      Getsuyosha, bookshop M

      Jan Tschichold
      Typografische Entwurfstechnik
      1932
      Akadem. Verlag Dr. Fr. Wedekind & Co