14.03.2026, 4020 Zeichen
Der Volkswagen-Konzern steckt in der tiefsten Rentabilitätskrise seit dem Dieselskandal 2015. Der am 10. März vorgelegte Jahresabschluss für 2025 offenbart einen massiven Gewinnsturz um 53,5 Prozent. Schuld sind Handelskonflikte, der Kampf um China und milliardenschwere Umbaukosten.
Trotz stabiler Umsätze von 321,9 Milliarden Euro brach der operative Gewinn auf 8,87 Milliarden Euro ein. Die operative Marge sackte von 5,9 auf nur noch 2,8 Prozent ab. Verantwortlich sind rund 5,9 Milliarden Euro an Sondereffekten. Dazu zählen massive Rückstellungen für den Konzernumbau und die strategische Neuausrichtung von Marken wie Porsche.
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Porsche-Bremse und Handelszölle belasten Bilanz
Ein zentraler Kostentreiber war der Strategiewechsel bei Porsche. Der Sportwagenhersteller stoppte 2025 den schnellen Umstieg auf reine Elektroautos – angesichts schwächerer Nachfrage. Diese Kehrtwende verursachte über drei Milliarden Euro an außerordentlichen Kosten. Der operative Gewinn von Porsche brach um 98 Prozent auf nur 90 Millionen Euro ein.
Zusätzlich drückten neue US-Importzölle auf die Margen. Die Auslieferungen in Nordamerika gingen um 12 Prozent zurück. Das Ziel, dort einen Marktanteil von zehn Prozent zu erreichen, rückte in weite Ferne.
Antwort: 50.000 Stellen sollen bis 2030 wegfallen
Als Reaktion auf die klammen Zahlen verschärft Volkswagen sein Sparprogramm. Bis 2030 sollen nun 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen – deutlich mehr als die mit der IG Metall Ende 2024 ausgehandelten 35.000.
Der Abbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Das Management setzt auf Aufhebungsverträge, Altersteilzeit und natürliche Fluktuation. Für rund 20.000 dieser Vereinbarungen liegen bereits Unterschriften vor. Zwei kleinere Werke stellen die Fahrzeugproduktion ein, was die Kapazität um über 700.000 Einheiten reduziert. Die Finanzierung der Abfindungen wird in den kommenden Quartalsbilanzen zu hohen Rückstellungen führen.
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China-Dilemma: Absatzrückgang und erbitterter Preiswettbewerb
Die Zahlen spiegeln die großen Herausforderungen des deutschen Exportmodells wider, besonders in China. Die Auslieferungen dort sanken um 8 Prozent auf 2,69 Millionen Fahrzeuge. Besonders alarmierend: Die Elektroauto-Verkäufe des Konzerns in China brachen um über 44 Prozent ein.
Volkswagen gerät in einen erbitterten Preiswettbewerb mit lokalen Herstellern. Diese profitieren von niedrigeren Kosten und integrierten Batterie-Lieferketten. Um Marktanteile zu halten, muss VW tiefe Rabatte geben – was die Margen erdrückt. Gleichzeitig kämpft der Konzern in Europa mit günstigeren Import-E-Autos aus China, die 2025 einen Rekordanteil von 11 Prozent erreichten.
Vorsichtiger Ausblick für 2026
Für das laufende Jahr gibt der Vorstand ein verhaltenes Ziel aus. Der Umsatz soll nur leicht um null bis drei Prozent wachsen. Die operative Marge könnte sich auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen – bleibt damit aber unter dem historischen Niveau.
Die Investitionsquote im Automotive-Bereich soll bei 11 bis 12 Prozent liegen, um die Entwicklung erschwinglicher E-Mobilität und eigener Software voranzutreiben. Der Netto-Cashflow wird auf 3 bis 6 Milliarden Euro taxiert. Ob diese Ziele erreicht werden, hängt maßgeblich vom Erfolg des Sozialplans und der weiteren Entwicklung der geopolitischen Handelskonflikte ab.
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