28.03.2026, 3295 Zeichen
Der weltgrößte Goldproduzent Newmont sendet gemischte Signale an seine Aktionäre. Während eine frische Dividendenerhöhung finanzielle Stabilität demonstrieren soll, dämpfen steigende Kosten und eine bewusst gedrosselte Produktion die kurzfristige Euphorie. Unter der neuen Führung richtet sich der Konzern strategisch neu aus, was aktuell spürbar auf die Margen drückt.
Am Donnerstag schüttete das Unternehmen eine Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar je Anteilsschein aus. Diese Anhebung um vier Prozent markiert das 38. Jahr in Folge, in dem Newmont seine Anleger am Gewinn beteiligt. Parallel dazu sorgte eine regulatorische Meldung des Großaktionärs Vanguard kurzzeitig für Aufsehen. Der Vermögensverwalter meldete seine direkten Bestände auf null. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine interne Umstrukturierung, bei der die Anteile künftig von verschiedenen Tochtergesellschaften separat ausgewiesen werden. Ein Verkauf der Position fand nicht statt.
Strategiewechsel und Kostendruck
Operativ durchläuft der Minenbetreiber ein von der Unternehmensführung deklariertes Übergangsjahr. Die seit Januar amtierende Vorstandschefin Natascha Viljoen setzt auf die Strategie „Wert vor Volumen“ und senkte die Produktionsprognose für das laufende Jahr auf 5,3 Millionen Unzen Gold. Verantwortlich für den Rückgang sind geplante Anpassungen der Abbauabläufe in großen Minen wie Ahafo South und Cadia sowie die Nachwehen schwerer Waldbrände in Australien.
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Gleichzeitig bereiten die Ausgaben den Investoren Sorgen. Die all-in sustaining costs (AISC) kletterten auf 1.680 US-Dollar pro Unze. Angetrieben wird diese Entwicklung durch einen anhaltenden Arbeitskräftemangel und immer teureres schweres Gerät. Das entkoppelt die Gewinnmargen zunehmend vom eigentlich starken Goldpreis.
Geopolitik und juristische Hürden
Erschwerend kommt die makroökonomische Lage hinzu. Der Konflikt im Iran treibt die Energiekosten in die Höhe, welche traditionell ein Fünftel bis ein Drittel der operativen Ausgaben einer Mine ausmachen. Zusätzlich belasten juristische Auseinandersetzungen das wichtige Nevada Gold Mines Joint Venture, für das Newmont dem Partner Barrick Gold kürzlich eine formelle Mängelrüge erteilte. Diese geballten operativen und externen Unsicherheiten spiegeln sich in der jüngsten Kursentwicklung wider. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnete das Papier einen Rücksetzer von über 16 Prozent und notiert aktuell bei 88,45 Euro.
Die Stabilisierung des Nevada-Projekts, das rund 17 Prozent zur Gesamtproduktion beisteuert, bildet nun den zentralen Baustein für die mittelfristige Planung. Gelingt es dem Management, die operativen Probleme des Joint Ventures zeitnah zu lösen, schafft dies die notwendige Basis für die fest anvisierte Erholung der Fördermengen im Jahr 2027.
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Börsepeople im Podcast S24/07: Bernd Braunstein
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