27.03.2026, 2960 Zeichen
Apple arbeitet an einem der größten Umbauvorhaben seiner KI-Strategie seit Jahren. Für iOS 27 plant der Konzern eine eigenständige Siri-App, die den Assistenten grundlegend neu aufstellt — weg vom Overlay-Interface, hin zu einem vollwertigen KI-Chatbot, der direkt mit ChatGPT und Claude konkurrieren soll.
Das steckt hinter dem Projekt „Campo"
Die neue App, intern unter dem Codenamen „Campo" entwickelt, soll sich am Design der Messages-App orientieren und dauerhafte Text- sowie Sprachkonversationen ermöglichen. Technisch kombiniert Apple dabei eigene Modelle mit Drittanbieter-Technologie: Für komplexe, serverbasierte Anfragen ist offenbar eine Kooperation mit Google geplant, die Gemini einbinden würde. Eine neue „Extensions API" könnte zudem andere Chatbots integrieren — darunter möglicherweise Anthropic's Claude.
Systemweit sollen neue Funktionen wie „Ask Siri" und „Write with Siri" hinzukommen. Sie sollen Bildschirminhalte auslesen, Dokumente zusammenfassen und Aktionen über verschiedene Apps hinweg ausführen. Auch eine Integration in die Dynamic Island sowie ein Ersatz für die klassische Spotlight-Suche sind in Entwicklung. Die offizielle Präsentation ist für die WWDC-Keynote am 8. Juni 2026 geplant.
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Analysten und Lieferkette
Auf Analystenebene bleibt das Bild gemischt. UBS bekräftigte am 26. März sein „Neutral"-Rating mit einem Kursziel von 280 Dollar, verwies aber auf gestiegene iPhone-Bindungsraten: Weltweit legten diese um rund 200 Basispunkte auf etwa 74 Prozent zu. In China wuchs die Kaufabsicht sogar um 400 Basispunkte im Jahresvergleich. Monness, Crespi, Hardt bleibt dagegen bei „Buy" mit einem Kursziel von 315 Dollar und nennt die März-Produktlaunches sowie die Expansion von Apple TV+ als positive Treiber.
Parallel zur Softwarestrategie baut Apple seine US-Produktion aus. Im Rahmen des American Manufacturing Program investiert der Konzern bis 2030 weitere 400 Millionen Dollar. Vier neue Partner — Bosch, Cirrus Logic, TDK und Qnity Electronics — werden künftig Kamerasensoren und Face-ID-Chips in den USA fertigen. Seit 2025 hat Apple nach eigenen Angaben 3,3 Milliarden Dollar an Zollkosten absorbiert, ohne die Verbraucherpreise anzuheben. Für das Geschäftsjahr 2026 plant der Konzern, über 100 Millionen Chips aus TSMCs Werken in Arizona zu beziehen.
Der WWDC am 8. Juni wird zeigen, wie weit das „Apple Intelligence"-Versprechen für den Softwarezyklus 2026 tatsächlich trägt — und ob die neue Siri den Rückstand auf ChatGPT spürbar verkleinern kann.
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