25.03.2026, 2710 Zeichen
Gestern hat es Coinbase hart getroffen. Auslöser war ein Bericht über geplante US-Gesetzgebung, die Plattformen verbieten würde, direkt oder indirekt Renditen für das Halten von Stablecoins anzubieten – also genau jenes Geschäftsmodell, das viele Nutzer an Krypto-Plattformen schätzen.
Die Aktie verlor zeitweise rund neun Prozent, bevor sie sich leicht erholte und am Ende mit einem Minus von rund zehn Prozent aus dem Handel ging.
Was steckt hinter dem Selloff?
Der Senat hat offenbar einen Kompromissentwurf zur Stablecoin-Regulierung erarbeitet, der Renditen nur noch für aktive Transaktionen erlauben würde – nicht aber für passive Guthaben, die Nutzer auf Plattformen wie Coinbase parken. Das wäre ein direkter Eingriff in ein lukratives Standbein des Unternehmens.
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Hinzu kommt, dass Tether – der größte Konkurrent im Stablecoin-Markt – mit der Verpflichtung eines Big-Four-Wirtschaftsprüfers signalisiert, sich auf eine mögliche Regulierungskonformität vorzubereiten. Für Coinbase und seinen eigenen Stablecoin USDC wächst damit der Wettbewerbsdruck von zwei Seiten gleichzeitig: regulatorisch und wettbewerblich.
Kaufgelegenheit oder berechtigte Sorge?
Analysten sehen die Lage differenziert. William Blair beispielsweise hält an einer positiven Einschätzung für Coinbase fest und wertet den Rückgang als übertriebene Reaktion. Die Begründung: Technisch sei es möglich, USDC-Guthaben über DeFi-Protokolle renditebringend einzusetzen – und damit die neuen Regeln zu umgehen. Der adressierbare Markt für grenzüberschreitende B2B-Stablecoin-Transaktionen umfasse mehr als 40 Billionen Dollar, während die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung noch unter 300 Milliarden Dollar liegt. Raum für Wachstum ist also vorhanden.
Zudem weist William Blair darauf hin, dass Diskussionen über einen möglichen Renditekompromiss bereits seit mindestens einer Woche im Markt kursierten. Die Aktie war seit ihrem Februar-Tief um rund 170 Prozent gestiegen – da brauchte es nur einen passenden Anlass für Gewinnmitnahmen.
Wie nachhaltig der gestrige Einbruch tatsächlich ist, hängt letztlich davon ab, in welcher Form das Stablecoin-Gesetz final verabschiedet wird. Bis dahin dürfte Volatilität das bestimmende Thema für den Titel bleiben.
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