24.03.2026, 3248 Zeichen
Während die Papiere des US-Ölmultis an der Börse gerade ein neues Jahreshoch markieren, mahnt das Management zur Vorsicht. Auf der CERAWeek-Konferenz warnte CEO Mike Wirth eindringlich davor, dass die Finanzmärkte einen plötzlichen Angebotsschock beim Öl unterschätzen. Im Zentrum seiner Sorge steht die Straße von Hormus – ein Nadelöhr, dessen Schließung die globalen Bestände laut Wirth rapide leeren würde.
Physischer Markt unter Spannung
Wirth machte deutlich, dass der physische Ölmarkt derzeit deutlich angespannter ist, als es die Terminkontrakte vermuten lassen. Sollte die wichtige Handelsroute im Nahen Osten tatsächlich blockiert werden, würde der Wiederaufbau der weltweiten Reserven enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Diese mahnenden Worte fallen in eine Phase extremer Stärke für das Wertpapier: Erst am Montag kletterte der Kurs auf ein neues 52-Wochen-Hoch bei 176,52 Euro und verbucht damit seit Jahresbeginn ein sattes Plus von knapp 33 Prozent. Anleger blenden die geopolitischen Risiken derzeit offenbar weitgehend aus.
Expansion in Südamerika
Abseits der geopolitischen Warnungen treibt der Konzern sein operatives Geschäft voran. In Venezuela stehen die Zeichen auf Expansion. Dank jüngster Reformen des dortigen Kohlenwasserstoffgesetzes winken ausländischen Unternehmen nun größere operative Freiheiten. Konkret steht die Erweiterung des Petropiar-Projekts im Orinoco-Gürtel durch den Zugang zum Block Ayacucho 8 im Raum. Es wäre das fünfte operative Gebiet für die Amerikaner in dem südamerikanischen Land. Wirth betonte allerdings, dass für Investitionen im ganz großen Stil noch weitere gesetzliche Anpassungen durch die venezolanischen Behörden nötig seien.
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Kostendisziplin trifft auf LNG-Fantasie
Finanziell steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament, auch wenn das abgelaufene Jahr 2025 gemischte Signale lieferte. Zwar sank der Jahresüberschuss um knapp 30 Prozent auf 12,48 Milliarden US-Dollar, gleichzeitig kletterte der freie Cashflow bereinigt um Anlageverkäufe jedoch um über 35 Prozent auf 20 Milliarden US-Dollar. Um die Profitabilität weiter zu steigern, peilt das Management bis Ende 2026 strikte Kostensenkungen von bis zu vier Milliarden US-Dollar an.
Zusätzlichen Rückenwind liefert das globale Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG). Wegen weltweiter Angebotsengpässe verzeichnen die australischen Großprojekte Gorgon und Wheatstone eine stark steigende Nachfrage aus dem asiatischen Raum. Aktionäre profitieren von der soliden Liquidität bereits durch eine um vier Prozent angehobene Quartalsdividende auf 1,78 US-Dollar je Aktie. Die Kombination aus Kostendisziplin und dem strategischen Ausbau der LNG-Aktivitäten bildet nun das Fundament, um auch bei möglichen Verwerfungen am globalen Ölmarkt profitabel zu wirtschaften.
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Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
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