12.03.2026, 2972 Zeichen
Tilray Brands hat innerhalb weniger Tage gleich mehrere strategische Weichen gestellt: eine Produktneuheit, zwei Akquisitionen und eine laufende Kosteninitiative. Das Unternehmen setzt konsequent auf den Ausbau seines Getränkesegments – und hat dabei ein klares Umsatzziel vor Augen.
Neue Marke, neue Märkte
Gestern stellte Tilray „Pub Light" vor, ein kalorienarmes Lagerbier mit 99 Kalorien und 4 % Alkoholgehalt unter der bestehenden Pub-Beer-Marke. Das Produkt soll preisbewusste Konsumenten ansprechen und über das vorhandene nordamerikanische Vertriebsnetz skaliert werden.
Parallel dazu schloss das Unternehmen am Montag die Übernahme von BrewDog Brewing Australia ab – inklusive einer Produktionsstätte in Brisbane und einem Netz aus eigenen und Franchise-Bars. Das soll als Ausgangspunkt für den Ausbau im asiatisch-pazifischen Raum dienen.
BrewDog-Deal und das 500-Millionen-Ziel
Bereits Anfang März hatte Tilray globale Vermögenswerte von BrewDog übernommen, darunter das britische Braugeschäft und elf Brewpubs, für 33 Millionen Pfund. Das Management rechnet damit, dass beide Transaktionen zusammen eine globale Getränkeplattform mit einem Jahresumsatz von rund 500 Millionen US-Dollar aufbauen.
Das übergeordnete Ziel: bis zum Geschäftsjahr 2027 einen Gesamtjahresumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Die Abhängigkeit vom Cannabisgeschäft soll damit schrittweise sinken. Im Februar 2026 kam zudem eine mehrjährige Partnerschaft mit der Carlsberg-Gruppe hinzu, die die Produktion und den Vertrieb bestimmter Produkte in den USA umfasst.
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Kostenprogramm und Cannabis als Standbein
Intern läuft das Programm „Project 420", das auf Synergien und Kostensenkungen ausgerichtet ist. Bislang wurden damit rund 27 Millionen US-Dollar eingespart – unter anderem durch die Straffung des Produktportfolios und die Optimierung des Händlernetzes.
Das Cannabissegment bleibt derweil relevant: Im Januar meldete Tilray für das zweite Fiskalquartal einen Rekordumsatz von 218 Millionen US-Dollar, getragen von internationalem Medizinalcannabis und dem kanadischen Freizeitmarkt. Ob eine mögliche Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene in den USA dem Medizinalbereich zusätzlichen Schub verleiht, bleibt eine offene regulatorische Variable.
Für Tilray wird die Integrationsleistung in den kommenden Quartalen entscheidend sein: Nur wenn die neu erworbenen Standorte in Großbritannien und Australien effizient in den Konzern eingebunden werden, ist das Umsatzziel für 2027 realistisch erreichbar.
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