11.03.2026, 3900 Zeichen
Der japanische Technologiekonzern SoftBank steht vor einer Zerreißprobe. Während wachsende Zweifel am milliardenschweren KI-Projekt "Stargate" den Aktienkurs zweistellig einbrechen ließen, steht die Tochtergesellschaft PayPay heute vor einem entscheidenden US-Börsengang. Die Märkte fordern Antworten zur Finanzierbarkeit der aggressiven Expansionsstrategie.
KI-Projekt sorgt für Kursrutsch
Am Montag verzeichnete die SoftBank-Aktie einen Rückgang von bis zu 12,5 Prozent und fiel damit auf den tiefsten Stand seit August 2025. Auslöser waren wachsende Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit des KI-Infrastrukturprojekts "Stargate". Nachdem Pläne für die Erweiterung eines Rechenzentrums in Texas gestrichen wurden, reagierten Anleger nervös auf die unklare Perspektive des Vorhabens.
Gleichzeitig stiegen die Kosten für die Kreditausfallversicherungen (CDS) des Unternehmens auf ein Elfmonatshoch von rund 380 Basispunkten. Dies spiegelt die zunehmende Sorge der Märkte um die Bonität des Konzerns wider. Die Ratingagentur S&P hatte den Ausblick für SoftBank zuvor bereits auf "negativ" gesenkt und darauf verwiesen, dass die Wiederherstellung der Liquidität länger dauern könnte als erwartet.
Hohe Kosten und der PayPay-Börsengang
Die finanzielle Anspannung resultiert maßgeblich aus den massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz, darunter eine zusätzliche Finanzspritze von 30 Milliarden US-Dollar für OpenAI. Um diese Verpflichtungen zu decken, strukturiert SoftBank sein Portfolio spürbar um. Bereits im Oktober 2025 trennte sich der Konzern von all seinen Nvidia-Aktien und bemüht sich aktuell um einen Dollar-Kredit in Höhe von bis zu 40 Milliarden US-Dollar.
In diesem Umfeld rückt der US-Börsengang der Payment-Tochter PayPay in den Fokus. Die Preisbildung für die 55 Millionen angebotenen Aktien wird für den heutigen Mittwoch nach US-Börsenschluss erwartet. SoftBank peilt dabei Einnahmen von bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar und eine Bewertung von 13,4 Milliarden US-Dollar an. Trotz eines volatilen Marktumfelds haben institutionelle Investoren wie die Qatar Investment Authority und Visa bereits Interesse an Anteilen im Wert von bis zu 220 Millionen US-Dollar signalisiert. Insidern zufolge dürfte der Ausgabepreis jedoch eher am unteren Ende der Spanne von 17 bis 20 US-Dollar liegen.
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Buchgewinne versus Cashflow
Auf dem Papier zahlt sich die KI-Strategie für SoftBank bisher aus. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025 meldete der Konzern einen Nettogewinn von 3,17 Billionen Yen (etwa 20,7 Milliarden US-Dollar) – eine Verfünffachung gegenüber dem Vorjahr. Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht: Diese beeindruckenden Zahlen basieren primär auf buchhalterischen Aufwertungen der OpenAI-Beteiligung und weniger auf beständigen operativen Cashflows.
Zusätzlich treibt SoftBank den Ausbau seiner physischen KI-Infrastruktur durch teure Zukäufe wie die Übernahme von DigitalBridge für 4 Milliarden US-Dollar und dem Chipentwickler Ampere für 6,5 Milliarden US-Dollar weiter voran.
Der Erfolg des heutigen PayPay-Börsengangs ist ein zentraler Baustein in SoftBanks Plan, um Schulden abzubauen und Investitionen zu monetarisieren. Angesichts der Warnungen von S&P Global und der hohen Kosten für die KI-Infrastruktur wird die Preisgestaltung der PayPay-Aktien heute Abend ein erster konkreter Indikator dafür sein, ob der Markt die kapitalintensive Strategie des Konzerns weiterhin mitträgt.
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