20.03.2026, 2732 Zeichen
Kering kämpft mit dem Einbruch seines Flaggschiffs Gucci. Der französische Luxusgüterkonzern muss zeigen, ob seine radikale Neuausrichtung in einem schwierigen Marktumfeld trägt. Die Aktie hat bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Gucci: Radikaler Neustart mit Demna
Im Zentrum der Krise steht Gucci, das über die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Für 2025 meldete Kering einen Umsatzrückgang von 13 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Allein bei Gucci brach der Umsatz um 22 Prozent ein – das dritte Minusjahr in Folge.
Die Rettungshoffnung heißt Demna. Der neue Kreativdirektor, der im Juli 2025 von Balenciaga kam, präsentierte im Februar seine erste Kollektion. Sein Stil bedeutet einen klaren Bruch mit der Gucci-Vergangenheit. Branchenkenner rechnen jedoch erst in der zweiten Hälfte 2027 mit einem spürbaren Umsatzumschwung. Parallel schließt Kering 175 Filialen, um auf Exklusivität statt Masse zu setzen.
Andere Marken halten sich – Schmuck als neuer Hoffnungsträger
Während Gucci kämpft, zeigen andere Konzernmarken mehr Widerstandskraft. Saint Laurent verzeichnete ein moderates Minus von 7 Prozent, Bottega Veneta gab um 5 Prozent nach. Kering Eyewear legte sogar um 3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu.
Um die Abhängigkeit von Gucci zu verringern, bündelt der Konzern nun seine Schmuckaktivitäten. Die neue Einheit "Kering Jewelry" soll Marken wie Boucheron und Pomellato vorantreiben. Der Schmucksektor erwies sich 2025 mit einem Plus von 4 Prozent als stabiler als das Modegeschäft.
China: Der einstige Wachstumsmotor stottert
Die Herausforderungen für Kering werden durch ein schwieriges globales Umfeld verschärft. Der chinesische Markt, lange der Treiber der Branche, zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen. 2025 schrumpfte der persönliche Luxusgütermarkt dort um 3 bis 5 Prozent.
Chinesische Käufer agieren heute vorsichtiger und preisbewusster. Sie setzen zunehmend auf unauffälligen Luxus und werthaltige Anschaffungen. Eine Umfrage ergab, dass 78 Prozent der einkommensstarken Konsumenten mehr Wert auf Handwerkskunst als auf reine Markenpopularität legen.
Analysten bleiben skeptisch – alles hängt am Turnaround
Die Börse hat bereits ein hartes Urteil gefällt: Die Kering-Aktie verlor über 50 Prozent von ihrem Allzeithoch. Die Analystenmeinungen sind gespalten. Von 13 bewertenden Experten in den letzten drei Monaten raten neun zum Halten, drei zum Verkauf und nur einer zum Kauf.
Kering selbst hat sich für 2026 das klare Ziel gesetzt, wieder zu wachsen. Können die radikalen Maßnahmen bei Gucci die Kunden zurückgewinnen? Die nächsten Monate werden es zeigen. Gespannt blicken Investoren auf den Capital Markets Day am 16. April, an dem das Management seine Strategie detailliert vorstellen will.
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