20.03.2026, 3491 Zeichen
Für Beyond Meat spitzt sich die Lage dramatisch zu. Neben einem drohenden Rauswurf aus der Technologiebörse Nasdaq sieht sich der Hersteller von Fleischalternativen mit einer Sammelklage getäuschter Investoren konfrontiert. Erschwerend kommt hinzu, dass das Unternehmen seinen Jahresbericht verschieben muss und fundamentale Schwächen in der eigenen Buchhaltung einräumt.
Juristischer Druck und Börsen-Aus
Bis zum 24. März 2026 haben geschädigte Anleger Zeit, sich als Hauptkläger einer Sammelklage gegen das Unternehmen aufstellen zu lassen. Die Kläger werfen dem Management vor, Wertminderungen von Vermögenswerten in Höhe von 77,4 Millionen US-Dollar zunächst verschleiert zu haben. Als diese massiven Abschreibungen im November 2025 schließlich im Rahmen einer verspäteten Quartalsmitteilung bekannt wurden, brach der Aktienkurs an zwei aufeinanderfolgenden Tagen um jeweils fast neun Prozent ein.
Parallel dazu kämpft das Unternehmen um seinen Verbleib an der Börse. Da der Aktienkurs 30 Handelstage in Folge unter der kritischen Marke von einem US-Dollar notierte, verschickte die Nasdaq Anfang März eine offizielle Warnung. Um das Delisting abzuwenden, erwägt das Management nun einen umgekehrten Aktiensplit, der die Anzahl der ausstehenden Papiere künstlich verringert und den Kurs optisch anhebt. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Titel bereits 76 Prozent seines Wertes verloren.
Lücken in der Bilanz
Zu den juristischen Problemen gesellen sich erhebliche interne Schwierigkeiten. Beyond Meat musste die Veröffentlichung seines Jahresberichts für 2025 auf Ende März verschieben. Als Grund nannte das Management den zusätzlichen Zeitbedarf zur Überprüfung der Lagerbestände. Dabei geht das Unternehmen selbst davon aus, eine wesentliche Schwäche in den internen Kontrollmechanismen der Finanzberichterstattung melden zu müssen.
Trotz dieser Verzögerungen gab der Konzern bereits vorläufige Zahlen bekannt. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Beyond Meat mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent auf rund 275 Millionen US-Dollar. Angesichts eines Verlusts von 238 Millionen US-Dollar in den letzten zwölf Monaten fehlt es an fundamentalen Argumenten für eine schnelle Trendwende.
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Der Markt schrumpft
Die unternehmensspezifischen Krisen spiegeln auch ein strukturelles Branchenproblem wider. Laut Daten des Marktforschers SPINS fielen die US-Einzelhandelsumsätze mit pflanzlichem Fleisch im Jahr 2025 um 7,5 Prozent. Gleichzeitig bleibt traditionelles Fleisch dank Subventionen und Skaleneffekten deutlich günstiger, was pflanzlichen Alternativen den Wettbewerb erschwert. Zudem fördert das politische Umfeld in den USA, unter anderem durch Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., zunehmend den Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel.
Am kommenden Mittwoch, den 25. März 2026, wird Beyond Meat nach US-Börsenschluss seine Quartals- und Jahresergebnisse präsentieren. Angesichts der ablaufenden Klagefrist und der drohenden Bilanzprobleme stehen dem Konzern entscheidende Tage bevor.
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