19.03.2026, 2870 Zeichen
HelloFresh versetzt seinen Aktionären einen herben Dämpfer. Mit der Vorlage der Jahreszahlen für 2025 und einem vorsichtigen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr schickte der Konzern sein Papier auf ein neues Allzeittief. Anleger zweifeln zunehmend daran, ob die Wachstumsstory des Kochboxen-Versenders noch intakt ist.
Umsatzschwund belastet die Stimmung
Für das Jahr 2026 stellt das Management einen weiteren währungsbereinigten Umsatzrückgang von drei bis sechs Prozent in Aussicht. Damit verfehlte HelloFresh die Erwartungen der Analysten deutlich, die auf eine stabilere Entwicklung gehofft hatten. Auch das prognostizierte bereinigte EBITDA zwischen 375 und 425 Millionen Euro blieb hinter den Markterwartungen zurück.
Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend heftig aus: Die Aktie brach am Mittwoch um über 17 Prozent ein und markierte bei 3,85 Euro einen neuen historischen Tiefstand. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit bereits auf rund 35 Prozent.
Effizienz gegen schrumpfende Erlöse
Dabei lieferte das vergangene Geschäftsjahr 2025 durchaus Lichtblicke bei der Profitabilität. Trotz eines Erlösrückgangs um knapp 12 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro stieg das bereinigte EBITDA um 14 Prozent auf 422,8 Millionen Euro. Greifbare Erfolge zeigten sich vor allem im Kerngeschäft mit Kochboxen, wo die Marge auf 13,5 Prozent kletterte.
Verantwortlich für diese Entwicklung waren primär strikte Sparmaßnahmen. Ein Kostensenkungsprogramm spülte 2025 bereits 160 Millionen Euro in die Kassen. Für das aktuelle Jahr plant HelloFresh zusätzliche Einsparungen in Höhe von 140 Millionen Euro, um den negativen Trend beim Umsatz abzufedern.
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Fokus auf profitable Märkte
Um die Profitabilität weiter zu sichern, zieht sich der Konzern aus den Märkten in Italien und Spanien zurück. Ein Sorgenkind bleibt jedoch das Segment der Fertiggerichte (Ready-to-Eat), das 2025 mit einer negativen Marge von 1,2 Prozent weiterhin Verluste einfuhr. Besonders die abgekühlte Nachfrage im US-Markt erschwert hier den Weg in die Gewinnzone.
Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, ob das gestartete Investitionsprogramm zur Produktvielfalt die Kundenbindung tatsächlich nachhaltig stärkt. Gelingt es nicht, den Umsatzschwund im klassischen Kochboxen-Geschäft zeitnah durch ein profitables Ready-to-Eat-Segment auszugleichen, dürfte der Druck auf die Bewertung hoch bleiben.
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