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Nierenärzte warnen vor Zucker in Softdrinks ( Finanztrends)

13.03.2026, 4361 Zeichen

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt eindringlich vor dem Konsum zuckerhaltiger Getränke. Anlässlich des Weltnierentags rückt die gefäßschädigende Wirkung von Fruktose in den Fokus – sie belastet die Nieren weit mehr als viele vermuten.

Fruktose: Die unterschätzte Gefahr für die Filterorgane

Laut der Fachgesellschaft wird Fruchtzucker nicht nur in der Leber, sondern auch direkt in der Niere verstoffwechselt. „Fruktose ist keineswegs eine gesündere Alternative“, betont Professorin Sylvia Stracke, Pressesprecherin der DGfN. In großen Mengen könne sie die Nieren massiv beeinträchtigen.

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Der hohe Fruktosegehalt in Softdrinks, Energydrinks und manchen Fruchtsäften führt in den Zellen zu Energiemangel. Die Folge: oxidativer Stress und Entzündungen, die die feinen Blutgefäße in den Nieren schädigen. Besonders riskant wird es bei Hitze und Flüssigkeitsmangel. Zudem fördert ein hoher Konsum Übergewicht, Insulinresistenz und Bluthochdruck – die Haupttreiber für chronische Nierenerkrankungen.

Detox-Getränke: Teuer und oft wirkungslos

Während Zucker die Nieren belastet, verspricht eine ganze Industrie Abhilfe mit speziellen Entgiftungsgetränken. Doch Verbraucherschützer und Experten sind skeptisch. Der Körper verfügt mit Leber und Nieren selbst über hocheffiziente Entgiftungssysteme. Ein wissenschaftlicher Beleg für das „Herausspülen“ von Giftstoffen durch Säfte fehlt.

Viele Detox-Produkte enthalten harntreibende Pflanzen wie Brennnessel oder Löwenzahn. Sie entwässern lediglich, ohne zu entgiften. Im schlimmsten Fall schwemmen sie wichtige Mineralstoffe aus oder beeinträchtigen Medikamente. Und das Tückische: Oft stecken in den Trendgetränken große Mengen Fruchtzucker. Statt die Nieren zu entlasten, belasten sie sie zusätzlich.

Was den Nieren wirklich hilft

Die Basis für gesunde Nieren ist simpel: reines Wasser. Es unterstützt die Filterarbeit, spült Abfallprodukte aus und beugt Steinen vor. Auch ungesüßte Tees sind empfehlenswert. Grüner Tee etwa enthält Antioxidantien, die die Kristallbildung von Kalzium erschweren können.

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Ein Spritzer Zitronensaft im Wasser liefert Citrat, das ebenfalls vor bestimmten Nierensteinen schützen kann. Allerdings warnt die Zahnmedizin vor der Säure. Energydrinks sollten dagegen tabu sein. Sie enthalten nicht nur viel Zucker und Koffein, sondern oft auch Phosphor und Natrium – eine echte Störung für das Nierengleichgewicht.

Die politische Forderung: Eine Steuer auf Zucker

Die Warnung der Nephrologen trifft auf eine hitzige Debatte. Die DGfN fordert gemeinsam mit anderen medizinischen Spitzenverbänden die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland. Der Vorstoß stützt sich auf internationale Daten.

Studien zeigen: Zuckerhaltige Getränke fördern Nierensteine und Typ-2-Diabetes. In über 100 Ländern war der Konsum bei Schülern in Staaten mit Zuckersteuer signifikant geringer. Weltweit erheben bereits 32 Länder solche Abgaben – mit messbarem Rückgang des Getränkekonsums. Gesundheitsexperten sehen darin einen notwendigen Hebel, um die explodierenden Kosten für chronische Erkrankungen einzudämmen.

Chronische Nierenerkrankungen auf dem Vormarsch

Die globale Belastung nimmt stetig zu. Weltweit ist bereits etwa jeder Zehnte von einer chronischen Nierenschwäche betroffen. Vor diesem Hintergrund wird die Prävention durch richtige Ernährung und Getränkewahl immer wichtiger.

Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf die sogenannte Darm-Nieren-Achse. Sie soll klären, wie stark hochverarbeitete Lebensmittel die Organe belasten. Politisch dürfte der Druck für eine Zuckersteuer weiter wachsen. Das Ziel ist klar: die Nierengesundheit der Bevölkerung schützen und dem Anstieg der Zivilisationskrankheiten entgegenwirken.


(13.03.2026)

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