11.03.2026, 2619 Zeichen
Gleich mehrere Führungskräfte von First Solar haben am 9. März 2026 Aktien des Unternehmens veräußert. Zufall oder Zeichen der Zeit? Die Antwort ist nüchterner als gedacht.
Routine hinter den Verkäufen
Cheftechnologe Markus Gloeckler trennte sich von 1.325 Anteilen im Wert von rund 252.000 Dollar, Chefjurist Jason Dymbort stieß 1.305 Aktien für etwa 248.000 Dollar ab, und Chief Supply Chain Officer Michael Koralewski verkaufte 756 Papiere für knapp 144.000 Dollar. Auch Chief Product Officer Patrick Buehler reihte sich ein und veräußerte 697 Anteile für gut 132.000 Dollar – alle zum Kurs von 190,36 Dollar.
Der Hintergrund ist dabei weniger spektakulär als die Summen vermuten lassen: Sämtliche Transaktionen hängen mit dem regulären Vesting von Aktienoptionen zusammen, die in den Jahren 2021 bis 2025 gewährt wurden. Gleichzeitig erhielten die Manager am 6. März 2026 neue, mehrjährig gestaffelte Aktienpakete – sie bleiben also langfristig im Boot.
Analysten bleiben vorsichtig
Der eigentliche Gegenwind kommt von anderer Seite. Die Aktie notiert aktuell bei rund 198 Dollar – ein Minus von 24 Prozent seit Jahresbeginn. Auslöser war die enttäuschende Prognose für 2026: Die Umsatzerwartung für das laufende Jahr liegt mit 4,9 bis 5,2 Milliarden Dollar satte 17 Prozent unterhalb der Markterwartungen, die Q4-Ergebnisse 2025 verfehlten den Konsens um 6 Prozent.
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Die Reaktion der Analysten fiel entsprechend aus. Deutsche Bank und HSBC stuften die Aktie jeweils von „Buy" auf „Hold" zurück. GLJ Research folgte mit der gleichen Entscheidung und verwies auf Verfehlung aller zentralen Kennzahlen – Umsatz, Volumen und EBITDA. Jefferies senkte das Kursziel auf 205 Dollar und sieht kaum Signale für eine baldige Erholung. Einzig Barclays hält trotz einer Kursziel-Senkung auf 228 Dollar an einer positiven Einschätzung fest.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,1 erscheint auf dem aktuellen Niveau moderat, und mehrere Bewertungsmodelle signalisieren eine Unterbewertung. Doch solange die Visibilität für das weitere Geschäftsjahr gering bleibt, dürfte das für sich allein kaum ausreichen, um die Stimmung zu drehen.
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