07.03.2026, 3731 Zeichen
Ocugen liefert Anlegern gerade ein typisches Biotech-Dilemma: Die Pipeline rückt spürbar voran, gleichzeitig steigen die Kosten – und damit der finanzielle Druck. Nach den Jahreszahlen für 2025 richtet sich der Blick vor allem auf eine Serie konkreter Meilensteine, die 2026 anstehen. Entscheidend wird, ob das Unternehmen seine klinischen Daten und Zulassungsschritte im geplanten Tempo liefern kann.
Mehr Ausgaben, höhere Verluste – aber mehr Liquidität
Im Geschäftsjahr 2025 hat Ocugen die Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht. Die F&E-Ausgaben stiegen auf 39,8 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 32,1 Mio.), im vierten Quartal lagen sie bei 10,7 Mio. US-Dollar nach 8,3 Mio. ein Jahr zuvor. Unterm Strich weitete sich der Verlust aus: Der Nettoverlust lag bei 0,23 US-Dollar je Aktie, nach 0,20 US-Dollar im Jahr 2024.
Gleichzeitig hat Ocugen die Kasse gestärkt. Zum Jahresende standen 18,9 Mio. US-Dollar an Barmitteln und „restricted cash“ in den Büchern. Im Januar 2026 kamen brutto weitere 22,5 Mio. US-Dollar aus einer Kapitalmaßnahme hinzu. Laut Unternehmen reicht die Liquidität damit bis ins vierte Quartal 2026. Sollte zudem ein früheres Paket aus August 2025 vollständig über Optionsausübungen („Warrants“) ziehen, könnte die Finanzreichweite bis ins zweite Quartal 2027 reichen.
Am Markt kam die Gemengelage nicht nur positiv an: Am Freitag schloss die Aktie bei 1,40 Euro und verlor am Tag 7,44%.
Pipeline 2026: Viele Datenpunkte, klare Zeitpläne
Operativ gab es mehrere Fortschritte – und vor allem einen dicht gefüllten Kalender:
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OCU400 (Retinitis pigmentosa): Die Phase-3-Studie liMeliGhT ist mit 140 Patienten vollständig rekrutiert. Als einjährige Studie soll sie Topline-Daten im 1. Quartal 2027 liefern. Wichtig für 2026: Ocugen will im 3. Quartal 2026 mit einer „rolling“ BLA-Einreichung starten. Zusätzlich meldete das Unternehmen einen regionalen Lizenzdeal für Korea mit QuanDan, inklusive Upfront-Zahlungen, Entwicklungsmeilensteinen und Royalties.
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OCU410 (Geographic Atrophy/trockene AMD): Aus Phase 2 (ArMaDa) liegen 12-Monats-Daten vor: In den mittleren und hohen Dosierungen zeigte sich eine 46% geringere Läsionszunahme gegenüber der Kontrollgruppe (p=0,015; n=23) sowie eine 50% Responder-Rate. Der vollständige Datensatz soll im März 2026 kommen. Eine Phase-3-Studie ist für 2026 geplant.
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OCU410ST (Stargardt): Die bestätigende pivotal GARDian3-Studie liegt laut Unternehmen vor dem Zeitplan. Topline-Daten werden für 2027 erwartet, eine BLA-Einreichung soll folgen.
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OCU500 (inhalierbares Impfprogramm): Das NIAID plant den Start der Phase-1-Studie im 2. Quartal 2026.
Die zentrale Frage für 2026 lautet damit: Welche der angekündigten klinischen Daten liefern genug Substanz, um die ambitionierte Strategie mit mehreren BLA-Einreichungen in den nächsten Jahren zu untermauern?
Konkreter Fahrplan: Das sind die nächsten Fixpunkte
Kurzfristig steht im März 2026 der vollständige Phase-2-Datensatz zu OCU410 an. Danach rückt der Start der rolling BLA für OCU400 im 3. Quartal 2026 in den Vordergrund. Parallel soll 2026 außerdem Phase 3 für OCU410 angeschoben werden – Meilensteine, die operativ viel liefern müssen, während die aktuelle Finanzreichweite (je nach Szenario) bis Q4 2026 beziehungsweise Q2 2027 abgesteckt ist.
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Wiener Börse Party #1113: ATX spürbar schwächer, ytd wieder nur noch knapp im Plus, gute Sager von Christoph Boschan und Walter Oblin
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