07.03.2026, 3670 Zeichen
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen wieder. Das zeigt der aktuelle Europace-Hauspreisindex für Februar 2026. Besonders Eigentumswohnungen und Bestandshäuser legen zu.
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Nach einer Phase der Stagnation kehrt damit Bewegung in den Markt zurück. Viele Kaufinteressenten beenden ihre abwartende Haltung, seit sich die Bauzinsen auf einem höheren Niveau stabilisiert haben. Experten sehen keinen breiten Preisverfall mehr.
Bestandsimmobilien führen den Aufschwung an
Der Markt wächst aktuell fast ausschließlich im Bestand. Das stellt Stefan Münter, Co-CEO von Europace, klar. Die Zahlen belegen es: Kaufpreise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser blieben im Februar nahezu unverändert.
Im Jahresvergleich legten sie sogar um 1,80 Prozent zu. Noch stärker zogen Eigentumswohnungen an: Sie verteuerten sich im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,27 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr beträgt das Plus 1,07 Prozent.
Warum der Fokus auf dem Bestand liegt? Bezugsfertige oder sanierungsbedürftige Objekte sind schneller verfügbar als Neubauprojekte. Zudem sind ihre Gesamtkosten oft besser kalkulierbar – trotz strengerer energetischer Vorgaben.
Neubau bleibt das Sorgenkind
Ganz anders sieht es bei neu gebauten Häusern aus. Deren Preise gaben im Februar um 0,33 Prozent nach. Hohe Baukosten, strenge Auflagen und lange Genehmigungsverfahren bremsen den Sektor.
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Viele Bauprojekte rechnen sich für private Bauträger derzeit nicht. Das führt zu weniger Fertigstellungen. Doch auch im Neubau gibt es Lichtblicke: Hochgradig energieeffiziente Häuser profitieren langfristig von niedrigen Betriebskosten und behalten ihren Wert.
Wohnungsmangel stützt die Preise
Der entscheidende Treiber für die Preisdynamik bleibt der eklatante Mangel an Wohnraum. „Das anhaltend knappe Angebot wird die Preise tendenziell weiter ansteigen lassen“, sagt Jens Tolckmitt vom Verband deutscher Pfandbriefbanken.
Besonders in Großstädten übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Aktuelle Durchschnittspreise zeigen das Ausmaß: Eine Eigentumswohnung kostet bundesweit rund 3.520 Euro pro Quadratmeter. Für ein Bestandshaus sind es 3.009 Euro.
Michael Neumann von Dr. Klein rechnet für 2026 mit einer gesamtdeutschen Preissteigerung von etwa drei Prozent. Viele Erwerber haben sich an Bauzinsen von 3,3 bis 3,7 Prozent gewöhnt und kehren als aktive Käufer zurück.
Energieeffizienz wird zum Preisfaktor
Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Fortsetzung der moderaten Preissteigerungen ab. Eine Rückkehr zu den extrem niedrigen Zinsen der Vergangenheit gilt als unwahrscheinlich.
Mittel- bis langfristig avanciert die Energiebilanz einer Immobilie zum dominierenden Preisfaktor. Objekte mit hervorragender Effizienz dürften überdurchschnittlich im Wert steigen. Bei unsanierten Altbauten werden hingegen stärkere Abschläge fällig.
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Ein weiteres Zuwarten auf deutlich günstigere Preise ist riskant. Die strukturelle Verknappung des Wohnraums prägt den deutschen Markt auf absehbare Zeit.
D&D Research Rendezvous #20: Gunter Deuber sieht Europas Sonderkonjunktur nun at risk - intensiver Blick auf die Aktienmärkte
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