PayPal Aktie: Klagewelle rollt ( Finanztrends)
06.03.2026, 4649 Zeichen
PayPal steht unter massivem Druck. Nach einem enttäuschenden Quartalsbericht Anfang Februar und einem überraschenden Führungswechsel haben mehrere Kanzleien Sammelklagen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze eingereicht. Die Aktie hatte daraufhin über 20 Prozent an Wert verloren.
Vorwürfe: Irreführende Prognosen
Gleich mehrere Anwaltskanzleien, darunter Bronstein, Gewirtz & Grossman und Faruqi & Faruqi, haben Anfang März Sammelklagen gegen PayPal und Teile des Managements eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Anleger zwischen Februar 2025 und Februar 2026 mit zu optimistischen Wachstumsprognosen in die Irre geführt.
Im Kern geht es um die sogenannten Branded-Checkout-Angebote. Die Kläger argumentieren, dass die für 2027 ausgegebenen Wachstumsziele unter der damaligen Führung nie realistisch waren. Investoren, die in diesem Zeitraum PayPal-Aktien gekauft haben, können sich bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger bewerben.
Der Auslöser: Schwache Zahlen und CEO-Wechsel
Am 3. Februar 2026 kam es zum Eklat. PayPal ersetzte CEO Alex Chriss, der erst eineinhalb Jahre im Amt war, und senkte gleichzeitig die Gewinnprognose für 2026. Die Reaktion der Börse war brutal: Die Aktie brach um über 20 Prozent ein und fiel auf 41,70 Dollar – den schwächsten Stand seit Ende 2023.
Die Quartalszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Mit 8,68 Milliarden Dollar Umsatz verfehlte PayPal die Analystenschätzung von 8,77 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie lag das Ergebnis mit 1,23 Dollar rund fünf Prozent unter der Prognose von 1,29 Dollar.
Besonders problematisch: Das Wachstum im Kerngeschäft schwächelt. Das Transaktionsvolumen bei Branded Checkout, also Zahlungen über PayPal-Buttons auf Händlerseiten, legte im vierten Quartal währungsbereinigt nur noch um ein Prozent zu – nach fünf Prozent im Quartal zuvor. Verantwortlich dafür waren laut Unternehmen eine schwache US-Einzelhandelsnachfrage sowie rückläufiges Wachstum in Bereichen wie Reisen, Ticketing und Krypto.
Neuer Chef soll Tempo erhöhen
Seit 1. März 2026 steht Enrique Lores an der Spitze von PayPal. Der frühere HP-Chef soll Innovation und KI-Initiativen beschleunigen. Der Verwaltungsrat hatte Chriss mangelnde Umsetzungsgeschwindigkeit vorgeworfen.
Lores übernimmt in einer heiklen Phase. PayPal hat die 2027er-Wachstumsziele offiziell zurückgezogen und kämpft mit verschärftem Wettbewerb durch Apple, Google und andere Tech-Riesen. Zudem belastet die laufende Sammelklage das Vertrauen der Anleger.
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KI-Offensive mit Cymbio-Übernahme
Trotz der Turbulenzen treibt PayPal seine KI-Strategie voran. Das Unternehmen übernimmt Cymbio, eine Plattform für Multi-Channel-Handel, die es Marken ermöglicht, über KI-gestützte Oberflächen wie Microsoft Copilot oder Perplexity zu verkaufen.
Mit der Integration will PayPal bereits bei der Produktsuche und -auswahl präsent sein – noch bevor die eigentliche Zahlung erfolgt. Geplant sind auch Anbindungen an ChatGPT und Googles Gemini. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Zwischen Dividenden-Premiere und Margendruck
Das Gesamttransaktionsvolumen stieg im vierten Quartal immerhin um neun Prozent auf 475,1 Milliarden Dollar. Die Zahl aktiver Konten kletterte auf 439 Millionen. Venmo, die mobile Payment-App, wuchs mit plus 13 Prozent bereits im fünften Quartal in Folge zweistellig.
Allerdings sank die Transaktionsmarge um neun Basispunkte auf 1,65 Prozent – belastet durch höhere Investitionen in Debit-Angebote, Venmo und Unternehmenskunden. Anfang März zahlte PayPal erstmals eine Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Aktie aus.
Ausblick: Mehrfronten-Kampf
PayPal wird derzeit nicht mehr wie ein wachstumsstarkes Fintech bewertet, sondern wie ein reifes Zahlungsnetzwerk in einem umkämpften Markt. Die Prognose für 2026 ist verhalten: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bestenfalls leicht steigen, im schlimmsten Fall niedrig einstellig sinken.
Enrique Lores muss gleichzeitig die Sammelklage bewältigen, das Vertrauen in das Branded-Checkout-Geschäft wiederherstellen und die KI-Offensive glaubwürdig umsetzen. Wie ihm dieser Spagat gelingt, dürfte die Kursentwicklung für den Rest des Jahres 2026 maßgeblich prägen.
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Gleich mehrere Anwaltskanzleien, darunter Bronstein, Gewirtz & Grossman und Faruqi & Faruqi, haben Anfang März Sammelklagen gegen PayPal und Teile des Managements eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Anleger zwischen Februar 2025 und Februar 2026 mit zu optimistischen Wachstumsprognosen in die Irre geführt.
Im Kern geht es um die sogenannten Branded-Checkout-Angebote. Die Kläger argumentieren, dass die für 2027 ausgegebenen Wachstumsziele unter der damaligen Führung nie realistisch waren. Investoren, die in diesem Zeitraum PayPal-Aktien gekauft haben, können sich bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger bewerben.
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Die Quartalszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Mit 8,68 Milliarden Dollar Umsatz verfehlte PayPal die Analystenschätzung von 8,77 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie lag das Ergebnis mit 1,23 Dollar rund fünf Prozent unter der Prognose von 1,29 Dollar.
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