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Pierer Mobility - Konzentration auf Motorradgeschäft, Fahrradgeschäft wird heruntergefahren

Magazine aktuell


#gabb aktuell



28.08.2025, 3467 Zeichen

Die börsenotierte Pierer Mobility AG hat das 1. Halbjahr aufgrund des Sanierungsverfahrens ihrer Tochter KTM mit geringerem Umsatz und Absatz abgeschlossen. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um knapp 58 Prozent auf 425 Mio. Euro. Insgesamt wurden 85.284 Motorräder abgesetzt (Vorjahr: 147.496 Stück). Dabei verkaufte die Pierer Gruppe im 1. Halbjahr 2025 50.334 Motorräder (Vorjahr: 115.145). Über den indischen Partner Bajaj Auto wurden weitere 34.950 Motorräder (Vorjahr: 32.351) abgesetzt. Der Rückgang des Gesamtabsatzes um 42,2 Prozent resultierte  aus dem Sanierungsverfahren inklusive Produktionsstopp der KTM. Wie das Unternehmen zudem mitteilt, habe man sich bei der Auslieferung und dem Verkauf neuer Modelle bewusst zurückgehalten, um die weltweiten Lagerbestände abzubauen. Der reduzierte Lagerstand und die somit geringere Kapitalbindung hatten einen positiven Einfluss auf die Liquidität der Gruppe. Im Fahrradbereich setzte die Gruppe im 1. Halbjahr 2025 50.107 Fahrräder ab (Elektrofahrräder und Fahrräder). Der Abverkauf hatte ebenfalls positive Auswirkungen auf die Liquidität der Gruppe. Die Fahrradmarken Husqvarna sowie Gasgas werden mit Ende 2025 ausverkauft sein.

Wie Pierer Mobility mitteilt, will man sich auf das Motorradgeschäft konzentrieren, während das Fahrradgeschäft heruntergefahren wird. Wie berichtet, trennt sich das Unternehmen von der Mehrheitsbeteiligung an MV Agusta und dem KTM X-BOW-Geschäft. 

Ende Juli 2025 wurde bei KTM in Österreich die Produktion auf allen vier Linien wieder aufgenommen. Allerdings könne die nicht zeitgerechte Verfügbarkeit einzelner Komponenten den Produktions-Ramp-Up jederzeit stören bzw. unterbrechen, wie das Unternehmen mitteilt. "Der Neu- und Wiederaufbau von Lieferantenbeziehungen bleibt herausfordernd und ist maßgeblich für eine erfolgreiche Fortführung der Produktion," so das Unternehmen.

Beim Ergebnis weist das Unternehmen positive Zahlen auf, Grund ist der Sanierungsgewinn. Das EBITDA erreichte im Halbjahr 1.003 Mio. Euro, das EBIT 930 Mio. Euro und das Periodenergebnis belief sich auf 739 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung hat sich nach Erfüllung der Sanierungsquote mehr als halbiert und liegt nun bei 756 Mio. Euro (31. Dezember 2024: 1.643 Mio. Euro). Bajaj Auto International Holdings BV gewährte bekanntlich ein Restrukturierungsdarlehen in Höhe von 450 Mio. Euro, die Pierer Bajaj AG ein Gesellschafterdarlehen  in Höhe von 350 Mio. Euro.

Im Ausblick heißt es: "Basierend auf den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2025, der fehlenden Betriebsleistung von sechs Monaten, der bewussten Entscheidung weniger Motorräder dem Handel zu verkaufen und aufgrund des anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz deutlich unter dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Da auch im Geschäftsjahr 2026 dem Markt weiter die Möglichkeit gegeben werden muss, die Lagerbestände der Händler weiter abzubauen, werden auch in 2026 weniger Motorräder als in 2024 produziert und verkauft werden. Gleichzeitig werden einige der eingeleiteten Kosteneinsparungsmaßnahmen mehr Zeit für die Umsetzung und Entfaltung ihrer Wirkung benötigen. Daher wird für das Geschäftsjahr 2026 bereits ein positives EBITDA erwartet; auf EBIT- Ebene soll dies im Geschäftsjahr 2027 erzielbar sein. Das Geschäftsjahr 2025 wird aufgrund des realisierten Restrukturierungsgewinns ein deutlich positives EBIT ausweisen.



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Autor
Christine Petzwinkler
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