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Neues Whitepaper: Public AI als demokratische Alternative zur Konzentration privater Macht

APA-OTS-Meldungen aus dem Finanzsektor in der "BSN Extended Version"
Wichtige Originaltextaussendungen aus der Branche. Wir ergänzen vollautomatisch Bilder aus dem Fundus von photaq.com und Aktieninformationen aus dem Börse Social Network. Wer eine Korrektur zu den Beiträgen wünscht: mailto:office@boerse-social.com . Wir wiederum übernehmen keinerlei Haftung für Augenerkrankungen aufgrund von geballtem Grossbuchstabeneinsatz der Aussender. Wir meinen: Firmennamen, die länger als drei Buchstaben sind, schreibt man nicht durchgängig in Grossbuchstaben (Versalien).
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20.05.2025, 4031 Zeichen

Gütersloh (OTS) - Die leistungsfähigsten KI-Systeme unserer Zeit werden von einer kleinen Zahl privater Unternehmen entwickelt und kontrolliert – darunter OpenAI, Anthropic, Google DeepMind, Meta und DeepSeek. Diese Unternehmen dominieren nicht nur die Entwicklung von Modellen, sondern kontrollieren auch die grundlegende Infrastruktur des KI- Ökosystems: Rechenkapazitäten, Trainingsdaten und Cloud-Dienste. Diese Machtkonzentration ist nicht nur eine technologische Realität – sie stellt eine politische Herausforderung dar. Sie wirft eine zentrale Frage auf: Wer gestaltet die Systeme, die zunehmend unsere Gesellschaft beeinflussen?
Um diesem wachsenden Ungleichgewicht entgegenzuwirken, hat die Bertelsmann Stiftung mit Unterstützung von Open Future ein neues White Paper zu Public AI vorgestellt. Die Publikation skizziert einen strategischen und umsetzbaren Rahmen für einen alternativen Ansatz zur Entwicklung und Anwendung von KI, der auf größerer Transparenz, offenem Zugang zu kritischer Infrastruktur und einer stärkeren Ausrichtung auf das Gemeinwohl beruht.
Gesellschaften sollten KI nicht nur nutzen, sondern aktiv mitgestalten
Public AI ist keine Absage an private Innovation, sondern ein Vorschlag zur Neugewichtung der Machtverhältnisse. Gesellschaften sollten in die Lage versetzt werden, KI nicht nur zu nutzen, sondern aktiv mitzugestalten. KI soll nicht nur sicher für die Öffentlichkeit sein, sondern auch durch demokratische Strukturen mitverantwortet und kontrolliert werden.
Im Zentrum der vorgeschlagenen Strategie steht ein ehrgeiziges, aber notwendiges Ziel: die dauerhafte Existenz mindestens eines vollständigen Open-Source-Modells mit KI-Fähigkeiten, die denen führender proprietärer Systeme nahekommen, sicherzustellen. Ohne ein solches KI-Modell bleiben öffentliche Akteure in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Zur Umsetzung formuliert das White Paper drei zentrale Handlungsempfehlungen:
- Entwicklung und/oder Stärkung vollständiger Open-Source-Modelle sowie des Open-Source-Ökosystems
- Aufbau öffentlicher Recheninfrastruktur zur Unterstützung der Entwicklung und Nutzung offener Modelle
- Skalierung von Investitionen in KI-Kompetenzen, um ausreichend Fachkräfte für die Entwicklung und Anwendung dieser Modelle zu gewinnen
Das White Paper entwickelt darüber hinaus drei politische Interventionspfade entlang der Struktur des AI-Stacks, der aus Rechenleistung, Daten und Modellen besteht:
- Compute-Pfad: Aufbau öffentlicher Rechenkapazitäten, Sicherstellung des Zugangs für offene Projekte und Koordination nationaler sowie supranationaler Infrastrukturinitiativen (z. B. EU AI Factories)
- Data-Pfad: Entwicklung hochwertiger Datensätze als digitale Gemeingüter, verwaltet durch gemeinwohlorientierte Governance-Modelle mit Schutzmechanismen gegen Missbrauch
- Model-Pfad: Förderung eines Ökosystems von Open-Source-Modellen – sowohl leistungsfähiger „Capstone“-Modelle als auch spezialisierter kleinerer Modelle – mit langfristiger finanzieller und infrastruktureller Unterstützung
Diese Pfade werden durch Querschnittsmaßnahmen ergänzt – etwa Talentförderung oder die Finanzierung offener Software.
KI-Initiativen systematisch bewerten
Zur Bewertung und Steuerung von KI-Initiativen stellt das White Paper ein strategisches Instrument vor: den Gradient of Publicness. Mit diesem Rahmenwerk lassen sich KI-Initiativen systematisch bewerten – basierend auf Offenheit, Governance-Strukturen und Gemeinwohlorientierung. Der „Gradient of Publicness“ ermöglicht es politischen Entscheidungsträger:innen, bestehende und neue Vorhaben entlang eines Spektrums von privat bis öffentlich einzuordnen und konkrete Schritte zur Erhöhung des öffentlichen Nutzens abzuleiten.
Public AI bietet eine realistische und notwendige Alternative zur KI-Dominanz privater Akteure. Doch sie entsteht nicht von selbst. Sie verlangt strategische Investitionen, institutionelle Koordination und politischen Gestaltungswillen. Das White Paper soll Impulse für eine internationale Debatte liefern, die KI als öffentliche Aufgabe versteht.



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