07.04.2025, 2929 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Der Wiener Aktienmarkt hat seine Talfahrt vom Vortag am Freitag beschleunigt fortgesetzt. Die umfangreichen Zollankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump sorgten zum Wochenausklang unverändert für eine düstere Stimmung an den Börsen weltweit. Nach der Ankündigung von Vergeltungszöllen der chinesischen Regierung wurden die bereits herben Kursverluste noch einmal ausgeweitet.
Im Vergleich zum schwachen europäischen Umfeld fielen die Abschläge in Wien aufgrund der hohen Gewichtung der Bankaktien zudem noch einmal deutlich stärker aus. Der ATX sank um 5,95 Prozent auf 3.762,81 Punkte. Das ist der größte Tagesverlust seit den Bankenturbulenzen in den USA und der Credit Suisse im März 2023. Darüber hinaus verbuchte der Leitindex einen herben Wochenverlust von 9,9 Prozent und damit seine schlechteste Wochenbilanz seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Jahr 2022. Mit einem Rückgang von mittlerweile mehr als 13 Prozent vom Mehrjahreshoch von Mitte März sehen Charttechniker den Leitindex zudem im Korrekturbereich. Ein Großteil der bisherigen Kursgewinne des laufenden Jahres ist bereits weggeschmolzen. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 6,08 Prozent auf 1.888,16 Zähler nach unten. Chinas Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent seien ein "deutliches Zeichen, dass wir mittendrin sind in der Eskalationsspirale. Damit nehme die Gefahr zu, dass andere Länder, oder auch die EU, dem Beispiel folgen werden. Analysten sprechen inzwischen von einem "Schwarzen Freitag" an den Märkten: "Die Ankündigung neuer Zölle durch Präsident Trump hat das Marktvertrauen massiv erschüttert." Die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten fielen tendenziell robuster aus als erwartet, gerieten angesichts der an den Finanzmärkten vorherrschenden Zollsorgen weitgehend in den Hintergrund.
Im Bankensektor sackten Erste Group um 7,5 Prozent und Bawag um 8,1 Prozent ab. Den Geldhäusern droht eine giftige Melange aus schwächerem Wachstum, höheren Risikoprämien und sinkenden Zinsmargen, wenn Zentralbanken mit Zinssenkungen bei einer schwächelnden Weltwirtschaft mit Zinssenkungen gegensteuern müssen. In Wien gerieten ansonsten zyklische Aktien deutlich unter die Räder und gaben einen großen Teil der Gewinne von Februar und März wieder ab. Porr fielen um 7,5 Prozent und Strabag um 10,4 Prozent. Die beiden Bauaktien waren im ersten Quartal noch die unangefochtenen Spitzenreiter am österreichischen Aktienmarkt. Vergleichsweise geringe Verluste verbuchten lediglich einige defensive Werte. Telekom Austria schlossen mit minus 1,6 Prozent als stärkster Wert im ATX. Unter den weiteren Einzelwerten brachen Pierer Mobility um rund 28 Prozent auf 13 Euro ein. Der Verlust des halben Grundkapitals der Motorrad-Holding macht eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. April notwendig. Im Raum steht eine Barkapitalerhöhung mit einem Ausgabepreis von 7,50 Euro pro Aktie.
Börsepeople im Podcast S23/24: Melanie Steiner
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Gegründet 1819 als die „Erste österreichische Spar-Casse“, ging die Erste Group 1997 mit der Strategie, ihr Retailgeschäft in die Wachstumsmärkte Zentral- und Osteuropas (CEE) auszuweiten, an die Wiener Börse. Durch zahlreiche Übernahmen und organisches Wachstum hat sich die Erste Group zu einem der größten Finanzdienstleister im östlichen Teil der EU entwickelt.
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