Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.







Magazine aktuell


#gabb aktuell



18.10.2023, 4129 Zeichen

Sind Notenbanken moralisch beeinflussbar? Die halbe Welt diskutiert. Entsetzen vermischt sich mit Empörung. Der Wunsch nach Objektivierung prallt gegen vorgefasste Meinungen. Stammtisch gegen historische Aufarbeitung. Beide im Konflikt mit Moralvorstellungen. Der Nahe Osten ist im globalen Wohnzimmer gelandet. Moralischer Impetus inklusive.

Die Angst, durch vielfach trainierte und vollzogene Diskussionen, am Ende dem Terrorismus die Daseinsberechtigung zu gewähren, ist um uns. Sie greift auch mehr und mehr in unsere Kapitalmärkte ein. Was wir vor Jahren mit dem Schicksal der Uiguren in China verbunden hatten, trifft uns heute mit Meldungen über nahezu unglaubliche Gräueltaten im Namen irgendwelcher Machtziele umso härter. Wir müssen uns immer mehr zurücknehmen, um nicht an den Märkten einfach emotional zu entscheiden. Im Wissen, dass diese Entscheidung nie wirklich vollständig objektiv gewichtet sein kann, weil man eben nicht Alles von Allen und dies vor Ort kennen kann. Somit reduziert man seine Gewichtung auf spezifische moralische Grundsätze, die kriegerische Handlungen durch besondere Regeln und Gesetzmäßigkeiten noch toleriert belassen. Denn in den letzten Jahren wurden hier so viele Grenzen überschritten, dass jedwede Verteidigung oder jeder Wunsch, wieder zurück ins Normale zu kommen, ad absurdum geführt wurde. Guidance war angebracht. Und dort sind auch die Kapitalmärkte angekommen, diese Umstände in ihre Erwartungen aufzunehmen.

Auf den Punkt gebracht: wenn plötzlich am Globus Präventivmaßnahmen bei Verteidigung massiv ansteigen. Wenn diesbezügliche Budgets aus dem Rahmen der vorherigen Planung gerissen werden oder auch Konjunkturbereiche extra von den veränderten Rahmenbedingungen getroffen werden, verliert man den Druck, auf Zinsen oder auch Inflation primär zu achten. Die Notenbanken stehen inmitten dieses emotionalen Feuers. Wollen sie wirklich um den einen oder anderen vermeintlichen Zehntelpunkt bei der Inflation konjunkturelle Tiefschläge provozieren, die nicht nur Unternehmen sondern jetzt ganze Staaten in ihren Budgets treffen? Würde so eine Zinspolitik nicht umgehend in Fassungslosigkeit und damit verbundenen Widerstand münden? Können sich Wirtschaftsräume, wie beispielsweise auch die EU, solche Versorgungslücken überhaupt leisten? Nur zur Erinnerung: Die durchschnittliche globale Staatsverschuldung hat 100% Anteil am GDP bereits locker überschritten.

Solche Gedanken sind sicher inzwischen an der Tagesordnung bei unseren Währungs- und ZinshüterInnen. Den Zinsgipfel zu vermuten ist für viele MarktteilnehmerInnen tägliche Übung. Derzeit wird es durch ebendiese schrecklichen Emotionen erleichtert. Man kommt sich dabei fast schon schäbig vor, einen Interpretationsvorteil am Rücken all dieses Leids erkennen zu können.

Ich glaube, dass wir gerade vor eine stärkeren Disruption stehen. Weniger in den gesamthaften Marktbewegungen. Da gibt es nicht viel zu erwarten. Staatsanleihen werden jetzt bevorzugt, bevor danach die Suche nach Corporate Bonds die Renditeoptimierung überlagert. Aktien werden als Lösungs-Bieter bei Inflation und regionalen Ressourcendivergenzen weiter bestehen. Aber die Disruption wird sich im Regulativ vertiefen, bei der Toleranz gegenüber Verteidigung, der Regeln zur Finanzierung privater Wohnungsausgaben, der Objektivierung gegenüber Staaten, die unseren moralischen Vorstellungen entgegenstehen, bei der Enttarnung heuchlerischer globaler Vereinbarungen. Dort wird mehr hinterfragt werden und dort sollte man das auch tun. Und das wird man auch an den Kapitalmärkten erkennen können. Zuerst an geografischen Investitionsströmen, danach bei Sektoren, am Ende bei Analysen und Bewertungen.

Jeder von uns, der sich beispielsweise dem Themenkomplex ESG positiv verbunden fühlt, möge in sich gehen, ob er oder sie nicht stärker in die Objektivierung dieser geopolitischen Vorgänge Aufmerksamkeit und Investmenttreue investieren sollte.

Ich bin gespannt, wer sich nächstes Jahr den Formel 1 Grand Prix von Katar ansehen wird. Falls es den noch geben „darf“.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.10.)



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

BörseGeschichte Podcast: Herbert Ortner vor 10 Jahren zum ATX-25er




 

Bildnachweis

1. mind the #gabb

Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Addiko Bank, Agrana, Rosgix, Österreichische Post, Warimpex, Flughafen Wien, AT&S, FACC, Frauenthal, Frequentis, Semperit, SW Umwelttechnik, UBM, CA Immo, Zumtobel, EuroTeleSites AG, Kapsch TrafficCom, Rosenbauer, Oberbank AG Stamm, BKS Bank Stamm, Josef Manner & Comp. AG, Marinomed Biotech, Amag, Polytec Group, Verbund, Airbus Group, Merck KGaA, Vonovia SE, Siemens Healthineers, Fresenius Medical Care.


Random Partner

Kapsch TrafficCom
Kapsch TrafficCom ist ein Anbieter von Intelligenten Verkehrssystemen in den Bereichen Mauteinhebung, Verkehrsmanagement, Smart Urban Mobility, Verkehrssicherheit sowie vernetzte Fahrzeuge und deckt mit durchgängigen Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette der Kunden aus einer Hand ab. Die Mobilitätslösungen von Kapsch TrafficCom helfen dabei, den Straßenverkehr in Städten und auf Autobahnen sicherer und effizienter zu machen.

>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    Oliver2509 zu Porr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 11-12: Kontron(1)
    Star der Stunde: Addiko Bank 2.42%, Rutsch der Stunde: VIG -2.21%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: Kontron(2), CPI Europe AG(1), FACC(1), SBO(1), VIG(1)
    BSN MA-Event GEA Group
    Star der Stunde: CA Immo 2.03%, Rutsch der Stunde: CPI Europe AG -1.54%
    BSN MA-Event Henkel
    BSN MA-Event Continental
    Star der Stunde: Pierer Mobility 2.1%, Rutsch der Stunde: UBM -1.18%

    Featured Partner Video

    Private Investor Relations Podcast #17: Mit Robert Gillinger und den Mitmachinfos zu unserem Finanzfilm-Award Golden Finance Cut

    Robert Gillinger vom Börse Express ist natürlich wieder unser 50:50-Partner beim 2. Österreichischen Aktientag (http://www.boersentag.at) am 1...

    Books josefchladek.com

    Anna Fabricius
    Home is where work is
    2024
    Self published

    Erich Einhorn
    Im Flug nach Moskau
    1959
    Artia

    Henrik Spohler
    Flatlands
    2023
    Hartmann Projects

    Dominique Lapierre, Jean-Pierre Pedrazzini, René Ramon
    So lebt man heute in Rußland
    1957
    Blüchert

    Mikio Tobara
    Document Miseinen (遠原 美喜男
    1980
    Seven Sha

    Eine stärkere Disruption steht bevor (Wolfgang Matejka) (Wolfgang Matejka)


    18.10.2023, 4129 Zeichen

    Sind Notenbanken moralisch beeinflussbar? Die halbe Welt diskutiert. Entsetzen vermischt sich mit Empörung. Der Wunsch nach Objektivierung prallt gegen vorgefasste Meinungen. Stammtisch gegen historische Aufarbeitung. Beide im Konflikt mit Moralvorstellungen. Der Nahe Osten ist im globalen Wohnzimmer gelandet. Moralischer Impetus inklusive.

    Die Angst, durch vielfach trainierte und vollzogene Diskussionen, am Ende dem Terrorismus die Daseinsberechtigung zu gewähren, ist um uns. Sie greift auch mehr und mehr in unsere Kapitalmärkte ein. Was wir vor Jahren mit dem Schicksal der Uiguren in China verbunden hatten, trifft uns heute mit Meldungen über nahezu unglaubliche Gräueltaten im Namen irgendwelcher Machtziele umso härter. Wir müssen uns immer mehr zurücknehmen, um nicht an den Märkten einfach emotional zu entscheiden. Im Wissen, dass diese Entscheidung nie wirklich vollständig objektiv gewichtet sein kann, weil man eben nicht Alles von Allen und dies vor Ort kennen kann. Somit reduziert man seine Gewichtung auf spezifische moralische Grundsätze, die kriegerische Handlungen durch besondere Regeln und Gesetzmäßigkeiten noch toleriert belassen. Denn in den letzten Jahren wurden hier so viele Grenzen überschritten, dass jedwede Verteidigung oder jeder Wunsch, wieder zurück ins Normale zu kommen, ad absurdum geführt wurde. Guidance war angebracht. Und dort sind auch die Kapitalmärkte angekommen, diese Umstände in ihre Erwartungen aufzunehmen.

    Auf den Punkt gebracht: wenn plötzlich am Globus Präventivmaßnahmen bei Verteidigung massiv ansteigen. Wenn diesbezügliche Budgets aus dem Rahmen der vorherigen Planung gerissen werden oder auch Konjunkturbereiche extra von den veränderten Rahmenbedingungen getroffen werden, verliert man den Druck, auf Zinsen oder auch Inflation primär zu achten. Die Notenbanken stehen inmitten dieses emotionalen Feuers. Wollen sie wirklich um den einen oder anderen vermeintlichen Zehntelpunkt bei der Inflation konjunkturelle Tiefschläge provozieren, die nicht nur Unternehmen sondern jetzt ganze Staaten in ihren Budgets treffen? Würde so eine Zinspolitik nicht umgehend in Fassungslosigkeit und damit verbundenen Widerstand münden? Können sich Wirtschaftsräume, wie beispielsweise auch die EU, solche Versorgungslücken überhaupt leisten? Nur zur Erinnerung: Die durchschnittliche globale Staatsverschuldung hat 100% Anteil am GDP bereits locker überschritten.

    Solche Gedanken sind sicher inzwischen an der Tagesordnung bei unseren Währungs- und ZinshüterInnen. Den Zinsgipfel zu vermuten ist für viele MarktteilnehmerInnen tägliche Übung. Derzeit wird es durch ebendiese schrecklichen Emotionen erleichtert. Man kommt sich dabei fast schon schäbig vor, einen Interpretationsvorteil am Rücken all dieses Leids erkennen zu können.

    Ich glaube, dass wir gerade vor eine stärkeren Disruption stehen. Weniger in den gesamthaften Marktbewegungen. Da gibt es nicht viel zu erwarten. Staatsanleihen werden jetzt bevorzugt, bevor danach die Suche nach Corporate Bonds die Renditeoptimierung überlagert. Aktien werden als Lösungs-Bieter bei Inflation und regionalen Ressourcendivergenzen weiter bestehen. Aber die Disruption wird sich im Regulativ vertiefen, bei der Toleranz gegenüber Verteidigung, der Regeln zur Finanzierung privater Wohnungsausgaben, der Objektivierung gegenüber Staaten, die unseren moralischen Vorstellungen entgegenstehen, bei der Enttarnung heuchlerischer globaler Vereinbarungen. Dort wird mehr hinterfragt werden und dort sollte man das auch tun. Und das wird man auch an den Kapitalmärkten erkennen können. Zuerst an geografischen Investitionsströmen, danach bei Sektoren, am Ende bei Analysen und Bewertungen.

    Jeder von uns, der sich beispielsweise dem Themenkomplex ESG positiv verbunden fühlt, möge in sich gehen, ob er oder sie nicht stärker in die Objektivierung dieser geopolitischen Vorgänge Aufmerksamkeit und Investmenttreue investieren sollte.

    Ich bin gespannt, wer sich nächstes Jahr den Formel 1 Grand Prix von Katar ansehen wird. Falls es den noch geben „darf“.

    (Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.10.)



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    BörseGeschichte Podcast: Herbert Ortner vor 10 Jahren zum ATX-25er




     

    Bildnachweis

    1. mind the #gabb

    Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Addiko Bank, Agrana, Rosgix, Österreichische Post, Warimpex, Flughafen Wien, AT&S, FACC, Frauenthal, Frequentis, Semperit, SW Umwelttechnik, UBM, CA Immo, Zumtobel, EuroTeleSites AG, Kapsch TrafficCom, Rosenbauer, Oberbank AG Stamm, BKS Bank Stamm, Josef Manner & Comp. AG, Marinomed Biotech, Amag, Polytec Group, Verbund, Airbus Group, Merck KGaA, Vonovia SE, Siemens Healthineers, Fresenius Medical Care.


    Random Partner

    Kapsch TrafficCom
    Kapsch TrafficCom ist ein Anbieter von Intelligenten Verkehrssystemen in den Bereichen Mauteinhebung, Verkehrsmanagement, Smart Urban Mobility, Verkehrssicherheit sowie vernetzte Fahrzeuge und deckt mit durchgängigen Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette der Kunden aus einer Hand ab. Die Mobilitätslösungen von Kapsch TrafficCom helfen dabei, den Straßenverkehr in Städten und auf Autobahnen sicherer und effizienter zu machen.

    >> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      Oliver2509 zu Porr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 11-12: Kontron(1)
      Star der Stunde: Addiko Bank 2.42%, Rutsch der Stunde: VIG -2.21%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: Kontron(2), CPI Europe AG(1), FACC(1), SBO(1), VIG(1)
      BSN MA-Event GEA Group
      Star der Stunde: CA Immo 2.03%, Rutsch der Stunde: CPI Europe AG -1.54%
      BSN MA-Event Henkel
      BSN MA-Event Continental
      Star der Stunde: Pierer Mobility 2.1%, Rutsch der Stunde: UBM -1.18%

      Featured Partner Video

      Private Investor Relations Podcast #17: Mit Robert Gillinger und den Mitmachinfos zu unserem Finanzfilm-Award Golden Finance Cut

      Robert Gillinger vom Börse Express ist natürlich wieder unser 50:50-Partner beim 2. Österreichischen Aktientag (http://www.boersentag.at) am 1...

      Books josefchladek.com

      Robert Frank
      Os Americanos (first Brazilian edition)
      2017
      Instituto Moreira Salles

      Tenmei Kanoh
      New York 1969
      2014
      Ishi Inc.

      Sasha & Cami Stone
      Femmes. Collection d'études photographiques du corps humain
      1933
      Arts et Métiers Graphiques

      Thonet
      Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
      1934
      Selbstverlag

      Adriano Zanni
      Estratti di giorni cupi
      2025
      Boring Machines