01.08.2023, 3002 Zeichen
Das Konzernergebnis der RBI liegt im Halbjahr bei 1.235 Mio. Euro und damit etwa auf dem Vorjahresniveau ohne Berücksichtigung des in der Vorjahresperiode realisierten Veräußerungsergebnisses der bulgarischen Konzerneinheiten (453 Mio. Euro). Die Abwertungen der Durchschnittskurse der ukrainischen Hryvna um 25 Prozent und des russischen Rubels um 5 Prozent hatten einen negativen Effekt auf das Konzernergebnis, so die Bank. Das Betriebsergebnis liegt bei 2661 Mio. Euro. Im 2. Quartal hat die Bank ihr Russlandgeschäft weiter reduziert. Russland trug im zweiten Quartal mit 35,1 Prozent zum Betriebsergebnis der RBI bei. Im ersten Quartal 2023 betrug der Beitrag noch 45,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal gingen die Betriebserträge in Russland um 270 Mio. Euro zurück. Die RBI wird den Angaben zufolge mögliche Transaktionen, die zu einem Verkauf oder einer Abspaltung der Raiffeisenbank Russland und ihrer Endkonsolidierung aus der RBI führen würden, weiterverfolgen.
Die Kernerträge, Zins- und Provisionsüberschuss, stiegen um 18 Prozent auf 4.446 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss verzeichnete einen Anstieg um 550 Mio. auf 2.749 Mio. Euro, vor allem bedingt durch höhere Zinssätze und ein hohes Kreditwachstum in zahlreichen Ländern des Konzerns. Der Anstieg des Zinsüberschusses in Russland um 83 Mio. Euro war vorwiegend auf niedrigere Zinssätze für Kundeneinlagen zurückzuführen. Der Anstieg des Provisionsüberschusses um 132 Mio. Euro war laut RBI vorwiegend von Russland ( 90 Mio. Euro) getragen, insbesondere durch gestiegene Transaktionen im Zahlungsverkehrs- und Wertpapiergeschäft aufgrund der geopolitischen Situation. Die deutlich unter dem Vorjahreswert (561 Mio. Euro) liegenden Risikokosten in Höhe von 259 Mio. Euro waren laut RBI weiterhin von der Region Osteuropa dominiert (273 Mio. Euro, davon entfielen auf Russland 188 Mio. Euro und die Ukraine 79 Mio. Euro). Belastend wirkten die um 322 Mio. Euro auf 424 Mio. Euro gestiegenen Aufwände für kreditbezogene, portfolio-basierte Rechtsstreitigkeiten und Annullierungen in Polen.
Unter Berücksichtigung des Periodenergebnisses aus dem ersten Halbjahr ergibt sich eine harte Kernkapitalquote von 15,9 Prozent, wobei die ursprünglich vorgeschlagene Dividende für 2022 abgezogen bleibt.
Im Ausblick gibt die RBI Werte ohne Russland und Belarus an, bzw. in Klammern inklusive an. Für das Gesamtjahr geht die RBI von einem Zinsüberschuss zwischen 3,8 und 4,0 Mrd. (inkl.: 5,3 und 5,4 Mrd.) aus und einem Provisionsüberschuss von 1,8 Mrd. (inkl.: zwischen 3,2 und 3,4 Mrd.). Zum Jahresende 2023 wird eine harte Kernkapitalquote von über 13,5 Prozent* (über 16 Prozent) erwartet. Die Neubildungsquote – vor Berücksichtigung von Overlays – dürfte rund 45 Basispunkte (bis zu 60 Basispunkte) betragen. Der Konzern-Return-on-Equity dürfte 2023 voraussichtlich bei rund 10 Prozent (rund 17 Prozent) liegen. Jegliche Entscheidung über eine Dividendenausschüttung wird von der Kapitalposition des Konzerns ohne Russland abhängen, so die Bank.
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