15.04.2022, 4086 Zeichen
Aus dem wöchentlichen Marktausblick von Raiffeisen Research: Die internationalen Aktienmärkte standen zuletzt weiter im Banne der politischen Nachrichtenlage. Einerseits wurde die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl zur Kenntnis genommen, wo Präsident Macron mit einem moderaten Abstand die Herausforderin Le Pen auf den zweiten Platz verweisen konnte. Für die Stichwahl am 24. April geht der Amtsinhaber somit als klarer Favorit ins Rennen, vor dem Hintergrund der aktuellen Umfragedaten ist aber auch ein Kopf-an-Kopf-Rennen nicht auszuschließen. Ein Sieg von Le Pen wird vom Markt dennoch als unwahrscheinlich erachtet und würde demnach durchaus für gröbere Turbulenzen an den europäischen Aktienmärkten sorgen.
Im Hinblick auf den Ukraine-Krieg verdichten sich die Hinweise auf russische Kriegsverbrechen, was Fortschritte in den Waffenstillstands-/Friedensverhandlungen verständlicherweise deutlich schwieriger werden lässt. Viel wird nun davon abhängen, wie die bevorstehenden Kämpfe im Donbass ausgehen, da dies die jeweilige Verhandlungsposition der Kriegsparteien wesentlich beeinflussen wird. Insofern ist auch in den nächsten Wochen noch mit tendenziell negativen Nachrichten vom Faktor Geopolitik für die Aktienmärkte zu rechnen. Dennoch könnte sich in Richtung Jahresmitte dann eine Art "kalter Konflikt/Waffenstillstand" ergeben. An den Aktienmärkten würde bei so einer Konstellation dann zusehends wieder etwas an "Risikoprämie" ausgepreist werden, da somit der Konflikt regional bleiben und keine Ausweitung auf NATO-Staaten drohen würde und auch im Hinblick auf Energiesanktionen immer klarer wird, dass das für einige EU-Länder sehr wichtige russische Gas nicht abrupt nicht mehr fließt.
Vor dem Lichte der krisenbedingten Rohstoffturbulenzen und der weiter angefachten Lieferkettenprobleme aufgrund der erneuten Lockdowns in China stehen wir zudem vor einer äußerst spannenden Q1-Berichtssaison. Hier machen traditionell die US-Finanztitel den Auftakt. Die Gewinne von JPMorgan Chase, Wells Fargo und Goldman Sachs fielen deutlich geringer aus als im Vorjahr. Generell war aber aufgrund der im letzten Jahr hohen Dealaktivität (M&A und IPOs) und der starken Handelsergebnisse für die großen sechs US-Banken ein Rückgang bei den Nettogewinnen von 35 % erwartet worden. Das heute verkündete Übernahmeangebot von Elon Musk für den Kurznachrichtendienst Twitter in der Höhe von USD 43 Mrd. zeigt zudem, dass all die schlechten Nachrichten von zuletzt das Marktumfeld nicht gänzlich beschädigt haben. Den US-Unternehmen trauen wir in der Berichtssaison durchaus zu wieder mehrheitlich die Erwartungen zu schlagen, zumal die USA Nettoexporteur von Energie sind und das Exposure in die Krisenregion sehr gering ausfällt.
Deutlich anders sieht die Lage aber in Europa aus. An den Unternehmens-Stimmungsumfragen ist eine deutliche Verschlechterung abzulesen. Dies ging historisch mit einer Gewinnmargenverschlechterung einher. Das sollte auch diesmal der Fall sein und folglich erwarten wir hier zahlreiche negative Überraschungen. Im Zuge dessen sollten auch die Gewinnwachstumsschätzungen für 2022 für den DAX 40 und den Euro STOXX 50 (aktuell bei 5,0 % & 10,8 %) ins Negative drehen bzw. dahinschmelzen. Im Zuge dieses Anpassungsprozess sollten sich die europäischen Benchmarkindizes in den nächsten Wochen noch belastet zeigen.
In Blickrichtung zweite Jahreshälfte erwarten wir dann aber eine Aufhellung des Sentiments und eine moderate Erholungsbewegung an den globalen Aktienmärkten. Hintergrund für unsere nunmehr optimistischere Sichtweise ist, dass sich unserer Einschätzung nach die Risiken für kriegerische und wirtschaftliche Extremszenarien aus dem Ukraine-Krieg verringert haben. Zudem bieten die Rentenmärkte angesichts der geldpolitischen Straffung (noch) keine Alternative. US- und Emerging Markets-Indizes bevorzugen wir aus den genannten Gründen gegenüber ihren europäischen Pendants. Die Anlageempfehlungen haben wir folglich auf "Kauf" und "Halten" angehoben. ("Halten" für ATX, DAX Eurostoxx 50, "Buy" für Dow Jones, S&P 500, Nasdaq 100, HSCE).
Wiener Börse Party #1138: ATX korrigiert, das gilt nicht für die AT&S, Verbund-Position aufgestockt
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