11.03.2022, 4059 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Wieder nach unten ging es gestern für den heimischen Markt, der ATX konnte nicht an die deutliche Steigerung vom Vortag anknüpfen und musste wieder um 2,0% nachgeben. Mit im Fokus des Anlegerinteresses stand gestern die Sitzung der EZB, die Währungshüter wollen die milliardenschweren Ankäufe jetzt früher zurückfahren als erwartet und nach Beendigung dieser Käufe dann mit Zinserhöhungen beginnen, dafür wurde als ungefährer Zeitrahmen das Ende des dritten Quartals 2022 genannt, das heisst, dass es heuer noch zu den ersten Zinsschritten kommen könnte. Angesichts der wirtschaftlichen Belastung durch die steigenden Rohstoffpreise und die Folgen des Ukraine-Konflikts war ja unterschwellig bei vielen die Hoffnung aufgekommen, dass die EZB noch deutlich länger mit einer Änderung der Geldpolitik zuwarten könnte. Bei den Einzeltiteln stand in Wien unter anderem eine Ergebnisvorlage im Mittelpunkt, Lenzing konnte trotz der Kostenanstiege bei Energie, Rohstoffen und Logistik das Ergebnis im abgelaufenen Jahr deutlich verbessern, der Jahresüberschuss betrug 127,7 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 10,6 Millionen Euro im Jahr davor, dennoch musste der Faserhersteller mit einem Minus von 2,6% aus dem Handel gehen. Die Banken mussten einen guten Teil der Erholung vom Vortag wieder hergeben, die Erste Group schloss mit einem Rückgang von 5,7%, für die Raiffeisen Bank International ging es um 4,9% nach unten, die Bawag konnte sich da deutlich besser halten und einen kleinen Zugewinn von 0,6% erzielen und noch deutlich besser lief es für die Addiko Bank, die einen Anstieg von 3,1% erzielen konnte. Auch für Warimpex ging es nach der Erholung des Vortages wieder kräftig nach unten, das Immobilienunternehmen war mit einem Minus von 7,1% schwächster Wert des gestrigen Handels. Zulegen konnte hingegen UBM Development, für diesen Immobilienentwickler ging es um 3,9% nach oben, auch Rosenbauer war gut nachgefragt, der Feuerwehrausrüster konnte um 3,5% vorrücken. Ebenfalls einen guten Tag hatte Kapsch TrafficCom, der Mautsystemanbieter konnte sich um 1,7% verbessern, und die Österreichische Post erzielte im Vorfeld der heutigen Ergebnispräsentation einen leichten Anstieg von 1,4%.
Österreichische Post
Die Österreichische Post präsentierte heute ihre Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2021, die in etwa den Erwartungen entsprachen. Der Konzernumsatz erhöhte sich 2021 um 14,9% auf €2,52 Mrd., wobei 5,7% auf organisches Wachstum zurückzuführen war und der weitere Teil auf die Vollkonsolidierung der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo. Nach den starken pandemiebedingten Impulsen im Paketgeschäft in den ersten drei Quartalen war im vierten Quartal eine Konsolidierung zu verzeichnen. Der Paketumsatz erhöhte sich im vierten Quartal 2021 lediglich um 0,9% gegenüber der Vorjahresperiode. Die divisionale Umsatzverteilung des Konzerns hat sich 2021 wesentlich gewandelt: Mit 49,0% hat die Division Paket & Logistik mittlerweile den größten Anteil am Konzernumsatz der Österreichischen Post, gefolgt von der Division Brief & Werbepost mit 48,1% und der Division Filiale & Bank mit 2,9%. Auch die Ergebnissituation spiegelt die verbesserte Umsatzlage wider. Das EBITDA erhöhte sich auf €370,4 Mio. (+22,3%) und das EBIT um 27,5% auf €204,7 Mio. Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag in der Berichtsperiode bei €158,4 Mio. nach €115,3 Mio. Auf Basis dieser guten Ergebnissituation wird der Hauptversammlung am 21. April 2022 wieder eine attraktive Dividende in Höhe von €1,90/Aktie vorgeschlagen. Trotz des sich abzeichnenden negativen Umfelds (Entfall positiver pandemiebedingter Einmaleffekte, Verzögerungen in der globalen Wertschöpfungskette, Druck auf die türkische Lira, Ukraine Krieg) peilt die Österreichische Post einen möglichst stabilen Umsatz an und ein Konzernergebnis (EBIT), das wieder nahe an das Niveau des Vorjahres heranreicht
GJ 2021: Umsatzerlöse: €2.519,6 Mio. (2.536e); EBITDA: €370,4 Mio. (371,3e); EBIT: €204,7 Mio. (207,8e); Periodenergebnis: €158,4 Mio. (157,8e)
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