28.02.2022, 5751 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Eine deutliche Erholung gab es am Freitag auch für den heimischen Markt, der ATX konnte sich um 4,1% verbessern und so sein Wochenminus noch auf 7,6% reduzieren. Eine kräftige Erholung gab es bei den Bankentiteln, allen voran die Erste Group, die einen Zuwachs von 9,1% erzielen konnte, für die Raiffeisen Bank International ging es um 4,6% nach oben, die Bawag konnte 5,3% zulegen und die Addiko Bank ging mit einem Aufschlag von 0,4% aus dem Handel. Wienerberger plant den Verkauf der französischen Kunststoffrohraktivitäten an die Tessenderlo Group, über die weiteren Bedingungen wurde Stillschweigen vereinbart, der Ziegelhersteller konnte den Handel zum Wochenausklang mit einem Plus von 6,4% beenden und sich somit von den deutlichen Verlusten am Donnerstag teilweise erholen. Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer führt mit einem Miteigentümer der amerikanischen Beteiligung Rosenbauer America LLC Gespräche über den Erwerb von dessen Anteilen, im Jahr 2020 erzielte die Rosenbauer America LLC rund 25 Prozent des Konzernumsatzes, der Feuerwehrausrüster konnte einen Zuwachs von 4,3% erzielen. Die Erste Group reduzierte in einer Reaktion auf die Zahlenvorlage von Palfinger das Kursziel von 40,0 Euro auf 35,0 Euro, bestätigte aber gleichzeitig die Kaufempfehlung, Hauck & Aufhäuser nahm das Kursziel ebenfalls von 38,50 Euro auf 35,5 Euro zurück, hier wurde aber die Einschätzung von „Halten“ auf „Kaufen“ erhöht, der Kranhersteller konnte ein Plus von 2,6% erzielen.
Unter all den im prime market gelisteten Titeln endete am Freitag nur ein einziger mit Abgaben, das war Amag, für den Aluminiumkonzern ging es um 1,5% nach unten. Zweitschwächster Titel des Handels war der Flughafen Wien, der prozentuell unverändert aus dem Handel ging. Neben der Erste Group, die der stärkste Titel des Tages war, war auch Do & Co sehr gefragt, das Cateringunternehmen konnte um 7,6% vorrücken, auch UBM Development hatte einen guten Tag, der Immobilienentwickler erzielte eine Verbesserung von 7,5%. Gesucht waren auch Lenzing, für den Faserhersteller ging es um 5,8% nach oben, und voestalpine, der Stahlkonzern durfte sich über einen Anstieg von 5,6% freuen. Heute wird die Erste Group ihr Ergebnis vorlegen, morgen folgt dann die Bawag, am Mittwoch der Flughafen Wien und am Donnerstag die Raiffeisen Bank International.
Erste Group: Unternehmensnachrichten
Erste Group
Der Zinsüberschuss stieg insbesondere aufgrund von Zinserhöhungen in Tschechien und in Ungarn, starkem Kreditwachstum in allen Märkten sowie einem positiven bilanziellen Einmaleffekt im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von TLTRO III in Österreich und in der Slowakei auf €4.975,7 Mio. (+4,2%; €4.774,8 Mio.). Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf €2.303,7 Mio. (+16,5%; €1.976,8 Mio.) unterstützt durch die kräftige Wirtschaftserholung und steigende Aktienmärkte. Anstiege gab es in allen wesentlichen Provisionskategorien und Kernmärkten – insbesondere in Österreich, signifikante Zuwächse wurden vor allem bei den Zahlungsverkehrsdienstleistungen sowie in der Vermögensverwaltung erzielt. Die Betriebserträge stiegen auf €7.742,0 Mio. (+8,2%; €7.155,1 Mio.). Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich auf €4.306,5 Mio. (+2,0%; €4.220,5 Mio.); die Personalaufwendungen stiegen auf €2.578,1 Mio. (+2,3%; €2.520,7 Mio.). Damit stieg das Betriebsergebnis deutlich auf €3.435,5 Mio. (+17,1%; €2.934,6 Mio.), die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich signifikant auf 55,6% (59,0%). Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten belief sich aufgrund von Nettodotierungen auf €-158,8 Mio. bzw. auf 9 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands (€-1.294,8 Mio. bzw. 78 Basispunkte). Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich mit 2,4% (2,7%) auf den historischen Bestwert. Die NPL-Deckungsquote (ohne Sicherheiten) stieg auf 90,9% (88,6%). Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis stieg dank des starken Betriebsergebnisses und der niedrigen Risikokosten auf €1.923,4 Mio. (€783,1 Mio.). Die Harte Kernkapitalquote (CET1, final) stieg auf 14,5% (14,2%). Der Vorstand der Erste Group wird der Hauptversammlung im Jahr 2022 daher vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von €1,60/Aktie auszuschütten. Für 2022 hat sich die Erste Group das Ziel einer erneut zweistelligen Eigenkapitalverzinsung (ROTE) gesetzt. Das Unternehmen erwartet ein Nettokreditwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Diese Entwicklung, unterstützt durch Zinserhöhungen, sollte – trotz negativer Leitzinsen in der Eurozone – zu einer Steigerung des Zinsüberschusses zumindest im mittleren einstelligen Bereich führen. Bei der zweiten wichtigen Einnahmenkomponente – dem Provisionsüberschuss – wird nach der außerordentlichen Entwicklung 2021 ein Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich erwartet. Insgesamt sollten sich die Betriebserträge 2022 verbessern. Bei den Betriebsausgaben wird ein schwächerer Anstieg als bei den Betriebserträgen erwartet, womit die Kosten-Ertrags-Relation bereits 2022 – und damit deutlich früher als geplant (2024) – unter 55% sinken wird. Angesichts der guten Konjunkturaussichten sollten die Risikokosten 2022 auf niedrigem Niveau bleiben. Zwar sind genaue Prognosen angesichts der gegenwärtig niedrigen Risikokostenniveaus schwierig, doch geht die Erste Group davon aus, dass sich die Risikokosten 2022 auf unter 20 Basispunkte der durchschnittlichen Bruttokundenkredite belaufen werden. Die NPL-Quote sollte unter 3,0% liegen.
Vorl. GJ 2021: Betriebserträge: €7.742,0 Mio. (7.703e); Betriebsergebnis: €3.435,5 Mio. (3.405e); Ergebnis vor Steuern: €2.933,4 Mio. (2.915e); Periodenergebnis (nach Minderheiten): €1.923,4 Mio. (1.858e)
Börsepeople im Podcast S25/14: Andrea Maier
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