29.01.2022, 3157 Zeichen
Aus dem Equity Weekly der Erste Group: Der globale Aktienmarktindex fiel in der letzten Woche in EUR um -2,5%. Der Stoxx 600 gab um -2,7% nach. Der S&P 500 verlor in EUR -1,9%. Eine ausgeprägte relative Schwäche wies der Nikkei 225 auf. Er verlor in EUR -5,2%. Der globale Schwellenländerindex notierte in EUR um -3,5% tiefer.
Der globale Aktienmarktindex hat seit Jahresbeginn in EUR -7,8% verloren. Noch zum Jahresbeginn hatte er Allzeithoch erreicht. Daraufhin setzte die aktuelle Korrektur ein. Die außergewöhnlich hohen Performances des letzten Jahres waren vor allem durch die hohen Zuwachsraten der globalen Unternehmensgewinne begründet.
Für dieses Jahr wird für den globalen Aktienmarkt abermals ein positives Umsatz- und Gewinnwachstum erwartet. Die Wachstumsraten werden allerdings geringer ausfallen als im letzten Jahr. Das Umsatzwachstum sollte 2022 +5,9% betragen und das Gewinnwachstum +5,7%. Positiv zu werten ist, dass sich der Trend der Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2022 in den letzten Wochen verbessert hat.
Aufgrund des langsameren Wachstums der Unternehmensgewinne erwarten wir heuer geringere Steigerungen der Aktienindizes als im Vorjahr. Die Volatilität wird voraussichtlich höher ausfallen als im letzten Jahr.
Durch die jüngste Korrektur am Aktienmarkt ist auch das Bewertungs-Niveau stark zurückgegangen. Dies trifft sowohl für die USA als auch für Europa zu. Europäische Aktien sind demnach gemäß dem geschätzten KGV niedriger bewertet als im historischen Durchschnitt. US-Aktien sind nach dem KGV höher bewertet als im Mittelwert der Historie. Allerdings sind das Wachstum und die Profitabilität US-amerikanischer Aktien auch über dem historischen Durchschnitt.
In den USA müssen Unternehmen Rückkäufe eigener Aktien im Zeitraum Ende des letzten Quartales bis kurz nach der Berichterstattung ihrer jüngsten Ergebnisse aussetzen. Aktienrückkäufe sind in den USA allerdings die wichtigste Komponente der Nachfrage nach Aktien. Bei zahlreichen großen Technologie-Aktien werden jährlich hohe Milliardenbeträge für Aktienrückkäufe verwendet. Insofern ist die aktuelle Korrektur, ausgelöst von geopoliti- schen Unsicherheiten und der Ankündigung rascherer Zinsanhebungen in den USA, vor allem eine Folge von Gewinnmitnahmen bei einem Allzeithoch bei gleichzeitigem Wegfall der wichtigsten Nachfragekomponente nach Ak- tien.
Die Berichterstattung der Technologieunternehmen hat am 25.1. mit den Ergebnissen von Microsoft begonnen, am 26.1. berichtete Intel und am 28.1. Apple bzw. Alphabet am 2. Februar. Da die Aktienkurse dieser Unternehmen jetzt niedriger sind als noch vor drei Wochen ist es wahrscheinlich, dass die Aktienrückkäufe rasch beginnen werden. Die jüngste Korrektur sollte demnach bald beendet sein.
Ausblick. Die Berichtssaison ist auch in der nächsten Woche voll im Gang. Am 1.2. berichten Exxon Mobil, Gilead Sciences und Starbucks. Die Technologiewerte Alphabet und Meta Platforms folgen am 2.2. Am Donnerstag folgen Amazon.com und zahlreiche Pharmafirmen. Wir erwarten, dass die Ergebnisse mehrheitlich gut ausfallen werden. Der globale Aktienmarktindex sollte im Wochenverlauf wieder einen Aufwärtstrend einschlagen.
Wiener Börse Party #1132: ATX etwas fester, Addiko Prediction stimmte; Frequentis, Telekom und Polytec gesucht
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