11.11.2021, 5899 Zeichen
Für den heimischen Markt lief es am Mittwoch weniger gut, die stärker als erwartet angezogene Inflation in den USA liess den ATX um 0,6% nach unten sinken. Impulse gab es gestern von der laufenden Berichtssaison, voestalpine konnte trotz Coronakrise und Lieferkettenproblemen im Automotive-Bereich Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr massiv ausbauen, das war aber in etwa so erwartet worden, dadurch musste der Stahlkonzern gestern deutliche 4,7% nachgeben. FACC, das ja am Vortag eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte, legte gestern die Ergebnisse vor, der Luftfahrtzulieferer konnte im dritten Quartal den Umsatz um 16 Prozent steigern und ein knapp positives Betriebsergebnis erzielen, nach den deutlichen Abgaben am Dienstag konnte sich die Aktie gestern wieder erholen und sich mit einem Plus von 6,0% an die Spitze der Kursübersicht setzen. Gemischt war die Entwicklung bei den Bankentiteln, die Bawag konnte leicht um 0,2% zulegen, die Erste Group verzeichnete ein klares Minus und endete mit einem Abschlag von 1,8%, nach oben ging es für die Raiffeisen Bank International, die einen 0,6% höheren Schlusskurs erzielen konnte und die Addiko Bank endete exakt auf demselben Niveau wie am Vortag.
Unterschiedlich verlief der Handel auch für die Öltitel, während die OMV einen Zuwachs von 0,9% erzielen konnte, gab es für Schoeller-Bleckmann einen kleinen Rückgang von 0,1%. Positiv verlief der Tag für die Versicherer, bei uniqa gab es einen Anstieg von 0,2%, die Vienna Insurance konnte 0,8% fester schliessen. Schwächster Titel des gestrigen Handels nach voestalpine war der Flughafen Wien, der um 3,0% nachgeben musste, auch Semperit wurde verkauft, für den Gummikonzern ging es um 1,7% nach unten. Einen schwachen Tag hatte auch Do & Co, für das Cateringunternehmen ging es um 1,6% nach unten. Kapsch TrafficCom legte nach den deutlichen Zuwächsen in letzter Zeit gestern eine Ruhepause ein, der Mautsystemanbieter musste um 1,5% nachgeben. Gut nachgefragt war Frequentis, der Softwarekonzern konnte die Aufwärtsbewegung der letzten Tage fortsetzen und gestern mit einer 3,7% höheren Notierung aus dem Handel gehen, auch Zumtobel wurde gekauft, für den Leuchtenhersteller endete der Handel mit einem Aufschlag von 1,4%.
Unternehmensnachrichten
Österreichische Post
Die Österreichische Post präsentierte heute ihre Ergebnisse zum Q3/21, die auf operativer Ebene leicht über den Analystenschätzungen lagen. Nach hohen Steigerungsraten im Vorquartal erreichte das dritte Quartal 2021 einen Umsatzanstieg um 10,5% bzw. 2,4% exklusive der Tochtergesellschaft Aras Kargo. Dabei blieben die Basistrends im laufenden Geschäft unverändert: die Mengenrückgänge bei klassischen Briefen halten weiter an, das Werbegeschäft bleibt volatil und leicht rückläufig, während die Paketvolumen in den letzten Quartalen weiterhin Zuwächse verzeichneten. Im dritten Quartal lag der Umsatzanteil der Division Brief & Werbepost bei 50,0% und jener der Division Paket & Logistik bei 48,7% (Division Filiale und Bank: 2,6%). Auch im Ergebnis des Q3/21 spiegelte sich die verbesserte Umsatzentwicklung wider. Das EBITDA erhöhte sich vor dem Hintergrund einer von COVID-19 beeinträchtigten Entwicklung des Vorjahres und der Expansion im Paketgeschäft um 21,1% auf €81,9 Mio., das EBIT um 22,4% auf €40,6 Mio. Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag im dritten Quartal bei €26,3 Mio. nach €25,4 Mio. im Jahr zuvor. Trotz einer daraus möglichen gedämpften Entwicklung im Online-Handel könnten auch im vierten Quartal die Rekordumsätze des Vorjahres wieder erreicht werden. Daher bleibt die Prognose eines Umsatzanstiegs für 2021 von etwa 15% aufrecht. Auf Basis der vorliegenden Zahlen und der aktuellen Umsatzprognose ist für das Geschäftsjahr 2021 eine Ergebnisverbesserung von etwa 25% zu erwarten (Basis EBIT 2020: €161 Mio.).
Q3/21: Umsatzerlöse: €570,1 Mio. (565,5e); EBITDA: €81,9 Mio. (74,2e); EBIT: €40,6 Mio. (37,1e); Periodenergebnis: €26,3 Mio. (27,8e)
Polytec
Der heimische Automobilzulieferer Polytec hat heute seine Ergebnisse zum Q3/21 präsentiert, die in etwa den Erwartungen entsprachen. Der Konzernumsatz ging im Q3/21 um 9,5% auf €124,1 Mio. zurück. Im dritten Quartal 2021 intensivierten sich die Disruptionen der Produktion in der internationalen Automobilindustrie, die auf die Verknappung von Rohstoffen, insbesondere Elektronikchips zurückzuführen waren. Die negativen Auswirkungen durch Beeinträchtigungen der Lieferketten und der internationalen Logistikkapazitäten sowie die sich fortsetzende Coronapandemie belasten den globalen Aufschwung in der Automobilbranche. Diese und andere Ursachen führten zu deutlich reduzierten Abrufmengen und wiederholten, extrem kurzfristigen Abrufstornierungen der Automobilkunden, die in den Monaten Juli bis September 2021 wesentliche Umsatzeinbußen und deutliche Mehrkosten in der Polytec Group bewirkten. Das EBITDA ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 59,6% auf €4 Mio. zurück. Die turbulenten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten haben insbesondere ab dem zweiten Quartal die Ergebnislage spürbar belastet. Zudem haben die deutlich reduzierten Abrufmengen und wiederholte, extrem kurzfristige Abrufstornierungen unserer Automobilkunden sowie die erhöhten Kosten aufgrund der hierdurch erheblich erschwerten Kostenanpassungsmaßnahmen, das Ergebnis belastet. Das EBIT des Konzerns betrug im Q3/21 €-3,2 Mio. (Vj.: €0,9 Mio.), das Konzernergebnis lag bei €-3,2 Mio. (Vj.: €-1,5 Mio.). Die erheblichen Unwägbarkeiten im Hinblick auf den derzeitigen und zukünftigen Geschäftsverlauf erlauben keine fundierte Einschätzung zur Umsatz- und Ergebniserwartung. Jedoch geht das Management der Polytec Group nach wie vor von einem deutlich positiven EBIT (operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Geschäftsjahr 2021 aus.
Q3/21: Umsatz: €124,1 Mio. (125,5e), EBITDA: €4,0 Mio. (3,4e), EBIT: €-3,2 Mio. (-3,7e), Konzernergebnis: €-3,2 Mio. (Vj. -1,5)
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