22.10.2021, 3574 Zeichen
Einen deutlichen Dämpfer gab es gestern für den heimischen Markt, der ATX handelte während des gesamten Tages im negativen Bereich, ein kurzfristiger Erholungsversuch am Nachmittag war nicht von Erfolg gekrönt und das heimische Börsenbarometer musste 1,1% tiefer aus dem Handel gehen. Die schwache Stimmung in Europa belastete auch die Kauflust der Investoren in Wien, es gab darüber hinaus keine merklichen Impulse von der Konjunkturseite, auch die Nachrichtenlage zu den heimischen Unternehmen war wieder einmal sehr mager. Einen deutlichen Rückschlag erlitten die Ölwerte, die OMV erwischte es dieses Mal stärker, der Mineralölkonzern musste 2,9% abgeben, Schoeller-Bleckmann konnte sich da vergleichsweise besser halten, erlitt aber dennoch ein Minus von 1,5%. Unter Verkaufsdruck standen auch die Versicherer, die Vienna Insurance musste 3,2% nachgeben, uniqa verbilligte sich um 2,4%. Die Deutsche Bank senkte das Kursziel für voestalpine geringfügig von 41,0 Euro auf 40,0 Euro, liess aber die Anlageempfehlung „Hold“ unverändert, für den Stahlkonzern ging es um 2,0% nach unten. Andritz konnte ein kleines Plus von 0,2% erzielen, der Anlagenhersteller hat in den USA einen knapp 75 Millionen schweren Auftrag an Land gezogen, wie gestern mitgeteilt wurde, zudem bestätigte die Baader Bank sowohl die Kaufempfehlung als auch das Kursziel von 57,0 Euro. Strabag musste um 2,1% nachgeben, wegen der Teilnahme an dem vor einigen Jahren in Österreich aufgeflogenen Baukartell hatte das Kartellgericht die Geldbuße gegen den Strabag-Baukonzern von mehr als 45 Millionen Euro am Donnerstag bestätigt. Die Banken hatten wieder einen gemischten Tag, für die Bawag brachte der Handel eine Verbesserung von 1,1%, die Erste Group musste um 0,6% tiefer schliessen, die Raiffeisen International erlitt einen Rückgang von 0,7% und die Addiko Bank endete prozentuell unverändert zum Vortag. Stärkster Titel des gestrigen Handelstages war Zumtobel, für den Leuchtenhersteller ging es um 1,6% nach oben, auch AT & S konnte sich erholen, der Leiterplattenhersteller konnte um 1,1% befestigt schliessen. Gleichfalls zu den Gewinnern zählten EVN und Marinomed, der Versorger und das Biotechnologieunternehmen konnten jeweils um 1,0% vorrücken. Mit Amag, UBM Development, der Österreichischen Post und wie schon erwähnt der Addiko Bank endeten gleich vier Titel ohne Veränderung zum Vortag.
Unternehmensnachrichten
Erste Group
Bei der Erste Group Bank kommt es zu einer spürbaren Veränderung der Aktionärsstruktur. Das spanische Geldhaus Caixa will seine Beteiligung im Ausmaß von 9,9% abstoßen. Über den beabsichtigten Verkauf sie die Erste Stiftung in ihrer Funktion als Syndikatsführerin informiert worden, teilte diese Donnerstagabend in einer Aussendung mit. Ein Zeitpunkt für den Verkauf sei seitens CaixaBank nicht genannt worden. Dieser hänge von den Marktkonditionen ab.
Strabag
Wie erwartet, hat das österreichische Kartellgericht heute, Donnerstag, ein Bußgeld in Höhe von €45,37 Mio. gegen zwei STRABAG-Konzerngesellschaften verhängt. Damit bestätigte sie die von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) beantragte Höhe.
Im Juli 2021 hatte die STRABAG SE bekannt gegeben, dass die Konzerngesellschaften STRABAG AG und F. Lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG im gegen sie anhängigen Kartellverfahren ein Anerkenntnis im Rahmen eines Settlements abgegeben und die BWB daraufhin einen Bußgeldantrag beim Kartellgericht gestellt habe. Das Anerkenntnis und die vollumfängliche Kooperation mit der BWB wirkten sich entsprechend positiv auf die Höhe des beantragten Bußgelds aus.
Börsepeople im Podcast S25/06: Bernhard Haas
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