Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.








Magazine aktuell


#gabb aktuell



18.03.2021

Mit einem Friendly Takeover darf ich Sie bei der Ausgabe 800 des #gabb willkommen heissen!

„Mehr Licht“, die angeblich letzten Worte des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe, sind auch am Kapitalmarkt zum Klassiker avanciert. Transparenz ist die Maßgabe für Unternehmen, die das Vertrauen der Investoren erhalten und dafür mit einer angemessenen Bewertung belohnt werden wollen. Aber auch aus anderer Blickrichtung hat Transparenz für Emittenten einen hohen Wert: Sie wollen wissen, wer ihre Aktionäre sind. Damit sie diese nun auch jederzeit erkennen können, hat die „Aktionärsrechterichtlinie II“ (SRD II) der Europäischen Union die Weichen gestellt. Sie nimmt die Depotbanken in die Pflicht, Emittenten auf Anfrage Informationen zur Identität der Aktionäre zu übermitteln. Waren solche Daten bislang nur sehr mühsam und verbunden mit hohen Kosten zu ermitteln, müssen die Depotbanken nun quasi auf Knopfdruck – ergo SWIFT-Mitteilung – innerhalb vorgegebener Fristen und in den vorgegebenem Formaten elektronisch u.a. Angaben zu Name und Anschrift des Aktionärs sowie die Anzahl der gehaltenen Aktien zum angefragten Stichtag übermitteln. Die österreichische Bundesregierung und die OeKB CSD als unabhängige Wertpapiersammelbank waren in der rechtlichen und praktischen Umsetzung der EU-Richtlinie in Europa an vorderster Stelle zu finden. In Sachen Identifikation und Ansprache von Aktionären und den damit verbundenen Chancen für eine aktive Investor Relations-Arbeit ist der Finanzplatz Wien seinen Nachbarn in dieser Hinsicht mehr als eine Nasenlänge voraus.

Allerdings gibt es auch einen Schönheitsfehler. Die EU-Richtlinie lässt für die nationalen Umsetzungen der SRD II den nationalen Gesetzgebern den Spielraum, eine Meldeschwelle von bis zu 0,5% der Anteile zuzulassen. Davon haben nur vier von 24 EWR-Ländern, welche die Richtlinie bislang in nationales Recht umgesetzt haben, Gebrauch gemacht – u.a. Österreich. Motivation für das Einführen der Meldeschwelle war wohl die Absicht, die Depotbanken von allzu kleinteiligen und vermeintlich weniger relevanten Kleinaktionärsdatenerhebung zu entlasten. Es kann aber auch dazu führen, dass größere Aktionäre, die ihre Anteile auf verschiedene Depots verteilen, ggf. nicht (richtig) erfasst werden. Eine unnötige Lücke: Da die Prozesse allesamt digitalisiert ablaufen, ist das Argument des erhöhten Aufwands hinfällig. Ob eine oder eine Million Anteile, der Aufwand der Datenerhebung und Übermittlung ist der gleiche. Der Gesetzgeber wäre daher gut beraten, diese Regelung nachzubessern und der überwältigenden Mehrheit der EU-Staaten zu folgen, damit österreichische Emittenten im Wettbewerb um den Zugang zu Eigenkapital die optimalen Ausgangsvoraussetzungen haben.

Ihr
Götz Dickert, Geschäftsführer Captrace GmbH

(Der Input von Götz Dickert für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.03.)




 

Bildnachweis

1. Götz Dickert, Captrace

Aktien auf dem Radar:Frequentis, Zumtobel, Uniqa, Marinomed Biotech, FACC, Lenzing, AT&S, Porr, Mayr-Melnhof, Andritz, RBI, AMS, OMV, SBO, Polytec Group, ATX, ATX Prime, ATX TR, Wolford, Rosenbauer, RHI Magnesita, SW Umwelttechnik, Oberbank AG Stamm, Addiko Bank, CA Immo, Kapsch TrafficCom, Wienerberger, Warimpex.


Random Partner

Matejka & Partner
Die Matejka & Partner Asset Management GmbH ist eine auf Vermögensverwaltung konzentrierte Wertpapierfirma. Im Vordergrund der Dienstleistungen stehen maßgeschneiderte Konzepte und individuelle Lösungen. Für die Gesellschaft ist es geübte Praxis, neue Herausforderungen des Marktes frühzeitig zu erkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln.

>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
AT0000A2C0L7
AT0000A2H9E8
AT0000A2Q1R6
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    #gabb #815

    Featured Partner Video

    Sportliche Oster-Unruhe

    Das Sporttagebuch mit Michael Knöppel - 2. April 2021

    Shareholder ID: Tolle österreichische Umsetzung mit Schönheitsfehler (Friendly Takeover #8 Götz Dickert, Geschäftsführer Captrace GmbH)


    18.03.2021

    Mit einem Friendly Takeover darf ich Sie bei der Ausgabe 800 des #gabb willkommen heissen!

    „Mehr Licht“, die angeblich letzten Worte des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe, sind auch am Kapitalmarkt zum Klassiker avanciert. Transparenz ist die Maßgabe für Unternehmen, die das Vertrauen der Investoren erhalten und dafür mit einer angemessenen Bewertung belohnt werden wollen. Aber auch aus anderer Blickrichtung hat Transparenz für Emittenten einen hohen Wert: Sie wollen wissen, wer ihre Aktionäre sind. Damit sie diese nun auch jederzeit erkennen können, hat die „Aktionärsrechterichtlinie II“ (SRD II) der Europäischen Union die Weichen gestellt. Sie nimmt die Depotbanken in die Pflicht, Emittenten auf Anfrage Informationen zur Identität der Aktionäre zu übermitteln. Waren solche Daten bislang nur sehr mühsam und verbunden mit hohen Kosten zu ermitteln, müssen die Depotbanken nun quasi auf Knopfdruck – ergo SWIFT-Mitteilung – innerhalb vorgegebener Fristen und in den vorgegebenem Formaten elektronisch u.a. Angaben zu Name und Anschrift des Aktionärs sowie die Anzahl der gehaltenen Aktien zum angefragten Stichtag übermitteln. Die österreichische Bundesregierung und die OeKB CSD als unabhängige Wertpapiersammelbank waren in der rechtlichen und praktischen Umsetzung der EU-Richtlinie in Europa an vorderster Stelle zu finden. In Sachen Identifikation und Ansprache von Aktionären und den damit verbundenen Chancen für eine aktive Investor Relations-Arbeit ist der Finanzplatz Wien seinen Nachbarn in dieser Hinsicht mehr als eine Nasenlänge voraus.

    Allerdings gibt es auch einen Schönheitsfehler. Die EU-Richtlinie lässt für die nationalen Umsetzungen der SRD II den nationalen Gesetzgebern den Spielraum, eine Meldeschwelle von bis zu 0,5% der Anteile zuzulassen. Davon haben nur vier von 24 EWR-Ländern, welche die Richtlinie bislang in nationales Recht umgesetzt haben, Gebrauch gemacht – u.a. Österreich. Motivation für das Einführen der Meldeschwelle war wohl die Absicht, die Depotbanken von allzu kleinteiligen und vermeintlich weniger relevanten Kleinaktionärsdatenerhebung zu entlasten. Es kann aber auch dazu führen, dass größere Aktionäre, die ihre Anteile auf verschiedene Depots verteilen, ggf. nicht (richtig) erfasst werden. Eine unnötige Lücke: Da die Prozesse allesamt digitalisiert ablaufen, ist das Argument des erhöhten Aufwands hinfällig. Ob eine oder eine Million Anteile, der Aufwand der Datenerhebung und Übermittlung ist der gleiche. Der Gesetzgeber wäre daher gut beraten, diese Regelung nachzubessern und der überwältigenden Mehrheit der EU-Staaten zu folgen, damit österreichische Emittenten im Wettbewerb um den Zugang zu Eigenkapital die optimalen Ausgangsvoraussetzungen haben.

    Ihr
    Götz Dickert, Geschäftsführer Captrace GmbH

    (Der Input von Götz Dickert für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.03.)




     

    Bildnachweis

    1. Götz Dickert, Captrace

    Aktien auf dem Radar:Frequentis, Zumtobel, Uniqa, Marinomed Biotech, FACC, Lenzing, AT&S, Porr, Mayr-Melnhof, Andritz, RBI, AMS, OMV, SBO, Polytec Group, ATX, ATX Prime, ATX TR, Wolford, Rosenbauer, RHI Magnesita, SW Umwelttechnik, Oberbank AG Stamm, Addiko Bank, CA Immo, Kapsch TrafficCom, Wienerberger, Warimpex.


    Random Partner

    Matejka & Partner
    Die Matejka & Partner Asset Management GmbH ist eine auf Vermögensverwaltung konzentrierte Wertpapierfirma. Im Vordergrund der Dienstleistungen stehen maßgeschneiderte Konzepte und individuelle Lösungen. Für die Gesellschaft ist es geübte Praxis, neue Herausforderungen des Marktes frühzeitig zu erkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln.

    >> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    AT0000A2C0L7
    AT0000A2H9E8
    AT0000A2Q1R6
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      #gabb #815

      Featured Partner Video

      Sportliche Oster-Unruhe

      Das Sporttagebuch mit Michael Knöppel - 2. April 2021