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ATX-Trends: RBI, Addiko, Mayr-Melnhof, FACC ...

16.02.2021, 7095 Zeichen

Sehr erfreulich war auch der Wochenbeginn in Wien, der ATX konnte um 1,8% steigen. Die gute Stimmung dank der fortschreitenden Impfungen konnte auch durch schwächer als erwartet ausgefallene Daten zur Industrieproduktion der Eurozone im Dezember nicht belastet werden. Zu den gesuchtesten Aktien zählten auch in Wien die Öltitel, der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann konnte einen Kurssprung von 7,3% verbuchen, für die OMV ging es um 4,9% nach oben, hier unterstützte auch noch die Meldung, dass der Mineralölkonzern gemeinsam mit der Kommunalkredit insgesamt 25 Millionen Euro in den Bau der größten Elektrolyseanlage Österreichs in der Raffinerie Schwechat investieren will. Stark waren auch die heimischen Bankenwerte, die Raiffeisen verzeichnete einen Kursanstieg von 2,1%, das Institut kauft den tschechischen Devisenhändler und Zahlungsverkehrsanbieter Akzenta, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung soll die Transaktion bis Ende Mai abgeschlossen werden. Die Bawag bestätigte die schon am Freitag kursierenden Gerüchte, dass die irische Depfa Bank gekauft werden soll, zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht da Stillschweigen vereinbart worden war, auch aufsichtsrechtliche Genehmigungen sind noch ausständig, die Aktie konnte sich um stolze 4,8% steigern. Gut lief es gestern auch für die Erste Group, die sich über eine 2,1% höherer Schlussnotierung freuen durfte. Die beste Entwicklung unter den Finanztiteln hatte die kleinere Addiko-Bank, die mit einem Anstieg von 5,0% einer der stärksten Titel des gestrigen Handels war. Die Deutsche Bank erhöhte das Kursziel für Mayr-Melnhof von 180,0 Euro auf 200,0 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung, der Kartonhersteller konnte ein Tagesplus von 4,0% erzielen. Semperit will die Aktionäre an der guten Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres teilhaben lassen, der Vorstand des Unternehmens hat entschieden, der Hauptversammlung eine Dividende in der Höhe von 1,50 Euro je Aktie vorzuschlagen, der Gummikonzern erzielte einen Wertzuwachs von 1,0%. Die Erste Group reduzierte das Kursziel für Amag leicht von 32,4 Euro auf 31,5 Euro, liess aber die Empfehlung „Halten“ unverändert, der Aluminiumkonzern konnte einen leichten Anstieg von 0,6% verzeichnen. Gut verlief der Tag auch für Frequentis, der Anbieter von Audiosystemen für die Luftleitfahrt konnte um 3,6% zulegen, auch FACC hatte einen guten Tag, für den Flugzeugzulieferer ging es um 3,0% nach oben. Der schwächste Wert des gestrigen Tages war Kapsch TrafficCom mit einem Minus von 2,9%, auch Warimpex war wenig beliebt und musste 1,8% nachgeben.

Unternehmensnachrichten

Kapsch

Kapsch präsentierte heute seine Q1-3/20-21 Ergebnisse. Der Umsatz von Kapsch TrafficCom betrug in den ersten drei Quartalen 2020/21 €384 Mio., was einem Rückgang von 30% entspricht. €75 Mio. davon sind auf die im Vorjahr ausgelaufenen Großprojekte in Deutschland (vorzeitige Kündigung des Errichtungsprojekts durch den Kunden aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs), Tschechien (Auslaufen des Betriebsvertrags) und Bulgarien (Abschluss der Errichtung eines landesweiten Mautsystems) zurückzuführen. Zudem waren US-Projektmargen anzupassen, was sich nicht nur negativ auf das EBIT, sondern zu einem großen Teil auch auf den Umsatz auswirkte. Schließlich führten verschiedene Maßnahmen, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, zu einem deutlichen Umsatzrückgang. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) drehte von €8 Mio. im Vorjahr auf €‑89 Mio. in der aktuellen Berichtsperiode. Mehrere Sondereffekte beeinträchtigten das EBIT. Die größten negativen Faktoren waren hierbei die Anpassung der Projektmargen und Drohverlustrückstellungen, insbesondere bei Projekten in Nordamerika in Höhe von €-50 Mio., sowie Firmenwertabschreibungen in Höhe von €-21 Mio. Das den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbare Periodenergebnis nach neun Monaten betrug €-78 Mio. (Vj: €2 Mio.). Der Vorstand geht davon aus, dass die Mehrkosten für bereits umgesetzte sowie noch anstehende notwendige Restrukturierungen im Großen und Ganzen im Ergebnis des laufenden Geschäftsjahrs reflektiert sein werden. So könnte es sein, dass das negative EBIT im Geschäftsjahr 2020/21 bei einem Umsatz von etwas über €500 Mio. die Schwelle von €-100 Mio. übersteigen wird.

Q1-3/20-21: Umsatz: €284,5 Mio. (Vj. 545,5); EBIT: €-89,0 Mio. (Vj. 7,7); Periodenergebnis (den Anteilseignern zurechenbar): €-78,3 Mio. (Vj. 1,9)

Semperit

Der Vorstand der Semperit AG Holding hat entschieden, der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von €1,50/Aktie (Vorjahr: €0,00/Aktie) für das Geschäftsjahr 2020 zur Beschlussfassung vorzuschlagen. Dieser Betrag ergibt sich vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 bei zugleich nach wie vor bestehenden Unwägbarkeiten, unter anderem in Bezug auf die von der COVID-Pandemie beeinflussten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Es handelt sich um die erste Aktionärsvergütung seit der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 (€0,70/Aktie).

Bawag

Die BAWAG Group hat heute eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der DEPFA BANK plc und ihrer Tochtergesellschaft DEPFA ACS Bank DAC von der deutschen FMS Wertmanagement AöR ("FMS-WM") unterzeichnet. Die DEPFA Group mit Hauptsitz in Dublin, Irland, war Teil der Hypo Real Estate Holding AG, die 2009 verstaatlicht wurde. Vor der Verstaatlichung konzentrierte sich die DEPFA Group hauptsächlich auf die Emission von Pfandbriefen des öffentlichen Sektors. Die DEPFA Group wurde 2014 von der FMS-WM übernommen und befindet sich im Prozess der Abwicklung ihres Bankgeschäfts. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. Über den Kaufpreis und weitere Details der Vereinbarung haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.

RBI

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat eine Vereinbarung zum Erwerb des tschechischen FX- und Zahlungsverkehrsanbieters AKCENTA CZ a.s. (Akcenta) getroffen. Die vorgeschlagene Eigentümerstruktur sieht vor, dass die RBI 70% an Akcenta erwirbt und die restlichen 30% von der tschechischen RBI-Tochter Raiffeisenbank a.s. übernommen werden. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung und soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Die Akquisition unterstützt die Strategie der RBI, ein führender Anbieter im FX-Geschäft in Zentral- und Osteuropa (CEE) zu werden. Während rund 75% des FX-Marktes der Region von Banken bedient werden, werden die restlichen 25% von Nicht-Bank-Anbietern wie Akcenta abgedeckt. Akcenta bietet Devisen-, Zahlungsverkehrs- und Handelsdienstleistungen für Klein- und Mittelbetriebe in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen, Rumänien und Deutschland an. Das Unternehmen betreut rund 43.000 Kunden, mehr als 20.000 davon in Tschechien. Zum Jahresende 2020 wies Akcenta eine Bilanzsumme von rund €93 Mio. aus und wickelte in diesem Jahr ein Kundentransaktionsvolumen von insgesamt knapp € 7 Mrd. ab. Akcenta wird eng mit dem bestehenden FX- und Zahlungsverkehrsgeschäft der RBI zusammenarbeiten, jedoch nicht in die RBI integriert werden.

 


(16.02.2021)

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