17.11.2020, 6564 Zeichen
Sehr gut war die Stimmung gestern am heimischen Markt, der ATX konnte sich um stolze 3,1% verbessern, nach festem Start weitete das heimische Börsenbarometer mit dem Anziehen der großen europäischen Börsen seine Zuwächse noch weiter aus. Zu den größten Gewinnern zählten die Ölwerte, Schoeller-Bleckmann konnte ein Plus von 4,1% erzielen, die OMV verbesserte sich sogar um 5,5%, die Berenberg Bank hatte ihre Kaufempfehlung für den Ölkonzern bestätigt, wenngleich das Kursziel leicht von 35,0 Euro auf 34,0 Euro nach unten revidiert wurde. Auch die Banken präsentierten sich wieder stark und hatten erheblichen Anteil an der guten Indexperformance, die Bawag konnte sich um 4,5% steigern, für die Erste Group kam es zu einem Plus von 4,3% und auch die Raiffeisen erzielte eine Verbesserung von 3,5%, Noch besser lief es für die kleinere Addiko Bank die eine Verbesserung von 5,7% erzielte. Die Vienna Insurance Group präsentierte bedingt durch die Corona-Krise einen deutlichen Gewinnrückgang, das Ergebnis vor Steuern lag im bisherigen Jahresverlauf bei rund 266 Millionen Euro, verglichen mit einem Gewinn von 376 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres, man erwartet jedoch ein gutes letztes Quartal, der Titel konnte trotz der negativen Neuigkeiten um 2,0% vorrücken. Die Raiffeisen Centro Bank erhöhte das Kursziel für Mayr-Melnhof von 150,0 Euro auf 154,0 Euro nach oben und beliess die Anlageempfehlung „Hold“ unverändert, der Kartonhersteller war einer der wenigen Verlierer mit einem Rückgang von 0,9%. Besonders stark waren die mit der Luftfahrtindustrie verbundenen Titel, so konnte das Cateringunternehmen Do & Co mit einem Plus von 6,0% den Spitzenplatz unter den Titeln im prime-Market erzielen, nur knapp dahinter rangierte FACC, der Luftfahrtzulieferer erzielte einen Anstieg von 5,8%. Ebenfalls sehr gesucht war der Baukonzern Porr, der einen Anstieg von 5,6% für sich verbuchen konnte. Verlierer des Tages war Frequentis, der Softwareanbieter für Luftleitsysteme musste gestern 1,1% nachgeben, auch die AMAG war wenig beliebt, für den Aluminiumkonzern ging es in gleichem Ausmaß nach unten.
Vienna Insurance Group
Die Vienna Insurance Group veröffentlichte gestern per AdHoc Meldung erstmals eine Guidance für das Geschäftsjahr 2020. Im Zuge der Ergebniserstellung für das 1.-3. Quartal 2020 konkretisieren sich die Auswirkungen der erwarteten dämpfenden Effekte auf Grund der Covid-19-Pandemie. Während das operative Versicherungsgeschäft solide performt und sich die Prämienentwicklung im Vergleich zum Vorjahr mit leicht positiver Entwicklung zeigt, ist das Finanzergebnis im Vergleich zum 1.-3. Quartal 2019 um rd. €114 Mio. niedriger ausgefallen. Dies ist auf die negative Performance der Kapitalmärkte im Berichtszeitraum zurückzuführen. Der Rückgang schlägt unmittelbar auf das Ergebnis vor Steuern durch, das sich zum 1.-3. Quartal 2020 auf €266 Mio. beläuft (-29% YoY). Auf Basis dieser Ergebnisse zum 1.-3. Quartal 2020, welche im Detail wie geplant am 26. November 2020 veröffentlicht werden, und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen erwartet der Vorstand der Vienna Insurance Group für das Gesamtjahr 2020 vorbehaltlich unvorhersehbarer Volatilitäten auf den Kapitalmärkten einen Gewinn vor Steuern in einer Bandbreite von €300 – 350 Mio. (2019: €521,6 Mio.).
Flughafen Wien
Der Flughafen Wien präsentierte heute seine Zahlen zum Q3/20 sowie die Verkehrsergebnisse für Oktober. Die Umsatzerlöse der Flughafen-Wien-Gruppe reduzierten sich im dritten Quartal 2020 um €160,3 Mio. bzw. 66,4% auf €81,2 Mio. (Q3/2019: €241,5 Mio.). Dies ist auf das pandemiebedingt stark reduzierte Passagieraufkommen in der Gruppe zurückzuführen. Aufgrund von unmittelbar mit Beginn der COVID-19 Pandemie eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konnten im dritten Quartal 2020 die betrieblichen Aufwendungen deutlich gesenkt werden. Aufgrund der Kostendisziplin konnte trotz des massiven Umsatzrückganges ein positives EBITDA für das dritte Quartal 2020 in Höhe von €13,5 Mio. (Q3/2019: € 129,9 Mio.) erzielt werden. Durch das geringere EBITDA ergibt sich ein im Vergleich zum Q3/2019 um €125,2 Mio. geringeres EBIT von €-27,4 Mio. (Q3/2019: €97,8 Mio.). Das Periodenergebnis der Muttergesellschaft belief sich auf €-23,4 Mio. was einem Rückgang um €86,3 Mio. entspricht (Q3/2019: €62,9 Mio.). Unter Berücksichtigung der bereits erfolgreich umgesetzten sowie noch geplanten Sparmaßnahmen und Kostenreduktionen geht der Vorstand angesichts der zuletzt wieder deutlich rückläufigen Verkehrszahlen davon aus, dass das Geschäftsjahr 2020 mit einem EBITDA in der Bandbreite zwischen €55 Mio. bis €60 Mio. abgeschlossen werden wird. Nach Abschreibungen und Finanzergebnis wird für das Geschäftsjahr 2020 nach derzeitigem Erkenntnisstand mit einem negativen Periodenergebnis zwischen €-75 Mio. und €-85 Mio. vor nicht beherrschenden Anteilen (Minderheiten) zu rechnen sein.
Q3/20: Umsatzerlöse: €81,2 Mio. (Vj. €241,5), EBITDA: €13,5 Mio. (Vj. 129,9), EBIT: €-27,4 Mio. (Vj. 97,8), Periodenergebnis (vor Minderheiten): €-23,4 Mio. (Vj. 62,9)
Rosenbauer
Rosenbauer gab heute ebenfalls seine Ergebnisse zum Q1-3/20 bekannt. Der Rosenbauer Konzern erzielte in den ersten drei Quartalen 2020 einen Gesamtumsatz von €713,9 Mio. (1–9/2019: €614,5 Mio.). Das entspricht im Periodenvergleich einem Plus von 16,0% und markiert bezogen auf den Berichtszeitraum einen weiteren historischen Höchststand. Die Gründe dafür sind das solide Orderbuch und eine somit weiter starke Produktions-leistung aller Standorte. Das Umsatzwachstum kommt dabei aus allen Vertriebsregionen, insbesondere aus der Area MENA (Mittlerer Osten, Nordafrika), die ihr Geschäftsvolumen um 90 % steigern konnte, und aus der Area NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika), die um 33 % zugelegt hat. Die Area CEEU konnte den Umsatz um 12 % erhöhen. Der Auftragseingang lag mit €660,0 Mio. unter dem sehr guten Vorjahreswert (1–9/2019: €784,1 Mio.). Das EBIT lag in den ersten neun Monaten 2020 trotz nachteiliger Effekte der COVID-19 Pandemie mit €25,4 Mio. über dem Wert der entsprechenden Vorjahresperiode (1–9/2019: €15,1 Mio.). Das Konzern-EBT in der Berichtsperiode betrug folglich €21,6 Mio. (1–9/2019: €9,9 Mio.). Das Periodenergebnis (exklusive Minderheiten) konnte von 2,1 Mio. auf €8,6 Mio. gesteigert werden. Das Management des Rosenbauer Konzerns erwartet für 2020 einen Umsatz über dem Vorjahr. Die EBIT-Marge soll um die 5 % liegen.
Q1-3/20: Umsatzerlöse: €713,9 Mio. (Vj. 614,5), EBIT: €25,4 Mio. (Vj. 15,1), Periodenergebnis (exkl. Minderheiten): €8,6 Mio. (Vj. 2,1)
Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
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