Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





ATX-Trends: Do&Co, Mayr-Melnhof, OMV ...

09.04.2020, 9837 Zeichen

Europas Börsen haben am Mittwoch etwas niedriger geschlossen. Das mit Spannung erwartete Treffen der EU-Finanzminister ist ergebnislos auf Donnerstag verschoben worden. Uneinigkeit besteht über die Instrumente zur Finanzierung der riesigen Hilfspakete. Der Vorschlag, gemeinsame Corona-Bonds aufzulegen, stößt bei der Bundesregierung, aber auch Ländern wie den Niederlanden und Österreich auf Widerstand. Sie lehnen eine Vergemeinschaftung von Schulden ab. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 10.333, wobei für die Abgaben auch Gewinnmitnahmen verantwortlich gewesen sein dürften. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 2.851 nach unten. Am Anleihemarkt stieg der Spread zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen zeitweise trotz zuletzt intensiver EZB-Käufe italienischer Papiere nach dem Eurogruppentreffen zeitweise auf über 2 Prozent.

Mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie hält der positive Nachrichtenfluss in Europa an. Nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle in Deutschland gesunken. Die Commerzbank weist darauf hin, dass die Regierung die von ihr getroffenen Eindämmungsmaßnahmen erst dann lockern will, wenn sich die Zahl der Infizierten nur noch alle 14 Tage verdoppelt. Nach Berechnungen der Commerzbank dürfte dieses Kriterium bald erfüllt sein. Aus anderen Ländern gibt es dagegen weiter negative Nachrichten. Laut Zahlen der John-Hopkins-Universität vom Dienstagabend erlagen seit dem Vortag 1.939 Menschen in den USA dem Virus - die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde. Die Entwicklung in den USA wird von Strategen als entscheidend für die Finanzmärkte gesehen. 

Tesco verloren 0,6 Prozent nach Zahlen. Im Handel wurde auf steigende Kosten verwiesen. Belastend wirkte auch, dass der größte britische Lebensmittelhändler infolge der Coronavirus-Pandemie mit Abschreibungen in Höhe von bis zu 925 Millionen Pfund rechnet. Ahold schlossen nach ordentlichen Zahlen unverändert.Veräußerung der M-Bank gerät insDer Konsumgüterhersteller Henkel (plus 0,8 Prozent) hat, wie zu erwarten war, seine Prognose für das laufende Jahr kassiert. Deutsche Post schlossen dagegen 2,1 Prozent im Minus. Der Logistikkonzern hat den Ausblick wegen der Pandemie zurückgezogen. Die Aktie hat sich zuletzt stark erholt, was ein Grund für die Abgaben gewesen sein dürfte. Positiv wertete die DZ Bank den bestätigten Ausblick für 2022. Nicht gesucht waren Banken. Deutsche Bank verloren 2,8 Prozent. Commerzbank gaben gleich 4,1 Prozent nach. Die geplante Veräußerung der polnischen Tochter M-Bank scheint wegen der Coronavirus-Krise ins Stocken geraten zu sein. Für Prosieben ging es um 4,6 Prozent nach unten. Im Handel war von einer nachlassenden Übernahmefantasie die Rede. In der Vergangenheit wurde immer wieder Mediaset als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Mediaset gaben in Mailand 0,8 Prozent nach.

Der Wiener Aktienmarkt ist am Mittwoch mit moderaten Verlusten aus dem Handel gegangen. Der ATX schloss um 0,57 Prozent tiefer bei 2.114,34 Punkten. Im Tagesverlauf hatten die Verluste des heimischen Leitindex viel höher gelegen, im späten Handel konnte er sie jedoch eingrenzen.Die Erholungsbewegung der beiden vorangegangenen Tage, die der ATX je deutlich fester beendet hatte, ist vorerst trotzdem ins Stocken geraten. Da am Freitag aufgrund des Karfreitags an der Wiener Börse nicht gehandelt wird, endet die Handelswoche bereits am heutigen Donnerstag. Belastend wirkte europaweit, dass sich die EU-Finanzminister nicht auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einigen hatten können. Die Gespräche darüber sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Vonseiten der Konjunkturdaten kamen zur Wochenmitte weder aus Europa noch aus Übersee marktrelevanten Veröffentlichungen. In Wien standen Einzelwerte nach Unternehmensneuigkeiten im Mittelpunkt.

So haben die Wertpapierexperten der Credit Suisse ihr Kursziel für die Papiere der OMV nach dem veröffentlichten Trading-Statement für das erste Quartal des heimischen Öl- und Gaskonzerns unverändert bei 38,00 Euro je Titel belassen. Die Anlageempfehlung "underperform" blieb in der Studie zunächst unverändert. Als positiven Faktor hoben die Wertpapierexperten die Borealis-Dividende hervor. Dagegen dürfte sich die schwache Performance der ADNOC, an der die OMV im Vorjahr einen Anteil erworben hatte, negativ auf den heimischen Konzern niederschlagen. Die OMV-Aktien hatten zunächst schwächer tendiert, schlossen am Ende jedoch mit einem klaren Plus von 3,14 Prozent auf 29,60 Euro.
An der Spitze des ATX gingen die Anteilsscheine von Do & Co aus dem Handel. Sie verteuerten sich um satte 14,85 Prozent auf 40,60 Euro. Der Cateringanbieter litt die letzten Wochen massiv unter den Einschränkungen für die Wirtschaft durch das Coronavirus. Die Titel von Mayr-Melnhof verbilligten sich um 2,08 Prozent auf 113,20 Euro. Wie gestern bekannt wurde, wird das Management der Hauptversammlung eine Dividende von 3,20 Euro für das Jahr 2019 vorschlagen. Zuvor war man von einer Dividende von 3,60 Euro pro Aktie ausgegangen.

Die Anleger an der Wall Street haben am Mittwoch wieder Mut gefasst. Nachdem die wichtigsten Aktienindizes am Vortag noch ihre deutlichen Erholungsgewinne komplett abgegeben hatten und leicht ins Minus gerutscht waren, trauten sich die Investoren zur Wochenmitte wieder aus der Deckung. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann nach einem verhaltenen Start zuletzt 2,09 Prozent auf 23 127,07 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 stieg um 2,06 Prozent auf 2714,15 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,38 Prozent auf 8160,52 Punkte nach oben.

Investoren verwiesen als Antrieb auf erneut aufgekommene Spekulationen, wonach US-Präsident Donald Trump die von der Virus-Krise schwer gebeutelte Wirtschaft wieder zum Teil hochfahren möchte. Zudem wurde bekannt, dass der linke Senator Bernie Sanders aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten aussteigt und damit den Weg frei macht für eine Kandidatur des Ex-US-Vizepräsidenten Joe Biden. Dieser gilt als wirtschaftsfreundlicher als Sanders.

Im Fokus stand allerdings weiter die Coronavirus-Pandemie. Zuletzt belasteten negative Nachrichten zur Ausbreitung des Virus. So sind in den USA allein am Dienstag 1921 Menschen nach einer Infektion gestorben. Dies war der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. "Am Markt könnte schon bald die bedrückende Erkenntnis durchsickern, dass Covid-19 den Globus noch eine lange Zeit im Griff haben könnte und neue Ausbrüche jederzeit denkbar sind", warnte Börsenexperte Timo Emden von Emden Research. Um die Krise besser zu bewältigen, soll das riesige US-Konjunkturpaket Finanzminister Steven Mnuchin zufolge nochmals um 250 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden. Die für kleinere und mittlere Unternehmen vorgesehene Kreditsumme von rund 350 Milliarden Dollar müsse wegen der großen Nachfrage rasch erhöht werden, hieß es. Damit sollen in den Firmen möglichst viele Jobs erhalten bleiben. Die Führung der Demokraten im US-Kongress forderte gar eine Aufstockung um 500 Milliarden.

Unter den Einzelwerten standen Aktien von Logistikkonzernen hoch in der Gunst der Anleger. So zogen Fedex unter den Favoriten im S&P 500 um fast 7 Prozent an. Die Anteilscheine des Wettbewerbers United Parcel Service stiegen um knapp 5 Prozent. Börsianer verwiesen als Antrieb auf Medienberichte, wonach der Online-Riese Amazon seine Pläne für einen hauseigenen Lieferdienst aussetzt, der mit den Platzhirschen der Branche konkurrieren würde. Die Anteilscheine von Amazon lagen lediglich knapp 1 im Plus. Auch die im Dow gelisteten Papiere von McDonald's stiegen nur etwas und hinkten damit dem Gesamtmarkt hinterher. Der weltgrößte Fast-Food-Konzern erlitt wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch. Im vergangenen Monat fielen die vergleichbaren Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent. Im gesamten ersten Quartal belief sich das Minus auf überraschend hohe 3,4 Prozent. Im Dow notierten derweil fast alle 30 Aktien im Plus. Den größten Sprung nach oben machten die Anteilsscheine von Raytheon Technologies , die gut 8 Prozent gewannen. Das Unternehmen war erst kürzlich aus der Fusion des Technologiekonzerns United Technologies mit dem Rüstungs- und Elektronikunternehmen Raytheon entstanden.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Donnerstag zur Eröffnung freundlich indiziert. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich, China mit Kurszuwächsen, Japan mit leichten Kursverlusten. Unternehmensseitig gibt es Neuigkeiten zu ATRIUM und RBI (siehe unten). Makroseitig steht in Europa die Handels- und Leistungsbilanz (DE), die Industrieproduktion (ITA) sowie Industrieproduktion und Handelsbilanz Non-EU (GBR), in den USA die Erzeugerpreise, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Lagerbestände Großhandel sowie das Uni Michigan Verbrauchervertrauen im Fokus der Märkte. 
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

RBI

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) reiht sich in die Reihe der Konzerne mit verschobenen Hauptversammlungen ein. Ein neues Datum wurde nicht genannt."In Einklang mit der Empfehlung der Europäischen Zentralbank zu Dividendenausschüttungen und angesichts der durch COVID-19 verursachten Unsicherheiten könnte der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 überprüft werden, sobald die finanziellen Auswirkungen von COVID-19 klarer geworden sind", so die RBI am Mittwochabend in einer Aussendung.

Atrium European Real Estate

Moody's Investors Service (Moody's) hat gestern eine Überprüfung auf Herabstufung des Baa3-Emittenten-Ratings und des vorrangigen unbesicherten Baa3-Ratings von Atrium European Real Estate Limited (Atrium) vorgenommen. Der Ausblick wurde von positiv auf das zu überprüfende Rating geändert.


(09.04.2020)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1157: ATX stärker, es war der 50. Gewinntag heuer, AT&S schon wieder vorne und schon wieder mit hohem Volumen




 

Bildnachweis

1.

Aktien auf dem Radar:Frequentis, Bajaj Mobility AG, Agrana, Amag, UBM, CPI Europe AG, OMV, Verbund, SBO, Porr, Strabag, AT&S, Frauenthal, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Semperit, Telekom Austria, RHI Magnesita.


Random Partner

AT&S
Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) ist europäischer Marktführer und weltweit einer der führenden Hersteller von Leiterplatten und IC-Substraten. Mit 9.526 Mitarbeitern entwickelt und produziert AT&S an sechs Produktionsstandorten in Österreich, Indien, China und Korea und ist mit einem Vertriebsnetzwerk in Europa, Asien und Nordamerika präsent. (Stand 06/17)

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Wiener Börse Party #1157: ATX stärker, es war der 50. Gewinntag heuer, A...

» ATX-Trends: Verbund, wienerberger, AT&S ...

» Börse People startet in die Jubiläums-Staffel 25 – zwischen Verlagspleit...

» Österreich-Depots: Mai Verfallstag (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 15.5.: EuroTeleSites, OMV (Börse Geschichte) (BörseGesch...

» Nachlese: Lina Mosentseva; Rheinmetall Love Trade? (audio cd.at)

» PIR-News: Strabag, Research zu RBI, wienerberger, Polytec, Semperit (Chr...

» (Christian Drastil)

» Wiener Börse Party #1156: Mai-Verfallstag mit zunächst fallendem ATX, Ve...

» Wiener Börse zu Mittag leichter: Verbund, Frequentis und Semperit gesucht


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    Smeilinho zu Bawag
    Smeilinho zu Erste Group
    Smeilinho zu Verbund
    Smeilinho zu Semperit
    Smeilinho zu Wienerberger
    Smeilinho zu Porr
    Smeilinho zu Frequentis
    Smeilinho zu VIG
    Smeilinho zu Wienerberger

    Featured Partner Video

    Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Felix Lamezan-Salins anlässlich ATX 6000 zu Spekulation vs. Vorsorge, Mindset und Best Practise

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at. Felix Lamezan-Salins ist Ex-Kabinettschef von Ministern und Gründer der Boutiqueagentur Stratvice, die sich auf Standortkommunikation und B2G-Sal...

    Books josefchladek.com

    Machiel Botman
    Heartbeat
    1994
    Volute

    Daido Moriyama
    Ligh and Shadow (English Version
    2019
    Getsuyosha, bookshop M

    John Gossage
    LAMF (Special Edition)
    2026
    Magic Hour Press

    Lisette Model
    Lisette Model
    1979
    Aperture

    Dimitri Bogachuk
    Atlantic
    2025
    form.


    09.04.2020, 9837 Zeichen

    Europas Börsen haben am Mittwoch etwas niedriger geschlossen. Das mit Spannung erwartete Treffen der EU-Finanzminister ist ergebnislos auf Donnerstag verschoben worden. Uneinigkeit besteht über die Instrumente zur Finanzierung der riesigen Hilfspakete. Der Vorschlag, gemeinsame Corona-Bonds aufzulegen, stößt bei der Bundesregierung, aber auch Ländern wie den Niederlanden und Österreich auf Widerstand. Sie lehnen eine Vergemeinschaftung von Schulden ab. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 10.333, wobei für die Abgaben auch Gewinnmitnahmen verantwortlich gewesen sein dürften. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 2.851 nach unten. Am Anleihemarkt stieg der Spread zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen zeitweise trotz zuletzt intensiver EZB-Käufe italienischer Papiere nach dem Eurogruppentreffen zeitweise auf über 2 Prozent.

    Mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie hält der positive Nachrichtenfluss in Europa an. Nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle in Deutschland gesunken. Die Commerzbank weist darauf hin, dass die Regierung die von ihr getroffenen Eindämmungsmaßnahmen erst dann lockern will, wenn sich die Zahl der Infizierten nur noch alle 14 Tage verdoppelt. Nach Berechnungen der Commerzbank dürfte dieses Kriterium bald erfüllt sein. Aus anderen Ländern gibt es dagegen weiter negative Nachrichten. Laut Zahlen der John-Hopkins-Universität vom Dienstagabend erlagen seit dem Vortag 1.939 Menschen in den USA dem Virus - die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde. Die Entwicklung in den USA wird von Strategen als entscheidend für die Finanzmärkte gesehen. 

    Tesco verloren 0,6 Prozent nach Zahlen. Im Handel wurde auf steigende Kosten verwiesen. Belastend wirkte auch, dass der größte britische Lebensmittelhändler infolge der Coronavirus-Pandemie mit Abschreibungen in Höhe von bis zu 925 Millionen Pfund rechnet. Ahold schlossen nach ordentlichen Zahlen unverändert.Veräußerung der M-Bank gerät insDer Konsumgüterhersteller Henkel (plus 0,8 Prozent) hat, wie zu erwarten war, seine Prognose für das laufende Jahr kassiert. Deutsche Post schlossen dagegen 2,1 Prozent im Minus. Der Logistikkonzern hat den Ausblick wegen der Pandemie zurückgezogen. Die Aktie hat sich zuletzt stark erholt, was ein Grund für die Abgaben gewesen sein dürfte. Positiv wertete die DZ Bank den bestätigten Ausblick für 2022. Nicht gesucht waren Banken. Deutsche Bank verloren 2,8 Prozent. Commerzbank gaben gleich 4,1 Prozent nach. Die geplante Veräußerung der polnischen Tochter M-Bank scheint wegen der Coronavirus-Krise ins Stocken geraten zu sein. Für Prosieben ging es um 4,6 Prozent nach unten. Im Handel war von einer nachlassenden Übernahmefantasie die Rede. In der Vergangenheit wurde immer wieder Mediaset als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Mediaset gaben in Mailand 0,8 Prozent nach.

    Der Wiener Aktienmarkt ist am Mittwoch mit moderaten Verlusten aus dem Handel gegangen. Der ATX schloss um 0,57 Prozent tiefer bei 2.114,34 Punkten. Im Tagesverlauf hatten die Verluste des heimischen Leitindex viel höher gelegen, im späten Handel konnte er sie jedoch eingrenzen.Die Erholungsbewegung der beiden vorangegangenen Tage, die der ATX je deutlich fester beendet hatte, ist vorerst trotzdem ins Stocken geraten. Da am Freitag aufgrund des Karfreitags an der Wiener Börse nicht gehandelt wird, endet die Handelswoche bereits am heutigen Donnerstag. Belastend wirkte europaweit, dass sich die EU-Finanzminister nicht auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einigen hatten können. Die Gespräche darüber sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Vonseiten der Konjunkturdaten kamen zur Wochenmitte weder aus Europa noch aus Übersee marktrelevanten Veröffentlichungen. In Wien standen Einzelwerte nach Unternehmensneuigkeiten im Mittelpunkt.

    So haben die Wertpapierexperten der Credit Suisse ihr Kursziel für die Papiere der OMV nach dem veröffentlichten Trading-Statement für das erste Quartal des heimischen Öl- und Gaskonzerns unverändert bei 38,00 Euro je Titel belassen. Die Anlageempfehlung "underperform" blieb in der Studie zunächst unverändert. Als positiven Faktor hoben die Wertpapierexperten die Borealis-Dividende hervor. Dagegen dürfte sich die schwache Performance der ADNOC, an der die OMV im Vorjahr einen Anteil erworben hatte, negativ auf den heimischen Konzern niederschlagen. Die OMV-Aktien hatten zunächst schwächer tendiert, schlossen am Ende jedoch mit einem klaren Plus von 3,14 Prozent auf 29,60 Euro.
    An der Spitze des ATX gingen die Anteilsscheine von Do & Co aus dem Handel. Sie verteuerten sich um satte 14,85 Prozent auf 40,60 Euro. Der Cateringanbieter litt die letzten Wochen massiv unter den Einschränkungen für die Wirtschaft durch das Coronavirus. Die Titel von Mayr-Melnhof verbilligten sich um 2,08 Prozent auf 113,20 Euro. Wie gestern bekannt wurde, wird das Management der Hauptversammlung eine Dividende von 3,20 Euro für das Jahr 2019 vorschlagen. Zuvor war man von einer Dividende von 3,60 Euro pro Aktie ausgegangen.

    Die Anleger an der Wall Street haben am Mittwoch wieder Mut gefasst. Nachdem die wichtigsten Aktienindizes am Vortag noch ihre deutlichen Erholungsgewinne komplett abgegeben hatten und leicht ins Minus gerutscht waren, trauten sich die Investoren zur Wochenmitte wieder aus der Deckung. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann nach einem verhaltenen Start zuletzt 2,09 Prozent auf 23 127,07 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 stieg um 2,06 Prozent auf 2714,15 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,38 Prozent auf 8160,52 Punkte nach oben.

    Investoren verwiesen als Antrieb auf erneut aufgekommene Spekulationen, wonach US-Präsident Donald Trump die von der Virus-Krise schwer gebeutelte Wirtschaft wieder zum Teil hochfahren möchte. Zudem wurde bekannt, dass der linke Senator Bernie Sanders aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten aussteigt und damit den Weg frei macht für eine Kandidatur des Ex-US-Vizepräsidenten Joe Biden. Dieser gilt als wirtschaftsfreundlicher als Sanders.

    Im Fokus stand allerdings weiter die Coronavirus-Pandemie. Zuletzt belasteten negative Nachrichten zur Ausbreitung des Virus. So sind in den USA allein am Dienstag 1921 Menschen nach einer Infektion gestorben. Dies war der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. "Am Markt könnte schon bald die bedrückende Erkenntnis durchsickern, dass Covid-19 den Globus noch eine lange Zeit im Griff haben könnte und neue Ausbrüche jederzeit denkbar sind", warnte Börsenexperte Timo Emden von Emden Research. Um die Krise besser zu bewältigen, soll das riesige US-Konjunkturpaket Finanzminister Steven Mnuchin zufolge nochmals um 250 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden. Die für kleinere und mittlere Unternehmen vorgesehene Kreditsumme von rund 350 Milliarden Dollar müsse wegen der großen Nachfrage rasch erhöht werden, hieß es. Damit sollen in den Firmen möglichst viele Jobs erhalten bleiben. Die Führung der Demokraten im US-Kongress forderte gar eine Aufstockung um 500 Milliarden.

    Unter den Einzelwerten standen Aktien von Logistikkonzernen hoch in der Gunst der Anleger. So zogen Fedex unter den Favoriten im S&P 500 um fast 7 Prozent an. Die Anteilscheine des Wettbewerbers United Parcel Service stiegen um knapp 5 Prozent. Börsianer verwiesen als Antrieb auf Medienberichte, wonach der Online-Riese Amazon seine Pläne für einen hauseigenen Lieferdienst aussetzt, der mit den Platzhirschen der Branche konkurrieren würde. Die Anteilscheine von Amazon lagen lediglich knapp 1 im Plus. Auch die im Dow gelisteten Papiere von McDonald's stiegen nur etwas und hinkten damit dem Gesamtmarkt hinterher. Der weltgrößte Fast-Food-Konzern erlitt wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch. Im vergangenen Monat fielen die vergleichbaren Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent. Im gesamten ersten Quartal belief sich das Minus auf überraschend hohe 3,4 Prozent. Im Dow notierten derweil fast alle 30 Aktien im Plus. Den größten Sprung nach oben machten die Anteilsscheine von Raytheon Technologies , die gut 8 Prozent gewannen. Das Unternehmen war erst kürzlich aus der Fusion des Technologiekonzerns United Technologies mit dem Rüstungs- und Elektronikunternehmen Raytheon entstanden.

    Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Donnerstag zur Eröffnung freundlich indiziert. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich, China mit Kurszuwächsen, Japan mit leichten Kursverlusten. Unternehmensseitig gibt es Neuigkeiten zu ATRIUM und RBI (siehe unten). Makroseitig steht in Europa die Handels- und Leistungsbilanz (DE), die Industrieproduktion (ITA) sowie Industrieproduktion und Handelsbilanz Non-EU (GBR), in den USA die Erzeugerpreise, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Lagerbestände Großhandel sowie das Uni Michigan Verbrauchervertrauen im Fokus der Märkte. 
     

    UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

    RBI

    Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) reiht sich in die Reihe der Konzerne mit verschobenen Hauptversammlungen ein. Ein neues Datum wurde nicht genannt."In Einklang mit der Empfehlung der Europäischen Zentralbank zu Dividendenausschüttungen und angesichts der durch COVID-19 verursachten Unsicherheiten könnte der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 überprüft werden, sobald die finanziellen Auswirkungen von COVID-19 klarer geworden sind", so die RBI am Mittwochabend in einer Aussendung.

    Atrium European Real Estate

    Moody's Investors Service (Moody's) hat gestern eine Überprüfung auf Herabstufung des Baa3-Emittenten-Ratings und des vorrangigen unbesicherten Baa3-Ratings von Atrium European Real Estate Limited (Atrium) vorgenommen. Der Ausblick wurde von positiv auf das zu überprüfende Rating geändert.


    (09.04.2020)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1157: ATX stärker, es war der 50. Gewinntag heuer, AT&S schon wieder vorne und schon wieder mit hohem Volumen




     

    Bildnachweis

    1.

    Aktien auf dem Radar:Frequentis, Bajaj Mobility AG, Agrana, Amag, UBM, CPI Europe AG, OMV, Verbund, SBO, Porr, Strabag, AT&S, Frauenthal, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Semperit, Telekom Austria, RHI Magnesita.


    Random Partner

    AT&S
    Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) ist europäischer Marktführer und weltweit einer der führenden Hersteller von Leiterplatten und IC-Substraten. Mit 9.526 Mitarbeitern entwickelt und produziert AT&S an sechs Produktionsstandorten in Österreich, Indien, China und Korea und ist mit einem Vertriebsnetzwerk in Europa, Asien und Nordamerika präsent. (Stand 06/17)

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Wiener Börse Party #1157: ATX stärker, es war der 50. Gewinntag heuer, A...

    » ATX-Trends: Verbund, wienerberger, AT&S ...

    » Börse People startet in die Jubiläums-Staffel 25 – zwischen Verlagspleit...

    » Österreich-Depots: Mai Verfallstag (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 15.5.: EuroTeleSites, OMV (Börse Geschichte) (BörseGesch...

    » Nachlese: Lina Mosentseva; Rheinmetall Love Trade? (audio cd.at)

    » PIR-News: Strabag, Research zu RBI, wienerberger, Polytec, Semperit (Chr...

    » (Christian Drastil)

    » Wiener Börse Party #1156: Mai-Verfallstag mit zunächst fallendem ATX, Ve...

    » Wiener Börse zu Mittag leichter: Verbund, Frequentis und Semperit gesucht


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Ausgewählte Events von BSN-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      Smeilinho zu Bawag
      Smeilinho zu Erste Group
      Smeilinho zu Verbund
      Smeilinho zu Semperit
      Smeilinho zu Wienerberger
      Smeilinho zu Porr
      Smeilinho zu Frequentis
      Smeilinho zu VIG
      Smeilinho zu Wienerberger

      Featured Partner Video

      Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Felix Lamezan-Salins anlässlich ATX 6000 zu Spekulation vs. Vorsorge, Mindset und Best Practise

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at. Felix Lamezan-Salins ist Ex-Kabinettschef von Ministern und Gründer der Boutiqueagentur Stratvice, die sich auf Standortkommunikation und B2G-Sal...

      Books josefchladek.com

      Daido Moriyama
      Japan, A Photo Theater (English Version
      2018
      Getsuyosha, bookshop M

      Stephen Gill
      The Pillar
      2019
      Nobody

      Ralph Gibson
      The Somnambulist
      1970
      Lustrum Press

      Dean Garlick
      100 Sculptural Circumstances
      2025
      Lodge Press

      Bertien van Manen
      Let's Sit Down Before We Go
      2011
      MACK