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19.01.2020, 5431 Zeichen

Ein Beitrag von Karoline Peck, FH St. Pölten

Nachhaltigkeit am Kapitalmarkt weckte auch bei der diesjährigen CIRA-Jahreskonferenz das Interesse der Besucherinnen und Besucher. Am späten Nachmittag diskutierten die Experten Nico Baader (Vorstandsvorsitzender bei Baader Bank AG), Ali Masarwah (Chefredakteur bei Morningstar Deutschland GmbH), Wolfgang Pinner (CIO Sustainable & Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management), Andreas Posavac (Global Head of ESG bei IHS Markit), Georg Rogl (Climate Change and Sustainability Services bei Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H.) unter der Moderation durch Stephanie Kniep (Head of IR bei Lenzing AG) die aktuelle Entwicklung in Hinblick auf ESG (E-Environmental, S-Social, G-Governance).

Nachdem im Jahr 2017 das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) mit konkreten Reporting-Anforderungen EU-weit in Kraft getreten ist, kommen viele Unternehmen um die Thematik ESG nicht mehr herum. Insbesondere durch die Regulatorik wurden Unternehmen angetrieben, nachhaltige Aspekte in deren Organisation zu integrieren und zu verbessern.

Große Finanzdienstleister wie Blackrock, UBS oder Vanguard machen es vor – ESG-Kriterien werden standardmäßig bei Entscheidungen für Anlagen angewendet. So stellen nicht nur der Klimawandel und demographische Veränderungen neue Risikofaktoren für AnlegerInnen dar, sondern gleichzeitig zeichnet sich auch eine steigende Nachfrage für „Green Investments“ ab. Es sei ebenso anzunehmen, dass diese Nachfrage mit der Generation der Millennials auch weiterhin ansteigen wird. Investorinnen und Investoren fordern durch deren Veranlagung gleichermaßen Rendite aber ebenso aktive nachhaltige Tätigkeiten.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, benötigen die Unternehmen sowohl eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, als auch ein ganzheitliches Daten- und Risikomanagement. Abgerundet wird das Gesamtpaket zur Implementierung der ESG-Faktoren mit einem Extra-Financial-Reporting. Nur mit der Adaption des Geschäftsmodells an die genannten ESG-Herausforderungen können wirtschaftliche Risiken und Reputationsschäden vermieden werden.

Laut Georg Rogl von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young steht bei der Implementierung der ESG-Faktoren insbesondere die doppelte Wesentlichkeit der Risikobetrachtung im Fokus. So muss nicht nur beachtet werden, welche Risiken auf das Unternehmen einwirken, sondern noch bedeutender ist, welche Risiken durch das Unternehmen auf die Umwelt und Gesellschaft entstehen.

Für Ali Masarwah von dem Finanzinformations- und Analyseunternehmen Morningstar Inc. ist vor allem die Inhärenz der Geschäftsmodelle entscheidend für die erfolgreiche Positionierung der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Dazu zählt nicht nur die konstante Überprüfung von potenziellen Risiken, sondern ebenso die Erhebung und Analyse von Bilanzkennzahlen mit Impact. In diesem Sinne bezeichnet Masarwah die Implementierung der ESG-Faktoren vielfach als reines Risikomanagement.

ESG als Greenwashing-Tool?.Die Skepsis gegenüber nachhaltigen Kapitalanlagen und deren Messbarkeit überwiegt oftmals bei der Analyse von Green Portfolios. So lauten die Reaktionen in Bezug zu ESG häufig: „Es besteht keine Einheitlichkeit bei der Analyse, zugleich fällt die Interpretation gelegentlich auch unterschiedlich aus – ein bunter Haufen an ESG-Fonds existiert.“ Für Masarwah stellt dies aber keine Problematik dar, da bereits sehr moderne Analysetools zum Einsatz kommen, die Greenwashing ohne Probleme aufdecken können.

· Abschließend hält Wolfgang Pinner nochmals fest, worauf bei ESG im Hinblick auf Investor Relations besonders geachtet werden sollte:

· Welche Agentur erstellt den Bericht bzw. die Analyse?

· Welcher Ansatz wurde gewählt? Stakeholder-,  Risiko-Ansatz?

Stephanie Kniep fügt dem letztlich noch das „ESG-Momentum“ hinzu. Damit wird die auffallend positive Veränderung des ESG-Scores beschrieben. Aus Risikogesichtspunkten spielt diese Strategie in Kombination mit elementaren Qualitäten der Unternehmen eine entscheidende Rolle.

About: In der Coverstory des Börse Social Magazines #35 erzählte UBM-Chef Thomas Winkler u.a., wie er an der Gründung der CIRA beteiligt war. Und wie im vergangenen Magazine geschrieben: Die CIRA ist ein Essential geworden, die Jahreskonferenz ist für mich das fachliche Event-Highlight Nr. 1 im Börsebereich. Well done, Elis Karner & Co.! Freilich ist das Ganze nicht ohne Geldgeber möglich, und da ist seit Jahren die Baader Bank aus München ganz oben als Solo-Hauptsponsor angeführt. Ein Danke auch von mir für diesen Support der österreichischen Kapitalmarktkultur. Bei uns laufen die Dinge ja anders als in Deutschland. Während der dortige IR-Verband DIRK vor allem auf Gesetzesinitiativen und (freilich dringend benötigtes!) Lobbying bei der Politik setzt (das tut zB auch der Zertifikateverband DDV), sind die Österreicher eher die Connecter  mit den Listed Companies, die Kooperation ist intensiver, wie ich vernehme. Auf den folgenden Seiten fassen die omnipräsenten StudentInnen der FH St. Pölten Highlights der CIRA-Tagung zusammen. Abschließend schreibt Ex-Baader-Analystin Christine Reitsamer, dass die IR zur Kür wird. Sehe ich auch so. Und so schaffen wir im #gab‚b nun einen regelmäßigen IR-Bereich. Gastinputs auch von IR-Leuten erwünscht!  (DRA)

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    19.01.2020, 5431 Zeichen

    Ein Beitrag von Karoline Peck, FH St. Pölten

    Nachhaltigkeit am Kapitalmarkt weckte auch bei der diesjährigen CIRA-Jahreskonferenz das Interesse der Besucherinnen und Besucher. Am späten Nachmittag diskutierten die Experten Nico Baader (Vorstandsvorsitzender bei Baader Bank AG), Ali Masarwah (Chefredakteur bei Morningstar Deutschland GmbH), Wolfgang Pinner (CIO Sustainable & Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management), Andreas Posavac (Global Head of ESG bei IHS Markit), Georg Rogl (Climate Change and Sustainability Services bei Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H.) unter der Moderation durch Stephanie Kniep (Head of IR bei Lenzing AG) die aktuelle Entwicklung in Hinblick auf ESG (E-Environmental, S-Social, G-Governance).

    Nachdem im Jahr 2017 das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) mit konkreten Reporting-Anforderungen EU-weit in Kraft getreten ist, kommen viele Unternehmen um die Thematik ESG nicht mehr herum. Insbesondere durch die Regulatorik wurden Unternehmen angetrieben, nachhaltige Aspekte in deren Organisation zu integrieren und zu verbessern.

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    Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, benötigen die Unternehmen sowohl eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, als auch ein ganzheitliches Daten- und Risikomanagement. Abgerundet wird das Gesamtpaket zur Implementierung der ESG-Faktoren mit einem Extra-Financial-Reporting. Nur mit der Adaption des Geschäftsmodells an die genannten ESG-Herausforderungen können wirtschaftliche Risiken und Reputationsschäden vermieden werden.

    Laut Georg Rogl von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young steht bei der Implementierung der ESG-Faktoren insbesondere die doppelte Wesentlichkeit der Risikobetrachtung im Fokus. So muss nicht nur beachtet werden, welche Risiken auf das Unternehmen einwirken, sondern noch bedeutender ist, welche Risiken durch das Unternehmen auf die Umwelt und Gesellschaft entstehen.

    Für Ali Masarwah von dem Finanzinformations- und Analyseunternehmen Morningstar Inc. ist vor allem die Inhärenz der Geschäftsmodelle entscheidend für die erfolgreiche Positionierung der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Dazu zählt nicht nur die konstante Überprüfung von potenziellen Risiken, sondern ebenso die Erhebung und Analyse von Bilanzkennzahlen mit Impact. In diesem Sinne bezeichnet Masarwah die Implementierung der ESG-Faktoren vielfach als reines Risikomanagement.

    ESG als Greenwashing-Tool?.Die Skepsis gegenüber nachhaltigen Kapitalanlagen und deren Messbarkeit überwiegt oftmals bei der Analyse von Green Portfolios. So lauten die Reaktionen in Bezug zu ESG häufig: „Es besteht keine Einheitlichkeit bei der Analyse, zugleich fällt die Interpretation gelegentlich auch unterschiedlich aus – ein bunter Haufen an ESG-Fonds existiert.“ Für Masarwah stellt dies aber keine Problematik dar, da bereits sehr moderne Analysetools zum Einsatz kommen, die Greenwashing ohne Probleme aufdecken können.

    · Abschließend hält Wolfgang Pinner nochmals fest, worauf bei ESG im Hinblick auf Investor Relations besonders geachtet werden sollte:

    · Welche Agentur erstellt den Bericht bzw. die Analyse?

    · Welcher Ansatz wurde gewählt? Stakeholder-,  Risiko-Ansatz?

    Stephanie Kniep fügt dem letztlich noch das „ESG-Momentum“ hinzu. Damit wird die auffallend positive Veränderung des ESG-Scores beschrieben. Aus Risikogesichtspunkten spielt diese Strategie in Kombination mit elementaren Qualitäten der Unternehmen eine entscheidende Rolle.

    About: In der Coverstory des Börse Social Magazines #35 erzählte UBM-Chef Thomas Winkler u.a., wie er an der Gründung der CIRA beteiligt war. Und wie im vergangenen Magazine geschrieben: Die CIRA ist ein Essential geworden, die Jahreskonferenz ist für mich das fachliche Event-Highlight Nr. 1 im Börsebereich. Well done, Elis Karner & Co.! Freilich ist das Ganze nicht ohne Geldgeber möglich, und da ist seit Jahren die Baader Bank aus München ganz oben als Solo-Hauptsponsor angeführt. Ein Danke auch von mir für diesen Support der österreichischen Kapitalmarktkultur. Bei uns laufen die Dinge ja anders als in Deutschland. Während der dortige IR-Verband DIRK vor allem auf Gesetzesinitiativen und (freilich dringend benötigtes!) Lobbying bei der Politik setzt (das tut zB auch der Zertifikateverband DDV), sind die Österreicher eher die Connecter  mit den Listed Companies, die Kooperation ist intensiver, wie ich vernehme. Auf den folgenden Seiten fassen die omnipräsenten StudentInnen der FH St. Pölten Highlights der CIRA-Tagung zusammen. Abschließend schreibt Ex-Baader-Analystin Christine Reitsamer, dass die IR zur Kür wird. Sehe ich auch so. Und so schaffen wir im #gab‚b nun einen regelmäßigen IR-Bereich. Gastinputs auch von IR-Leuten erwünscht!  (DRA)

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