06.11.2019, 3006 Zeichen
Schwächerer Umsatz, schwächeres Ergebnis und tiefere Prognose bei voestalpine: Nach Jahren des Wachstums schwächte sich der Umsatz der voestalpine im 1. Halbjahr 2019/20 gegenüber der Vergleichsperiode 2018/19 um 2 Prozent von 6,7 auf 6,5 Mrd. Euro ab. Deutlich stärker war der Rückgang auf Ergebnisseite spürbar: Das operative Ergebnis (EBITDA) verminderte sich um 23 Prozent von 860 Mio. Euro im Vorjahr auf aktuell 666 Mio. Euro. Das EBIT ging im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte von 480 auf 230 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 163 Mio. Euro (Vorjahr: 422 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Steuern fiel mit 115 Mio. Euro um 64 Prozent geringer aus als im Vorjahr (320 Mio. Euro). CEO herbert Eibensteiner: „Der seit Beginn dieses Geschäftsjahres zunehmende konjunkturelle Abschwung in unseren wesentlichen Märkten verbunden mit äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen im Stahlsektor führten im ersten Halbjahr 2019/20 zu einer Verringerung in allen Ergebniskategorien des voestalpine-Konzerns. Um eine ehestmögliche Ergebnisstabilisierung sowie Stärkung der Finanzierungskraft sicherzustellen, arbeiten wir derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung von Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen im gesamten Konzer. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass sich unsere konsequente strategische Ausrichtung zum Spezial- und Gesamtsystemanbieter in diesen fordernden Zeiten bezahlt macht. So verzeichneten etwa die Technologiebereiche Bahninfrastruktur, Luftfahrt, Lagersysteme und Schweißtechnik im ersten Halbjahr trotz Konjunkturabschwungs eine stabile Entwicklung.“
Der Ausblick wird nach unten angepasst: Den negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragend lässt sich das zu Beginn des Geschäftsjahres erwartete Szenario nicht mehr aufrechterhalten, so das Unternehmen. „Aus heutiger Sicht erwartet der Vorstand der voestalpine AG daher für das Geschäftsjahr 2019/20 ein EBITDA in einer Größenordnung von in etwa 1,3 Mrd. Euro und liegt damit im Wesentlichen im Rahmen der Markterwartung“, so Eibensteiner. Nach dem 1. Quartal ging das Unternehmen davon aus, das Vorjahresergebnis auf EBITDA-Basis (1,56 Mrd. Euro) erreichen zu werden.
Aus heutiger Sicht sollte auch das dritte Geschäftsquartal in Bezug auf das Ergebnis zumindest ähnlich schwierig werden wie das zweite Quartal 2019/20. Im letzten Geschäftsquartal sollten positive Effekte sowohl aus Saisonalität als auch aus der Aufarbeitung der unternehmensinternen Themen sowie Ergebnisbeiträge aus den eingeleiteten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen wirksam werden, so das Unternehmen.
Der Fokus des Vorstandes liege in diesem schwierigen Umfeld auf ergebnisstabilisierenden Maßnahmen sowie auf der Generierung von Free Cashflow, wie es heißt. Neben kurzfristigen Maßnahmen sollen in den nächsten Monaten auch die Auswirkungen der geänderten globalen ökonomischen Rahmenbedingungen auf die langfristige Positionierung von allen wesentlichen Geschäftsbereichen untersucht werden, heißt es.
Börsepeople im Podcast S22/25: Marija Marjanovic
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