03.10.2019, 3331 Zeichen
Uniqa-HV GJ 2018 (2): Ich denke, über die Uniqa-HV sollte ich mehr schreiben, nach diesem Artikel hier bin ich Teil 2 schuldig geblieben. Die Aktie hat sich in all den Monaten nicht weit von den 8 Euro entfernen können, trotz der schönen Dividende. Na, beleuchten wir das Unternehmen intensiver:
Uniqa Ventures sei eine eigene GmbH mit 17 Investitionen, davon 11 direkt und 6 zusammen mit RBI und Speedinvest. Mit 15 Mio. Euro habe man einen recht kleinen Betrag investiert, aber in dieser Zeit 26 % Wertzuwachs erzielt. "Wir tun das, um Geld zu verdienen!", es handle sich nicht von vornherein um Stranded Costs. Kein einziges Investment würden wir machen, wenn wir nicht wüssten, dass wir dort Geld verdienen. Der Nachhaltigkeitsbericht sei kein Greenwashing, wir glauben tatsächlich daran. Wir versichern keine neuen Kohleprojekte in Osteuropa. Die recht große Flotte an Dienstwägen werde schrittweise auf E-Mobilität umgestellt. Unsere Kostenquote sei hoch, zu hoch, das nehmen wir bewusst in Kauf. Nach wie vor haben wir hohe regulatorische Kosten zu tragen. Die Aufteilung der AR-Vergütungen in Höhe von 739.375 Euro bleibt dem Aufsichtsrat überlassen, "Taggelder" in Höhe von 500 Euro pro Sitzung und Teilnehmer werden bezahlt.
Die Generaldebatte begann 1 Stunde und 17 Minuten nach Beginn der HV. Andreas Brandstetter gab bekannt, dass er mit Ende des Geschäftsjahres 2019 die Funktion in der Uniqa Stiftung zurücklegen werde, nächstes Jahr werde es diese Doppelfunktion also nicht mehr geben. Man habe sich ganz stark mit dem Thema Doppelfunktion beschäftigt. Der erste Redner aus dem Publikum sprach die "veraltete IT" an, er interessierte sich für die Roadmap, also wann geplant sei, beim IT-Kernsystem umzusteigen, "es muss am Ende des Tages auch etwas bringen". Ihm gefielen die geplanten Aktienrückkäufe nicht, der Streubesitz würde dadurch noch kleiner. Er schlug vor, die Stiftung möge sich aliquot zurückziehen. Mit weniger als 30 % Streubesitz sei die Uniqa zu klein für den Kapitalmarkt. Man solle nicht um 10 bis 12 Euro zurückkaufen, sondern bei 7 Euro oder darunter. Neben der Investition in Spitäler schlug er Investitionen in Altersheime vor, in Deutschland sei das ein gutes Geschäft, bei dem man den Kunden das ganze im Leben ersparte Geld wieder aus der Tasche ziehe. Er sprach auch die 2018 merklich verschlechterte Kostenquote an.
Michael Knap als Stimmrechtsvertreter für 82 Aktionäre mit 14,6 Mio. Stimmen (4,71 % des Grundkapitals) sprach ebenfalls die hohe Kostenquote an, daneben den hohen Firmenwert und viele weitere Themen. Ein Aktionär beanstandete die vielen AR-Jobs der AR-Mitglieder, er frage sich, ob sie für diese Jobs überhaupt Zeit haben. Berthold Berger fragte unter anderem nach der Zahl der Roadshows mit Vorstandsbegleitung. Bei der Allianz könne der Aktienkurs nie abstürzen. Wenn was passiere, werde der Kurs sofort hinaufgezogen. Es kamen einige weitere Aktionäre mit Fragen und Feststellungen zu Wort, unter ihnen auch derjenige Aktionär, der sich vor Jahren ungerecht von der Raika behandelt gesehen hat, was er regelmäßig auf Hauptversammlungen vorbringt. Der nächste Redner fragte, wie viele Stunden Erwin Hameseder für die Uniqa gearbeitet hat.
Uniqa ( Akt. Indikation: 8,15 /8,18, -0,58%)
(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 03.10.)
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