29.09.2019, 3510 Zeichen
Fantastischer Lauf zu 2:10:57 Stunden: Nach Ketema der zweite österreichische Marathonläufer mit Tokio-Qualifikation
Der BMW Berlin Marathon begeisterte mit grandiosen Ergebnissen, allen voran dem unglaublichen Comeback von Kenenisa Bekele, der in 2:01:41 Stunden bis auf zwei Sekunden an den Weltrekord von Eliud Kipchoge herangelaufen ist. Auch aus österreichischer Sicht wurde der 29. September zum sportlichen Feiertag.
Als bester Europäer und gesamt auf dem zwölften Platz lieferte Peter Herzog (Union Salzburg) eine großartige Leistung. In 2:10:57 Stunden unterbot er das Olympialimit für Tokio (2:11:30) und steigerte seine Bestzeit um mehr als vier Minuten. Sogar dem ÖLV-Rekord von Lemawork Ketema, der beim VCM heuer 2:10:44 gelaufen war, ist er bis auf 13 Sekunden nahegekommen.
„Ich habe gewusst, ich bin super drauf, aber dass das dann so endet, das hätte ich nie geglaubt", sagte Herzog, dessen Bestzeit davor bei 2:15:29 lag. „Es war schon ein bisschen ein Schlag ins Gesicht, als sie die Olympianorm so hoch gesteckt haben." Nach einem schwierigen Frühjahr 2019, in dem der EM-Zehnte und Team-Bronzemedaillengewinner von Berlin 2018 nicht an seine Form anschließen konnte, hat er sich ganz auf Berlin konzentriert und erstmals auch ein längeres Höhentraining absolvieren können. Der Sieg bei den Halbmarathon-Staatsmeisterschaften im August in Kärnten in 1:03:53 war ein erster Fingerzeig, dass die Arbeit Früchte trägt. Herzog spricht auch die Motivation durch Eliud Kipchoge und sein 1:59-Marathonprojekt an, besonders die kürzlich veröffentlichte Message von Hermann Maier: "Das war für mich auch nocheinmal inspirierend. Man darf sich keine Limits setzen. Dieses Schlagwort habe ich mir in den Kopf gesetzt.“
Mit Herzog und Lemawork Ketema haben nun bereits zwei österreichische Läufer die direkte Qualifikationszeit für den Olympiamarathon von Tokio 2020 geschafft.
Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr), der beim VCM 2019 seine Bestzeit auf 2:12:55 gesteigert hatte, lief lange Zeit im gleichen Tempo wie Herzog. Die beiden passierten die Halbmarathonmarke in 65:29 (Pfeil) bzw. 65:30 (Herzog) und waren auch noch nach 30 Kilometern in der gleichen Gruppe. Pfeil musste jedoch etwas zurückstecken. In immer noch starken 2:14:17 Stunden, der zweitbesten Zeit seiner Laufbahn, erreichte er Rang 28. „Bis Kilometer 35, 36 hat es noch ganz gut funktioniert, und dann ist da das, was manchmal im Marathon passiert, eingetreten, dass ich das Tempo nicht mehr halten konnte“, kommentierte er.
Timon Theuer (DSG Wien) kam bei seinem ersten Marathonstart leider nicht ins Ziel und stieg nach 32 Kilometern aus. "Ich bin ziemlich am Boden der Realität und enttäuscht. Die ersten 13 Kilometer bin ich gut in einer Gruppe mit Simon Stützel und Tobias Blum in Richtung 2:15:30 gelaufen. Danach müsste ich alleine in einem langen Gegenwindabschnitt laufen. Das hat zuviel Substanz gekostet. Natürlich war das Anfangstempo mit Risiko verbunden, wobei ich mit 1:07:59 am Halbmarathon genau im Soll durchgegangen bin."
Sehr stark zeigte sich Christian Steinhammer (ULC Riverside Mödling) am gleichen Tag auf der halben Distanz. Beim Wachau Halbmarathon erreichte er an dritter Stelle in 64:28 Minuten eine neue persönliche Bestzeit. Der EM-Bronzemedaillengewinner (Teamwertung) von Berlin 2018 bereitet sich auf den Frankfurt Marathon Ende Oktober vor und hat seine Leistung praktisch aus dem Training heraus erzielt.
VCM News / AM, BP
Im Original hier erschienen: Peter Herzog knackt Olympialimit in Berlin
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Peter Herzog nach seinem sensationellen Marathon in Berlin mit VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad (Bild: VCM)
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