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12.09.2019, 4293 Zeichen

Kapsch-HV 10.9.19 (1). Das ist mir jetzt ein bisserl peinlich. So eine lange HV, und es ist praktisch nichts Interessantes vorgefallen. Also nichts, das einem bei der Entscheidung helfen würde, zu kaufen oder zu verkaufen. Über das Thema Nr. 1 kann ich nichts schreiben, das ist für Nichtanwesende nicht interessant, eventuell amüsant, aber diese Reibereien hatten mit der HV wenig zu tun. Thema Nr. 2, das deutsche Mautstorno, ist ziemlich ausgewälzt worden, aber da kann Kapsch am allerwenigsten dafür, dass es nichts geworden ist. Thema Nr. 3, Wahlwerbung seitens einzelner Aktionäre, das passt auch nicht wirklich in einen HV-Bericht, wenngleich es als Satire durchgehen könnte, aber es war leider wahr. Mehr als drei Stunden, zwölf eng beschriebene A4-Seiten, und kaum Content, schlimm. Gut, fangen wir mit dem einzigen wirklichen Highlight an, nachzulesen auf Seite 32 des Geschäftsberichts: "Das österreichische Börsenmagazin "Börse Social" in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei WEBER & CO zeichnete Kapsch TrafficCom in der Spezialwertung für Kapitalmarkt-Compliance mit dem "Number One Award" aus." Ich sehe das als gute Wahl. Highlight 2: Georg Kapsch schüttelte wie immer jedem bereits Anwesenden die Hand, als er eintraf.

Georg Kapsch sprach davon, dass das Unternehmen den "Reifegrad erreicht hat, ohne die Startup-Einstellung verloren zu haben". Beim Finanzergebnis könne man nicht viel tun, das sei alles langlaufend und schwierig zu hedgen, Hedging könnte als Spekulation ausgelegt werden, "wir wollen nicht spekulieren". Man versuche, das Geschäftsmodell sukzessive umzustellen, weg von den großen Projekten, hin zu "recurring revenues". Das hätten wir vom ersten Tag an angestrebt, es sei gelungen, die Abhängigkeit von großen Projekten zu vermindern. Angearbeitete Aufträge müssten finanziert werden, das drücke den Cashflow. In "unserer Industrie" seien 35 bis 40 % Eigenkapitalquote als durchaus stabil und ausreichend anzusehen. In Polen seien die Umsätze auf 2,4 bis 2,5 Mio. Euro gefallen, das sei vorher mehr als das Doppelte gewesen. Wir seien mit Abstand der größte Komponentenverkäufer, primär bei Onboard-Units, wo wir einen Preisverfall hätten. Wir wollen in Richtung "Software as a Service" gehen.

Verwunderlich sei, dass der Aktienkurs nicht stärker reagiert habe, als wir die deutsche Pkw-Maut erhalten haben, vielleicht habe der Markt etwas gewusst, was wir nicht gewusst haben. Anmerkung: Das war offenbar eine Anspielung darauf, dass ja später der Klage gegen die deutsche Pkw-Maut stattgegeben worden ist. Am 30.12.18 sei unterschrieben worden, wir hätten sofort zu arbeiten begonnen, um den herausfordernden Zeitplan einhalten zu können. Dann hätten wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass der EuGH ein Urteil gefällt hat, das auch in Deutschland niemand erwartet habe. Man habe uns eine Kündigung geschickt, aber der Vertrag sei aufrecht, unsere Chancen in einem künftigen Verfahren dürfen nicht geschmälert werden. Österreich sei führend bei der Klage gegen die deutsche Maut gewesen. Wir hätten für diese Causa Rückstellungen über zwei Millionen Euro gebildet. Was wir wirklich tun werden, könnten wir erst nach dem 30.9. sagen. Es gebe in den Verträgen Schutzbestimmungen, aber das werde alles eine Frage von Verhandlungen sein.

In Tschechien hätten wir von Anfang an Einspruch gegen die Ausschreibung erhoben. Zweimal sei unserer Klage stattgegeben worden, es nütze nichts, ein anderer errichte dort das Mautsystem. Wir wollen kein schlechter Verlierer sein, aber wir wollen nicht akzeptieren, dass das Vergaberecht mit Füßen getreten wird. Kapsch sprach weiters von Forschung zu "vernetzten autonomen Fahrzeugen" und von einer Aufstockung um 1 % in Sambia, "damit wir dort endgültig das Sagen haben". Er sprach über das 1. Quartal 2019/20, wo die Nettoverschuldung wegen IFRS 16 "drastisch erhöht" worden sei, weil die Nutzungsrechte zu aktivieren und dafür die Verbindlichkeiten auf der anderen Seite der Bilanz einzustellen gewesen seien, es sei also zu einer Verlängerung der Bilanz gekommen. "Sonst wäre der Nettoabfluss nicht so hoch gewesen". Nach 50 Minuten war die Vorstandspräsentation zu Ende.
Kapsch TrafficCom ( Akt. Indikation:  33,90 /34,00, 0,15%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 12.09.)



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Akt. Indikation:  5.46 / 5.68
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Letzter SK:  5.70 ( 3.64%)



 

Bildnachweis

1. Hans Lang (Kapsch TrafficCom), Christoph Moser (Weber & Co.) - Number One Awards 2018 - Compliance Kapsch TrafficCom , (© photaq)   >> Öffnen auf photaq.com

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    Kapsch-HV: Börse Social Präsenz im Geschäftsbericht (Günter Luntsch)


    12.09.2019, 4293 Zeichen

    Kapsch-HV 10.9.19 (1). Das ist mir jetzt ein bisserl peinlich. So eine lange HV, und es ist praktisch nichts Interessantes vorgefallen. Also nichts, das einem bei der Entscheidung helfen würde, zu kaufen oder zu verkaufen. Über das Thema Nr. 1 kann ich nichts schreiben, das ist für Nichtanwesende nicht interessant, eventuell amüsant, aber diese Reibereien hatten mit der HV wenig zu tun. Thema Nr. 2, das deutsche Mautstorno, ist ziemlich ausgewälzt worden, aber da kann Kapsch am allerwenigsten dafür, dass es nichts geworden ist. Thema Nr. 3, Wahlwerbung seitens einzelner Aktionäre, das passt auch nicht wirklich in einen HV-Bericht, wenngleich es als Satire durchgehen könnte, aber es war leider wahr. Mehr als drei Stunden, zwölf eng beschriebene A4-Seiten, und kaum Content, schlimm. Gut, fangen wir mit dem einzigen wirklichen Highlight an, nachzulesen auf Seite 32 des Geschäftsberichts: "Das österreichische Börsenmagazin "Börse Social" in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei WEBER & CO zeichnete Kapsch TrafficCom in der Spezialwertung für Kapitalmarkt-Compliance mit dem "Number One Award" aus." Ich sehe das als gute Wahl. Highlight 2: Georg Kapsch schüttelte wie immer jedem bereits Anwesenden die Hand, als er eintraf.

    Georg Kapsch sprach davon, dass das Unternehmen den "Reifegrad erreicht hat, ohne die Startup-Einstellung verloren zu haben". Beim Finanzergebnis könne man nicht viel tun, das sei alles langlaufend und schwierig zu hedgen, Hedging könnte als Spekulation ausgelegt werden, "wir wollen nicht spekulieren". Man versuche, das Geschäftsmodell sukzessive umzustellen, weg von den großen Projekten, hin zu "recurring revenues". Das hätten wir vom ersten Tag an angestrebt, es sei gelungen, die Abhängigkeit von großen Projekten zu vermindern. Angearbeitete Aufträge müssten finanziert werden, das drücke den Cashflow. In "unserer Industrie" seien 35 bis 40 % Eigenkapitalquote als durchaus stabil und ausreichend anzusehen. In Polen seien die Umsätze auf 2,4 bis 2,5 Mio. Euro gefallen, das sei vorher mehr als das Doppelte gewesen. Wir seien mit Abstand der größte Komponentenverkäufer, primär bei Onboard-Units, wo wir einen Preisverfall hätten. Wir wollen in Richtung "Software as a Service" gehen.

    Verwunderlich sei, dass der Aktienkurs nicht stärker reagiert habe, als wir die deutsche Pkw-Maut erhalten haben, vielleicht habe der Markt etwas gewusst, was wir nicht gewusst haben. Anmerkung: Das war offenbar eine Anspielung darauf, dass ja später der Klage gegen die deutsche Pkw-Maut stattgegeben worden ist. Am 30.12.18 sei unterschrieben worden, wir hätten sofort zu arbeiten begonnen, um den herausfordernden Zeitplan einhalten zu können. Dann hätten wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass der EuGH ein Urteil gefällt hat, das auch in Deutschland niemand erwartet habe. Man habe uns eine Kündigung geschickt, aber der Vertrag sei aufrecht, unsere Chancen in einem künftigen Verfahren dürfen nicht geschmälert werden. Österreich sei führend bei der Klage gegen die deutsche Maut gewesen. Wir hätten für diese Causa Rückstellungen über zwei Millionen Euro gebildet. Was wir wirklich tun werden, könnten wir erst nach dem 30.9. sagen. Es gebe in den Verträgen Schutzbestimmungen, aber das werde alles eine Frage von Verhandlungen sein.

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