23.06.2019
Zugemailt von / gefunden bei: Raiffeisen Research (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)
Aus dem wöchentlichen Marktkommentar von Raiffeisen Research: Nach einem sehr bullischen zweiten Quartal (unsere ursprünglich ambitioniert wirkenden Juni-Ziele wurden praktisch durchgehend erreicht) hat sich in den vergangenen Tagen der Optimismus der Aktionäre noch einmal sprunghaft gesteigert (inklusive neuer Allzeit-Höchststände in den USA!). Denn binnen weniger Tage hat sowohl die EZB Lockerungsschritte in Aussicht gestellt (neues QE um die Jahreswende? Zinssenkung noch vor Jahresende?), als auch die US-Notenbankdas Fenster für Zinssenkungen weit aufgemacht. Gleichzeitig stieg die Hoffnung auf einen Waffenstillstand im Handelsstreit China/USA am G20-Gipfel am 28./29. Juni (zumindest sprechen die Verhandler vorab wieder miteinander).
Entsprechend konnten praktisch alle Indizes die vergangene Woche stark zulegen, und der Optimismus könnte sich durchaus bis zum G20-Gipfel noch weiter steigern. Wir bleiben allerdings skeptisch, dass der Markt diesen Optimismus den Sommer über durchhalten wird: Eine Lockerung der EZB und Fed sind am Zinsmarkt bereits voll gepreist (für letztere sogar bereits drei Senkungen noch 2019). Das würde eine schwache Konjunkturlage voraussetzen, die dann auch die Unternehmensgewinne in Mitleidenschaft ziehen würde, was der Markt derzeit ignoriert. Und auch betreffend G20-Gipfel glauben wir an keine rasche Einigung, sondern halten eine weitere Eskalation über den Sommer für wahrscheinlich (von anderen Risiken wie Iran-Konflikt, Brexit/Johnson als Premier, Handelskonflikt Europa etc. ganz abgesehen). Die von uns erwartete Eskalation China/USA ist aktuell der Hauptgrund für unsere Verkaufsempfehlung und tiefere Index-Prognosen für Q3. Aber selbst bei einem Waffenstillstand am G20-Treffen (d.h. keine Einigung/Aufhebung bestehender Zölle, aber Aufschub der nächsten Zollrunde) würden wir unsere Quartals-Empfehlung aus heutiger Sicht nur auf „neutral“ anheben, da die sich eintrübenden Fundamentaldaten und zahlreichen Risikofaktoren bei gleichzeitig (übertrieben) optimistischer Marktstimmung für die nächsten Monate eine wenig attraktive Mischung darstellen.
Optimistischer sind wir für EUR Unternehmensanleihen: Die Aussicht auf neues QE der EZB ist für diese Assetklasse sehr unterstützend: Die Spreads engten sich in den letzten Tagen zwar bereits stark ein, das Potenzial ist aber wahrscheinlich noch nicht ausgeschöpft.
Und ein Hauptprofiteur einer lockereren Geldpolitik (sowohl EZB aber insbesondere US-Fed) ist der Goldpreis, der diese Woche unser ambitioniertes Juni-Ziel erreichte, und aus unserer Sicht in einem Umfeld immer negativer werdender Realzinsen samt geopolitischer Risiken noch weiteres Kurspotenzial hat.
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Aktien auf dem Radar:Frequentis, Agrana, Telekom Austria, Amag, UBM, Austriacard Holdings AG, Andritz, Wienerberger, Zumtobel, Porr, Marinomed Biotech, Addiko Bank, AT&S, Erste Group, Palfinger, Rath AG, Wolftank-Adisa, Polytec Group, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Mayr-Melnhof, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, Semperit, Infineon, Münchener Rück, Zalando, Siemens Energy, Merck KGaA, Fresenius Medical Care.
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23.06.2019, 3154 Zeichen
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Aus dem wöchentlichen Marktkommentar von Raiffeisen Research: Nach einem sehr bullischen zweiten Quartal (unsere ursprünglich ambitioniert wirkenden Juni-Ziele wurden praktisch durchgehend erreicht) hat sich in den vergangenen Tagen der Optimismus der Aktionäre noch einmal sprunghaft gesteigert (inklusive neuer Allzeit-Höchststände in den USA!). Denn binnen weniger Tage hat sowohl die EZB Lockerungsschritte in Aussicht gestellt (neues QE um die Jahreswende? Zinssenkung noch vor Jahresende?), als auch die US-Notenbankdas Fenster für Zinssenkungen weit aufgemacht. Gleichzeitig stieg die Hoffnung auf einen Waffenstillstand im Handelsstreit China/USA am G20-Gipfel am 28./29. Juni (zumindest sprechen die Verhandler vorab wieder miteinander).
Entsprechend konnten praktisch alle Indizes die vergangene Woche stark zulegen, und der Optimismus könnte sich durchaus bis zum G20-Gipfel noch weiter steigern. Wir bleiben allerdings skeptisch, dass der Markt diesen Optimismus den Sommer über durchhalten wird: Eine Lockerung der EZB und Fed sind am Zinsmarkt bereits voll gepreist (für letztere sogar bereits drei Senkungen noch 2019). Das würde eine schwache Konjunkturlage voraussetzen, die dann auch die Unternehmensgewinne in Mitleidenschaft ziehen würde, was der Markt derzeit ignoriert. Und auch betreffend G20-Gipfel glauben wir an keine rasche Einigung, sondern halten eine weitere Eskalation über den Sommer für wahrscheinlich (von anderen Risiken wie Iran-Konflikt, Brexit/Johnson als Premier, Handelskonflikt Europa etc. ganz abgesehen). Die von uns erwartete Eskalation China/USA ist aktuell der Hauptgrund für unsere Verkaufsempfehlung und tiefere Index-Prognosen für Q3. Aber selbst bei einem Waffenstillstand am G20-Treffen (d.h. keine Einigung/Aufhebung bestehender Zölle, aber Aufschub der nächsten Zollrunde) würden wir unsere Quartals-Empfehlung aus heutiger Sicht nur auf „neutral“ anheben, da die sich eintrübenden Fundamentaldaten und zahlreichen Risikofaktoren bei gleichzeitig (übertrieben) optimistischer Marktstimmung für die nächsten Monate eine wenig attraktive Mischung darstellen.
Optimistischer sind wir für EUR Unternehmensanleihen: Die Aussicht auf neues QE der EZB ist für diese Assetklasse sehr unterstützend: Die Spreads engten sich in den letzten Tagen zwar bereits stark ein, das Potenzial ist aber wahrscheinlich noch nicht ausgeschöpft.
Und ein Hauptprofiteur einer lockereren Geldpolitik (sowohl EZB aber insbesondere US-Fed) ist der Goldpreis, der diese Woche unser ambitioniertes Juni-Ziel erreichte, und aus unserer Sicht in einem Umfeld immer negativer werdender Realzinsen samt geopolitischer Risiken noch weiteres Kurspotenzial hat.
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