12.06.2019, 3629 Zeichen
Trailrunning ist derzeit in aller Munde. Motive, um diesen Sport auszuüben, gibt es viele. Ein Sport für Jedermann, bei dem unsere wunderschöne Natur im Vordergrund steht. Eine perfekte Kulisse fürs Trailrunning bietet definitiv auch die Region Wilder Kaiser. Um über die Zukunft der Sportart zu diskutieren, traf sich eine kleine und ausgewählte Gruppe auf Einladung des Tourismusverbands Wilder Kaiser rund um Gabriel Eder sowie der Tour de Tirol Organisatoren Martin Kaindl und Dieter Aufinger in Söll. Neben einem regen Informationsaustausch standen das Kennenlernen der Region und der Tour de Tirol Strecke sowie ein Workshop zum Thema Trailrunning an der Tagesordnung.
Mit den Bikes ging es von Söll rauf zum Hexenwasser nach Hochsöll und dann entgegengesetzt der Laufrichtung rund 10 Kilometer entlang der Kaisermarathon-Strecke. Ich war bis dato nur zum Skifahren am Wilden Kaiser unterwegs, doch auch in der warmen Jahreszeit gibt es hier echt viel zu entdecken. Vorbei an idyllischen Bergseen hinauf zu unserem Etappenziel, die Tanzbodenalm. Und auf so manchen Streckenabschnitten wurden sogar wieder Erinnerungen an den Aufenthalt im Jänner wach, denn hier hieß es teils noch große Schneefelder zu durchqueren. Aber bei diesem Wetter und der traumhaften Kulisse macht das einfach nur Spaß. Auf der Tanzbodenalm angekommen und mit regionalen Schmankerln gestärkt, wurde munter drauf losdiskutiert.
Im Gegensatz zum Berglauf sind die Höhenmeter beim Trailrunning nicht ausschlaggebend. Der Laufuntergrund und das natürliche Umfeld machen das Erlebnis aus. Die Ruhe und Natur stehen im Fokus. Generell geht’s beim Trailrunning etwas „gemütlicher“ her. Der Leistungsdruck sinkt, da die Strecken nicht vergleichbar sind und auch das Thema „Pace“ im Gegensatz zu Straßenläufen nicht präsent ist. Und so ist es auch überhaupt kein Thema, einfach mal stehenzubleiben, tief durchzuatmen und das herrliche Panorama zu genießen. Und wenn’s mal nicht mehr geht, werden Abschnitte einfach gehend bewältigt.
Das Wandern ist in den letzten Jahren wieder richtig modern geworden. Der Lifestyle-Einfluss ist auch hier nicht mehr zu übersehen und lockt immer mehr Leute in die Berge. Und das Wandern ist oftmals auch die Vorstufe zum Trailrunning, das eine natürliche Steigerung darstellt. Das Training ist dabei überall möglich – auch in größeren Städten gibt es ausreichend Möglichkeiten, sich an dieses Abenteuer heranzutasten. Unter dem Motto „Die Verlobung findet zu Hause statt, die Hochzeit dann bei uns in den Bergen“ kommen dann auch Trailrunning-Veranstalter wie die Tour de Tirol ins Spiel. Denn wer will nicht mit vielen Gleichgesinnten von 4. bis 6. Oktober 2019 ein dreitägiges Hochzeitsfest feiern!?
Neben den Gastgebern der Tour de Tirol waren auch Kollegen aus dem Veranstaltungsbereich wie Gerald Burger (OK Reschensselauf, Stelvio Marathon) oder Patrick Wieser (OK Jungfraumarathon sowie Top-Athlet) sowie der 7-fache Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt mit dabei. Der Neuseeländer, der jetzt in Italien lebt, ist zudem Präsident der WMRA (World Mountain Running Association) und in der Produktentwicklung von La Sportiva tätig. Komplettiert wurde die Runde von Hermann Achmüller (Top-Athlet), Andreas Perer (Lauf- und Sportreisen), Hannes Wille (Scott), Walder Edinger (Communication) sowie zwei Bloggern aus Deutschland und Österreich – Julia Topp (Munich Mountain Girls) und mir alias Running Schritti.
Der Beitrag Trailrunning: Naturschauspiel für Jedermann erschien zuerst auf Running Schritti.
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Trailrunning Wilder Kaiser, Werner Schrittwieser
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