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Tojner's Aluflexpack mit Details zum geplanten IPO

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03.06.2019, 6192 Zeichen

Die Aluflexpack AG, ein Unternehmen der Montana Tech Components des Industriellen Michael Tojner, kündigt ein IPO an. Die Aktien sollen noch im zweiten Quartal 2019 an der SIX Swiss Exchange notieren. Zum Kerngeschäft der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Reinach (Aargau), Schweiz, zählt die Entwicklung und Herstellung hochwertiger flexibler Verpackungslösungen überwiegend für die Endmärkte Coffee/Tea, Pharmaceuticals, Pet Food, Confectionery und Dairy, wo die Gesellschaft sich auf schnell wachsende Marktnischen fokussiert.

Im Zuge der Kotierung werden voraussichtlich neue Aktien aus einer geplanten Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttogesamterlös von rund 140 Millionen Euro angeboten. Für eine eventuelle Mehrzuteilung werden darüber hinaus zusätzliche Aktien in Höhe von bis zu 15 Prozent des Angebotsvolumens durch den Mehrheitsaktionär bereitgestellt ("Greenshoe"). Der geplante Börsengang wird von Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG ("Berenberg") als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner begleitet. Die Zürcher Kantonalbank ("ZKB") wurde als Joint Bookrunner und die Raiffeisen Centrobank als Co-Lead Manager mandatiert. Nach derzeitiger Planung soll das Angebot aus einem öffentlichen Angebot in der Schweiz sowie Privatplatzierungen ausserhalb der Schweiz bestehen. Für das Unternehmen und das Management wird voraussichtlich ein Lock-up von zwölf Monaten und für den bestehenden Hauptaktionär ein Lock-up von 24 Monaten angedacht.

Das Unternehmen fokussiert den Angaben zufolge auf schnell wachsende Nischen: 2018 stieg der Umsatz auf rund 191,8 Millionen Euro. In den ersten 3 Monaten 2019 wurde ein Umsatz von 50,6 Millionen Euro erwirtschaftet (Q1 2018: rund 40,8 Millionen Euro). Im ersten Quartal 2019 betrug die bereinigte EBITDA-Marge rund 13,9 %. Einer der Wachstumstreiber war der Bereich Coffee/Tea, wo das Unternehmen unter anderem mit wiederverwertbaren Premium-Aluminiumkaffeekapseln punktete. Die Aluflexpack kann dabei, wie auch bei zahlreichen anderen Produkten, zum Vorteil für den Kunden auf eine tiefe und integrierte Wertschöpfung im eigenen Haus zurückgreifen.

Die Nachfrage ist den Angaben zufolge auch im Bereich der Pharma-Verpackungslösungen hoch, in welchen die Aluflexpack einen Schwerpunkt auf den schnell wachsenden Markt für Durchdrückpackungen ("Blister-Folien") legt. Für schnelles Wachstum in diesem Markt sorgen strukturelle Treiber wie die demographische Alterung, höheres Gesundheitsbewusstsein und eine steigende Anzahl von Menschen mit Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem.

Wachstumspotenzial besteht laut Aluflexpack ferner im Bereich der Standbodenbeutel ("Stand-Up-Pouches"), die im Bereich der Tiernahrung und Lebensmittel immer häufiger als bevorzugte Verpackungsform verwendet werden. Neben exzellenten funktionalen Eigenschaften wie etwa der Barriere gegen Feuchtigkeit, Luft und Licht kann diese immer beliebter werdende Verpackungsform bei Kunden durch hohe Benutzerfreundlichkeit (z.B. einfaches Öffnungsverhalten, Wiederverschliessbarkeit) und im Handel vor allem mit der hohen Attraktivität im Verkaufsregal punkten. In diesem Produktbereich soll die Produktionskapazität durch gezielte Erweiterungsinvestitionen in den nächsten Jahren signifikant gesteigert werden.

Aluflexpack beabsichtigt mit dem angestrebten Bruttoerlös von rund 140 Millionen Euro vorwiegend in den Ausbau der Produktionskapazitäten in Europa, in die Automatisierung der Produktion und in zielgerichtete Unternehmenskäufe in Asien, Europa, der MENA-Region und in Nordamerika zu investieren. Zur Vorfinanzierung dieser Wachstumsinitiativen bereits gewährte Gesellschafterdarlehen werden zurückgezahlt. Etwa 30 Millionen Euro sollen in die Erweiterung bestehender Produktionskapazitäten für "Stand-Up-Pouches" am Produktionsstandort Umag im Norden von Kroatien investiert werden. Weitere 30 Millionen Euro möchte man in zusätzliche Kapazitäten an den übrigen Produktionsstandorten sowie punktuell in Effizienz- und Automatisierungseinrichtungen investieren. Geplant ist zudem, etwa 80 Millionen Euro für wertsteigernde Akquisitionen zu verwenden, wovon bereits ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag für die Akquisition des türkischen Unternehmens Arimpeks im September 2018 investiert und ebenfalls durch Gesellschafterdarlehen vorfinanziert wurde.

"Wir folgen hier dem Wunsch unserer global agierenden Kunden nach zusätzlichen Kapazitäten - und schaffen eine leistungstarke Platform mit finalen Produktionsschritten in ihrer Nähe", erklärt Igor Arbanas, CEO der Aluflexpack Gruppe. Zudem zielt man mit der Standorterweiterung darauf ab, weitere Synergien auszuschöpfen - ähnlich wie in der jüngsten Vergangenheit bei den Zukäufen und der Integration von Process Point Service (Liechtenstein/Schweiz, 2013), Eliopack (Frankreich, 2015) und Arimpeks (Türkei, 2018).

Montana Tech Components wird auch nach der Kotierung der Aluflexpack Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und plant, wie beim Schwesterunternehmen Varta, das 2017 erfolgreich an die Börse gebracht wurde, langfristig einen Mehrheitsanteil zu halten. Martin Ohneberg, Präsident des Verwaltungsrats der Aluflexpack, sagt: "Entscheidend für den Erfolg der Aluflexpack war die klare Unternehmensstrategie, die auf gezielten organischen Wachstumsinitiativen und wertsteigernden M&A-Aktivitäten fusst. Ein massgeblicher Anteil kommt jedoch auch den MitarbeiterInnen und der Konzernleitung zu. Für die Zukunft gilt es, nachhaltig organisches und anorganisches Wachstum durch Innovation, Fokussierung und Markteintritte in neue Länder voranzutreiben."

Michael Tojner, CEO und Mehrheitseigentümer der Montana Tech Components AG, ergänzt: "Die positive Entwicklung und Erhöhung der Marktanteile mit innovativen Produkten möchten wir als Gesellschafter langfristig begleiten und unterstützen. Die Montana plant in den nächsten Jahren erhebliche Mittel in die Division Aerospace der Holding zu investieren. Für die Aluflexpack sehen wir, aufgrund ihrer attraktiven Wachstumsmöglichkeiten, die selbständige Finanzierung über die Börse, wie bei der Varta, als richtigen Schritt an. Indem wir die Mehrheit halten, bieten wir Kunden und Mitarbeitern einen stabilen Kernaktionär."



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Michael Tojner, GEP, trennt sich von der letzten Venture Capital-Beteiligung. Strategischer Fokus liegt in Zukunft auf der mittel- bis langfristigen Weiterentwicklung von Industriebeteiligungen (c) Corporate-Site Varta


Autor
Christine Petzwinkler
Börse Social Network/Magazine


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