03.04.2019, 3544 Zeichen
Für die Deutsche Telekom ist eine entscheidende Phase angebrochen. Der ehemalige Staatsmonopolist kann die Grundlage für eine sehr erfolgreiche Zukunft schaffen oder sich mit falschen Entscheidungen diese komplett verbauen.
Besonders im Fokus steht die Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Zumal es dabei nicht nur um etwas schnelleres Internet für Smartphones geht. 5G wird als zentraler Baustein für die voranschreitende Vernetzung von Maschinen angesehen. Das Internet der Dinge dürfte in Zukunft erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Anforderungen nehmen zu. Maschinen müssen in Echtzeit miteinander kommunizieren. Nicht nur im Bereich des autonomen Fahrens. Es sind viele weitere Anwendungen vorstellbar. Entsprechend sind auch die Chancen für Telekommunikationsanbieter vorhanden, ganz neue Dienstleistungen anzubieten.
Zunächst müssen jedoch die passenden Frequenzen erworben und der Netzausbau vorangetrieben werden. Dies bringt auch Risiken mit sich. Kein Wunder, dass das Thema 5G auf der am 28. März in Bonn abgehaltenen Telekom-Hauptversammlung einen großen Raum einnahm. Konzernchef Tim Höttges sprach von massiven Investitionen in die Zukunft. Zukunftsweisend wäre für die Deutsche Telekom auch die angedachte Fusion von T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint. Noch versucht man auf Unternehmensseite die US-Wettbewerbsbehörden für den Deal zu gewinnen. Unter anderem mit dem Argument, dass die Nummer drei und vier am US-Mobilfunkmarkt gemeinsam schneller ein 5G-Netz aufbauen könnten.
Wie wichtig das US-Geschäft für die Deutsche Telekom ist, zeigte sich erneut anhand der Geschäftsergebnisse für 2018. Der DAX-Konzern konnte ein „Rekordjahr“ verbuchen. Die Umsatzerlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent auf 75,7 Mrd. Euro. Organisch lag der Zuwachs sogar bei 3,1 Prozent. Das bereinigte EBITDA legte gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent auf 23,3 Mrd. Euro zu. Beim Free Cashflow gab es ein Plus von 13,7 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro. Darüber konnten sich die Anteilseigner freuen. Die Dividende stieg von 65 Cent je Aktie im Vorjahr auf nun 70 Cent. Damit wurde die Ausschüttung über die vergangenen vier Jahre um 40 Prozent gesteigert. Zudem kann sich die Dividendenrendite gemessen am Schlusskurs der Telekom-Aktie für das Jahr 2018 mit 4,7 Prozent mehr als nur sehen lassen.
Für 2019 stellt das Management weiteres Wachstum in Aussicht. Die Prognose orientiert sich weiterhin am mittelfristigen Ausblick vom Kapitalmarkttag 2018. Hier hat der Konzern bis 2021 durchschnittliche jährliche Steigerungsziele ausgegeben: beim Umsatz 1 bis 2 Prozent, beim bereinigten EBITDA 2 bis 4 Prozent und beim Free Cashflow rund 10 Prozent. Mittel- bis langfristig soll zudem die geplante Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint weiteres Potenzial freisetzen, auch wenn das Unternehmen zunächst mit Anlaufkosten rechnet. Schließlich müssten neben einer komplizierten Integration auch enorme Investitionen in den 5G-Netzausbau gestemmt werden. Dass sich dies auszahlen wird, ist alles andere als sicher.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Telekom-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT95JG) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,93, die Barriere bei 11,65 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC0BPB, aktueller Hebel 4,26, Barriere bei 17,40 Euro) auf fallende Kurse der Deutsche-Telekom-Aktie setzen.
Stand: 02.04.2019
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