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18.01.2019, 4950 Zeichen

EVN-HV für 2017/18 - 1. Am 17.1.19 um 10 Uhr fand im EVN-Forum in Maria Enzersdorf die HV der EVN AG statt. Die Eingangskontrolle bei EVN-Hauptversammlungen dauert normalerweise sehr lange. Da aber heuer offenbar weniger Aktionäre kamen, war es weniger schlimm. Etwa jeder zweite Sitzplatz im Saal war besetzt. Als "aktienrechtlicher Berater" war Johannes Reich-Rohrwig anwesend. Er brachte acht Jus-Studenten/innen als Gäste mit, die einen guten Eindruck hinterließen, denn anders als die meisten Schulklassen blieben diese handverlesenen Gäste bis zum Ende der HV im Saal. Ein Teil des Geschehens spielte sich im Untergeschoss außerhalb des Saals ab, denn die HV wurde dorthin übertragen. Leider konnte man hier von der Übertragung praktisch nichts verstehen, weil die Leute untereinander plauderten. Das wichtigste Thema der Aktionäre war die neuerliche Gewinnwarnung der voestalpine, manche Anleger wirkten etwas verzweifelt, voestalpine hat ja fast jeder im Depot, der in Aktien der Wiener Börse investiert. Das zweite größere Thema waren die Erinnerungen an die schönen Zeiten, wo die EVN noch zu Aktionärstagen einlud. "Da habe ich Niederösterreich kennen gelernt. Sonst wäre ich nie in diese Gegenden gekommen.", zeigte sich ein Aktionär dankbar.

153,163.393 Aktien waren zu dieser HV angemeldet. Mit 91,737.986 Aktien war die Niederösterreichische Landesbeteiligungs Holding GmbH aus St. Pölten die größte anwesende Aktionärin. Der ENBW Trust e.V. war mit 53,954.487 Aktien zweitgrößter anwesender Aktionär, Government of Norway mit 1,383.151 Aktien drittgrößter, die ERSTE Asset Management GmbH mit 659.362 Aktien viertgrößter, ein Vanguard-Fonds mit 425.492 Aktien fünftgrößter. Eine Reihe von Fonds war mit jeweils einer fünf- bis sechsstelligen Aktienanzahl angemeldet, unter anderem weitere Vanguard-Fonds.

Wir hörten, dass trotz widriger Rahmenbedingungen wieder ein sehr gutes Ergebnis erzielt worden sei, dass das operative Geschäft einen soliden Verlauf genommen habe, die Absicherungsgeschäfte gegen Preisänderungen hätten einen positiven, aber unbaren Ergebnisbeitrag geleistet, daher könne das Ergebnis nicht als Gradmesser für zukünftige Ergebnisse der EVN herangezogen werden. Die EVN bekenne sich zu einer stablilen Dividende, daher würden 0,44 Euro plus 0,03 Euro Bonus vorgeschlagen. Ein operatives Highlight sei der Ausbau unserer Windkapazitäten gewesen. Im ersten Halbjahr hätten wir eine gute Wasserführung gehabt, es gebe mittlerweile eine enorme Volatilität bei Wind-, Wasser- und Sonnenangebot, thermische Kraftwerke als Reservekapazität seien notwendig. Wenn das System zu 100% auf alternativer Erzeugung basiere, sei Netzstabilisierung nur möglich, wenn ein kalorisches Kraftwerk als Reserve bereit stehe. Die EVN habe einen Vertrag zur Netzstabilisierung im süddeutschen Raum gehabt, wo wir 150 Tage (im Geschäftsjahr 2017/18?) netzstabilisierend eingegriffen hätten. Seit der Trennung des österreichischen und des deutschen Strommarkts per 1.10.18 könne man das nicht mehr tun, nun müsse die APG (Anmerkung: 100%ige Verbund-Tochter) einen Beitrag zur Stabilisierung des deutschen Netzes bereitstellen.

Über den Ausgang des Schiedsgerichtsverfahrens gegen die Republik Bulgarien könne man noch nichts berichten, seit dem Hearing seien bereits zwei Jahre vergangen. Die Nettoverschuldung sei um 249,5 Mio. Euro auf 963,7 Mio. Euro gesunken. Zur "Mission 2030" (Anmerkung: Dekarbonisierung) der Bundesregierung würden noch konkrete politische Rahmenbedingungen folgen. Neue Windparks müssten ins bestehende System integriert werden, ein weiterer Anstieg der Erneuerbaren sei eine große Herausforderung für die Frequenzstabilität. Mit Abschalten der thermischen Kraftwerke auch in Deutschland würden diese fehlen. Eine Lösung könnten große stabilisierende Batteriespeicher sein, in einem Testversuch seien mehrere Haushalte mit E-Fahrzeugen ausgestattet worden, um die Belastung für die Netzstabilität zu testen, vor allem, weil am Abend gleichzeitig die E-Autos aufgeladen würden. 1.052 km Leitungen seien saniert oder neu errichtet worden, 10 Umspannwerke seien auf den neuesten Standard gebracht worden. Direkt am Windpark Prottes habe man einen Batteriespeicher installiert, der Spannungsschwankungen im Ortsnetz ausgleichen solle. Die Netzstabilität eines Windparks könne ohne eigenes Netz (?) nicht wiederhergestellt werden, am Standort sei ein Blackout simuliert worden, das Netz habe (durch die Batterie?) wieder aufgebaut werden können. Der 3,5-MW-Großbatteriespeicher in Prottes könne einen durchschnittlichen Haushalt 7 Monate oder mehr als 50 Mittelklasse-E-Autos mit Strom versorgen, für einen sinnvollen großflächigen Einsatz würden wir aber noch keine Marktreife sehen. Das alles sagte Vorstandsmitglied Franz Mittermayer, und noch viel mehr, ich werde in Kürze fortsetzen.
EVN ( Akt. Indikation:  14,11 /14,20, 1,82%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.01.)



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    EVN-HV für 2017/18 (1): Aktienrechtlicher Berater, Fonds, Zwischenstand EVN vs. Bulgarien (Günter Luntsch)


    18.01.2019, 4950 Zeichen

    EVN-HV für 2017/18 - 1. Am 17.1.19 um 10 Uhr fand im EVN-Forum in Maria Enzersdorf die HV der EVN AG statt. Die Eingangskontrolle bei EVN-Hauptversammlungen dauert normalerweise sehr lange. Da aber heuer offenbar weniger Aktionäre kamen, war es weniger schlimm. Etwa jeder zweite Sitzplatz im Saal war besetzt. Als "aktienrechtlicher Berater" war Johannes Reich-Rohrwig anwesend. Er brachte acht Jus-Studenten/innen als Gäste mit, die einen guten Eindruck hinterließen, denn anders als die meisten Schulklassen blieben diese handverlesenen Gäste bis zum Ende der HV im Saal. Ein Teil des Geschehens spielte sich im Untergeschoss außerhalb des Saals ab, denn die HV wurde dorthin übertragen. Leider konnte man hier von der Übertragung praktisch nichts verstehen, weil die Leute untereinander plauderten. Das wichtigste Thema der Aktionäre war die neuerliche Gewinnwarnung der voestalpine, manche Anleger wirkten etwas verzweifelt, voestalpine hat ja fast jeder im Depot, der in Aktien der Wiener Börse investiert. Das zweite größere Thema waren die Erinnerungen an die schönen Zeiten, wo die EVN noch zu Aktionärstagen einlud. "Da habe ich Niederösterreich kennen gelernt. Sonst wäre ich nie in diese Gegenden gekommen.", zeigte sich ein Aktionär dankbar.

    153,163.393 Aktien waren zu dieser HV angemeldet. Mit 91,737.986 Aktien war die Niederösterreichische Landesbeteiligungs Holding GmbH aus St. Pölten die größte anwesende Aktionärin. Der ENBW Trust e.V. war mit 53,954.487 Aktien zweitgrößter anwesender Aktionär, Government of Norway mit 1,383.151 Aktien drittgrößter, die ERSTE Asset Management GmbH mit 659.362 Aktien viertgrößter, ein Vanguard-Fonds mit 425.492 Aktien fünftgrößter. Eine Reihe von Fonds war mit jeweils einer fünf- bis sechsstelligen Aktienanzahl angemeldet, unter anderem weitere Vanguard-Fonds.

    Wir hörten, dass trotz widriger Rahmenbedingungen wieder ein sehr gutes Ergebnis erzielt worden sei, dass das operative Geschäft einen soliden Verlauf genommen habe, die Absicherungsgeschäfte gegen Preisänderungen hätten einen positiven, aber unbaren Ergebnisbeitrag geleistet, daher könne das Ergebnis nicht als Gradmesser für zukünftige Ergebnisse der EVN herangezogen werden. Die EVN bekenne sich zu einer stablilen Dividende, daher würden 0,44 Euro plus 0,03 Euro Bonus vorgeschlagen. Ein operatives Highlight sei der Ausbau unserer Windkapazitäten gewesen. Im ersten Halbjahr hätten wir eine gute Wasserführung gehabt, es gebe mittlerweile eine enorme Volatilität bei Wind-, Wasser- und Sonnenangebot, thermische Kraftwerke als Reservekapazität seien notwendig. Wenn das System zu 100% auf alternativer Erzeugung basiere, sei Netzstabilisierung nur möglich, wenn ein kalorisches Kraftwerk als Reserve bereit stehe. Die EVN habe einen Vertrag zur Netzstabilisierung im süddeutschen Raum gehabt, wo wir 150 Tage (im Geschäftsjahr 2017/18?) netzstabilisierend eingegriffen hätten. Seit der Trennung des österreichischen und des deutschen Strommarkts per 1.10.18 könne man das nicht mehr tun, nun müsse die APG (Anmerkung: 100%ige Verbund-Tochter) einen Beitrag zur Stabilisierung des deutschen Netzes bereitstellen.

    Über den Ausgang des Schiedsgerichtsverfahrens gegen die Republik Bulgarien könne man noch nichts berichten, seit dem Hearing seien bereits zwei Jahre vergangen. Die Nettoverschuldung sei um 249,5 Mio. Euro auf 963,7 Mio. Euro gesunken. Zur "Mission 2030" (Anmerkung: Dekarbonisierung) der Bundesregierung würden noch konkrete politische Rahmenbedingungen folgen. Neue Windparks müssten ins bestehende System integriert werden, ein weiterer Anstieg der Erneuerbaren sei eine große Herausforderung für die Frequenzstabilität. Mit Abschalten der thermischen Kraftwerke auch in Deutschland würden diese fehlen. Eine Lösung könnten große stabilisierende Batteriespeicher sein, in einem Testversuch seien mehrere Haushalte mit E-Fahrzeugen ausgestattet worden, um die Belastung für die Netzstabilität zu testen, vor allem, weil am Abend gleichzeitig die E-Autos aufgeladen würden. 1.052 km Leitungen seien saniert oder neu errichtet worden, 10 Umspannwerke seien auf den neuesten Standard gebracht worden. Direkt am Windpark Prottes habe man einen Batteriespeicher installiert, der Spannungsschwankungen im Ortsnetz ausgleichen solle. Die Netzstabilität eines Windparks könne ohne eigenes Netz (?) nicht wiederhergestellt werden, am Standort sei ein Blackout simuliert worden, das Netz habe (durch die Batterie?) wieder aufgebaut werden können. Der 3,5-MW-Großbatteriespeicher in Prottes könne einen durchschnittlichen Haushalt 7 Monate oder mehr als 50 Mittelklasse-E-Autos mit Strom versorgen, für einen sinnvollen großflächigen Einsatz würden wir aber noch keine Marktreife sehen. Das alles sagte Vorstandsmitglied Franz Mittermayer, und noch viel mehr, ich werde in Kürze fortsetzen.
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