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ATX-Trends: voestalpine, EVN, Mayr-Melnhof, OMV, Rosenbauer, Uniqa ...

28.12.2018, 5187 Zeichen

Das Börsenjahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Investoren waren im vierten Quartal recht vorsichtig, zuviele politische Unsicherheiten belasteten das Sentiment. Gestern sind  die Aktienmärkte Europas mit Verlusten aus der Weihnachtspause zurückgekommen. Der EuroStoxx 50 startete am Donnerstag zwar positiv in den Handel, rutschte jedoch bald ins Minus und sackte im späten Handel noch weiter ab um mit einem Tagesverlust von 1,2% zu enden. Insgesamt hielten sich die Anleger nach nach dem heftigen Hin und Her an der Wall Street über die Weihnachtstage mit Engagements zurück Aus Branchensicht gab es am Donnerstag nur Verlierer. Die deutlichsten Abschläge mussten die Versorger mit einem Minus von mehr als 3,0%hinnehmen. Relativ gut hielten sich noch die Einzelhändler, die um rund 0,8 Prozent nachgaben, nachdem es positive Signale für das späte Weihnachtsgeschäft gegeben hatte. Zalando beispielsweise konnte ein Plus von fast 2,0% für sich verzeichnen. Unter den Einzelwerten zogen die Papiere von TechnipFMC in Paris um 1,8% an. Der Ölfelddienstleister und Anlagenbauer sowie das malaysische Unternehmen Malaysia Marine and Heavy Engineering Holdings Berhad hatten mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco ein langfristiges Abkommen unterzeichnet. Visa will den britischen Finanzdienstleister Earthport übernehmen, auf Grund dieser Nachricht konnte die Aktie ihren Kurs fast vervierfachen. Fresenius Medical Care zeigte weitere Zeichen der Stabilisierung, mit einem Minus von 0,2% war das Unternehmen der stärkste unter den im DAX gelisteten Titeln.

Auch die Anleger in Wien gaben sich nach den Feiertagen vorsichtig und wollten kein Risiko eingehen, der ATX musste mit einem Abschlag von 1,2% schliessen. Voestalpine litt unter der Schwäche des europäischen Rohstoffsektors und rutschte um 2,9% ab. Keine klare Richtung fanden die Versorger. Verbund glich sich dem schwachen europäischen Sektorumfeld an und gab 4,7% ab, EVN hingegen konnte der allgemeinen Schwäche trotzen und ein Plus von 1,3% erzielen. Raiffeisen konnte nach den zuletzt deutlichen Verlusten etwas an Boden gutmachen und um 1,1% zulegen. Nicht so gut lief es für die beiden anderen Bankenwerte, die Erste Group rutschte leicht um 0,5% nach unten, bei der Bawag fiel das Minus mit 2,4% etwas deutlicher aus. Semperit , einer der größten Verlierer des Jahres, konnte den gestrigen Tag mit einem leichten Zuwachs von 0,5% beenden. Relativ gut hielten sich die Versicherer, Uniqa gab 0,5% ab, bei Vienna Insurance betrug das Minus 1,0%. Nicht profitieren konnten die heimischen Ölwerte vom starken Anstieg der Rohölpreise am Mittwoch, OMV verlor 0,8%, Schoeller-Bleckmann musste einen Abschlag von 2,6% hinnehmen. Ein Lichtblick in dem allgemein schwachen Umfeld war Rosenbauer , der Feuerwehrausrüster konnte sich um 1,9% steigern. Positiv verlief der Tag auch für Mayr-Melnhof , der Kartonproduzent verbesserte sich leicht um 0,4%.

Eine Berg- und Talfahrt erlebten die Börsen in den USA. Nach den fulminanten Zugewinnen am Mittwoch starteten die Märkte zunächst mit deutlichen Abschlägen in den Handel, konnten aber in einer furiosen Aufholjagd im späten Tagesverlauf noch in ein Plus drehen. Durch den feiertagsbedingten dünnen Handel war auch gestern die Volatilität wieder sehr hoch. Schlussendlich endete der Dow Jones mit einem Plus von 1,1%, auch der Nasdaq 100 konnte einen Zuwachs von 0,4% verzeichnen. Der S&P 500 verzeichnete nach den deutlichen Verlusten zu Beginn des Handels noch ein Plus von 0,9%, das war für den marktbreiten Index die stärkste Umkehrung innerhalb eines Handelstages seit acht Jahren. Wenig Beachtung fanden die makroökonomischen Neuigkeiten im Handelsgeschehen, die Neuanträge auf Arbeitslosigkeit wurden auf dem erwartet niedrigen Niveau gemeldet, die Stimmung der Verbraucher, ermittelt vom Meinungsforschungsinstitut Conference Board, hatte sich hingegen über den Erwartungen eingetrübt. Amazon litt unter der Meldung, dass Indien seine Gesetzgebung für ausländische Internethändler verschärft hat und gab zunächst deutlich ab, konnte dann aber den Verlust auf 0,6% reduzieren. Visa gewann 1,4% dazu, die Übernahme des britischen Finanzdienstleister Earthport erfreute die Investoren.

Ebenfalls weiter sehr volatil handeln die Ölpreise, gestern ging es nach dem exorbitanten Anstieg des Vortags wieder nach unten, Brent schloss mit einem Minus von 4,2%, WTI gab 3,5% ab. Gold konnte den gesamten Handelsverlauf stetig zulegen und wurde am Abend bei einem Wert von rund 1.275 US-Dollar gehandelt. Der Euro zeigte auch einiges an Stärke gegen den US-Dollar, auch hier kam es auf Grund des geringen Handelsvolumens zu einigen Ausschlägen, aber insgesamt ging es für die Gemeinschaftswährung nach oben und im späten Handel pendelte sich das Währungspaar bei einem Wert von rund 1,143 ein.

Die europ. Börsen sind leicht positiv indiziert. Die asiatischen Märkte schließen uneinheitlich. Von der Unternehmensseite ist es relativ ruhig. Von der Makroseite werden Inflationsdaten aus Deutschland veröffentlicht. Am Montag, dem 31.12, wird kein Morning Letter veröffentlicht.

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