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29.11.2018, 5118 Zeichen

A.o. UIAG-HV 28.11.18 Teil 1. Kurz überlegte ich, ob ich einen zündenderen Titel nehmen soll, aber ich steh nicht so auf marktschreierische Titel, meine Leser auch nicht, denke ich. Im Text ist eh mehr zu erfahren. Ich konnte nicht ahnen, dass eine simple A.o.HV mit KE-Preis über Marktpreis so ausarten würde, dass sie die lauteste HV dieses Jahres wird. Hauptversammlungen mit Staller als Fragesteller sind ungleich gesitteter, auch Hauptversammlungen mit Ploner als Redner. Wenn zwei übereinander herfallen, kommt sogar ein extra aus Linz angereister Berger praktisch nicht zu Wort. Man ist froh, wenn es vorbei ist. Immerhin 1 Stunde Präsentation plus 1 1/2 Stunden Generaldebatte samt kurzer Abstimmung. Gleich vorweg: Ich habe nicht so den Einblick ins Anwaltsmilieu, als Außenstehender wundert man sich, wie erbarmungslos Anwälte aufeinander einschlagen können. Vielleicht steckt auch viel Theater dahinter, Anwälte müssen wohl so sein. Besser, sie dreschen aufeinander ein, als auf jemanden, der nicht diesem Milieu entstammt und sich daher nicht wehren kann. Die heftigsten Äußerungen wird man eventuell nicht auf die Goldwaage legen dürfen, die Anwälte untereinander wissen schon, wie es gemeint ist. Ich werde mich hüten, hier Partei zu ergreifen, beide Seiten verstanden es nicht, irgendwie sympathisch zu wirken. Sieger kann es bei so einer Schlammschlacht nicht geben, die beiden haben sich nur selbst zerstört. Und dem zarten Pflänzchen der österreichischen Aktionärskultur fügten sie kaum bezifferbaren Schaden zu, als unbeteiligter HV-Teilnehmer konnte man sich nur mit Grausen abwenden. Zum Glück waren kaum Journalisten anwesend. Nicht auszudenken, wenn der Boulevard über den elitären Kapitalmarkt was zu schreiben hätte. Diese Blöße bleibt uns wenigstens erspart. Die seriösen Medien als Zeugen dieser HV werden ihre Worte behutsam wählen.

Der Reihe nach: Immerhin rund 25 Aktionäre fanden sich physisch um 13 Uhr in der Wiener Börse Wallnerstraße ein. Angemeldet waren 63 Aktionäre mit insgesamt 4,025.426 Aktien, wovon die Knünz Invest Beteiligungs GmbH mit 2,168.550 Stück, die Nucleus Beteiligungs GmbH mit 1,130.732 Stück, die Knünz GmbH mit 677.373 Stück und die Robotec GmbH mit 36.500 Stück die größten waren. Darauf folgte ein Ehepaar mit gemeinsam 2.140 Stück als größte private Aktionäre. Ein Hauptthema in der Präsentation war die All for One Steeb AG, bei der man laut Knünz "eine langfristige Wachstumsstrategie fahren, nicht mehr eine kurzfristige Optimierung" wolle. Die IT- und die Plastik-Tochter sollen vollkonsolidiert werden. Alle Darlehen (gegen Tochterfirmen) zu bündeln sehe man als sinnvoll. Meine Meinung dazu: Ich finde Darlehen in den Töchtern besser aufgehoben, denn wenn eine Tochter ins Straucheln gerät, könnte man sie im schlimmsten Fall in die Insolvenz schicken, ohne die Holding zu gefährden. Sind die Darlehen in der Mutter, geht das nicht mehr, die Schulden bleiben der Holding, wenn eine Tochter nicht mehr überlebensfähig sein sollte, wie es im Firmenaufpäppelungsbusiness durchaus vorkommen kann. Vorerst einmal wird die Mutter die Darlehensforderungen gegen die Töchter haben. Positiv natürlich: die Kapitalbasis verbreitert sich.

Wie sich die Beteiligungen ändern, welche Darlehen in die Holding wandern, das alles ist auf der Firmenseite nachzulesen, falls die Details jemanden ernstlich interessieren sollten. Kurz: Die Struktur soll gestrafft werden, die Töchter sollen direkt im Zugriff der Holding sein ("klare Struktur, klare Führung"), und die Darlehen sollen nicht zurückgezahlt werden, daher sei eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage nötig. Die Kleinaktionäre dürfen aber im Verhältnis 2:1 durch Bareinlage mitziehen. Alleine: der KE-Preis von 25,30 Euro liegt über dem derzeitigen Börsekurs. Es werde jedenfalls ein Prospekt aufgelegt. Die neuen Aktien werden ab 1.1.2019 gewinnberechtigt sein.

Neumann erklärte, dass All for One Steeb die klare Nummer Eins im deutschsprachigen SAP-Markt sei, in den letzten 10 Jahren sei man von einem reinen SAP-Anbieter zu einem IT-Komplettdienstleister geworden, man biete auch Management-Beratung und Cloud Services an. Das klassische SAP-Geschäft sei nach wie vor der größte Teil des Umsatzes, aber die anderen Bereiche würden starkes Wachstum aufweisen. KTM, Kärcher, Intersport, Miele, man habe bedeutende Marken als Kunden. In der Plastech habe man den klaren Fokus auf Technologie-Antworten im Kunststoffbereich, die Plastech-Tochter Kautex sei das in Europa führende Unternehmen vor allem für Kühlschrankrecycling, man wolle zusätzlich Elektroschrott recyceln. Kautex habe vier Segmente, von Automotive über Industrial Packaging bis hin zu "Spezialitäten", das heißt "neue Technologien und solche, die noch nicht bereit sind, ein eigenes Segment zu bilden, aber das in Zukunft tun werden". Bei Kautex sehe man in den nächsten Jahren starkes Wachstum. Die Darlehen seien zu fremdüblichen Konditionen vergeben worden, sie seien werthaltig. Das war die einstündige Präsentation, morgen kommen die Aktionäre zu Wort.

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 29.11.)



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    UIAG-Event wurde lauteste HV des Jahres (Günter Luntsch)


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    A.o. UIAG-HV 28.11.18 Teil 1. Kurz überlegte ich, ob ich einen zündenderen Titel nehmen soll, aber ich steh nicht so auf marktschreierische Titel, meine Leser auch nicht, denke ich. Im Text ist eh mehr zu erfahren. Ich konnte nicht ahnen, dass eine simple A.o.HV mit KE-Preis über Marktpreis so ausarten würde, dass sie die lauteste HV dieses Jahres wird. Hauptversammlungen mit Staller als Fragesteller sind ungleich gesitteter, auch Hauptversammlungen mit Ploner als Redner. Wenn zwei übereinander herfallen, kommt sogar ein extra aus Linz angereister Berger praktisch nicht zu Wort. Man ist froh, wenn es vorbei ist. Immerhin 1 Stunde Präsentation plus 1 1/2 Stunden Generaldebatte samt kurzer Abstimmung. Gleich vorweg: Ich habe nicht so den Einblick ins Anwaltsmilieu, als Außenstehender wundert man sich, wie erbarmungslos Anwälte aufeinander einschlagen können. Vielleicht steckt auch viel Theater dahinter, Anwälte müssen wohl so sein. Besser, sie dreschen aufeinander ein, als auf jemanden, der nicht diesem Milieu entstammt und sich daher nicht wehren kann. Die heftigsten Äußerungen wird man eventuell nicht auf die Goldwaage legen dürfen, die Anwälte untereinander wissen schon, wie es gemeint ist. Ich werde mich hüten, hier Partei zu ergreifen, beide Seiten verstanden es nicht, irgendwie sympathisch zu wirken. Sieger kann es bei so einer Schlammschlacht nicht geben, die beiden haben sich nur selbst zerstört. Und dem zarten Pflänzchen der österreichischen Aktionärskultur fügten sie kaum bezifferbaren Schaden zu, als unbeteiligter HV-Teilnehmer konnte man sich nur mit Grausen abwenden. Zum Glück waren kaum Journalisten anwesend. Nicht auszudenken, wenn der Boulevard über den elitären Kapitalmarkt was zu schreiben hätte. Diese Blöße bleibt uns wenigstens erspart. Die seriösen Medien als Zeugen dieser HV werden ihre Worte behutsam wählen.

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