15.08.2018, 3845 Zeichen
Trotz augenscheinlich hervorragender Geschäftszahlen hat Facebook Marktteilnehmer zuletzt geschockt. Es wird befürchtet, dass der gleichnamigen Plattform die Nutzer abhanden kommen und die Kosten ausufern könnten. Allerdings dürfte es etwas zu früh sein, Facebook abzuschreiben.
Seit geraumer Zeit stellen die Quartalsberichte der großen US-Technologieunternehmen die Highlights jeder US-Berichtssaison dar. Bei den Bilanzvorlagen für das zweite Quartal 2018 boten Konzerne wie Apple , Alphabet , Amazon oder Facebook ein noch größeres Spektakel als sonst. Nach dem jüngsten Quartalsbericht des iPhone-Konzerns knackte Apple beim Börsenwert erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar. Der E-Commerce-Riese Amazon setzte seinen beeindruckenden Wachstumskurs auch im Juni-Quartal fort. Auch die Google -Muttergesellschaft Alphabet überzeugte. Besonders hohe Wellen schlug jedoch die jüngste Facebook-Bilanzvorlage.
Für einige Marktteilnehmer könnte der Bericht sogar den Anfang vom Ende der Erfolgsgeschichte des weltweit führenden Sozialen Netzwerks bedeuten. Entsprechend heftig fielen die Marktreaktionen aus. Am Tag nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2018 am 25. Juli stürzte die Facebook-Aktie regelrecht ab. Das Unternehmen stellte sogar einen unrühmlichen Rekord auf. Bei einem Kursrutsch von rund 19 Prozent verringerte sich der Börsenwert um etwa 119 Mrd. US-Dollar. Es war der größte Rückgang an einem Tag in der Geschichte des US-Aktienmarktes überhaupt.
Anleger zeigten sich vor allem mit den Nutzerzahlen unzufrieden. Während die Zahl der täglich aktiven Facebook-Nutzer in Nordamerika im zweiten Quartal lediglich auf dem Niveau des Vorjahres blieb, war diese in Europa sogar rückläufig. Darüber hinaus wird befürchtet, dass der Umgang mit schärferen Datenschutzbestimmungen die Nutzerzahlen in Zukunft weiter belasten und gleichzeitig für höhere Kosten sorgen könnte. Schließlich kämpft Facebook schon heute gegen Fake News, Hasskommentare und andere Verfehlungen seiner User. Zu allem Überfluss berichtete CNBC am 8. August unter Verweis auf Erhebungen der Research-Firma SimilarWeb, dass Facebook bald seinen zweiten Platz unter den am meisten besuchten Internetseiten in den USA an YouTube verlieren dürfte. Platz eins gehöre weiterhin unangefochten Google.
Trotz der Enttäuschung vieler Marktteilnehmer über die jüngste Entwicklung der Nutzerzahlen gilt es festzuhalten, dass Facebook auch für das zweite Quartal Ergebnisse präsentiert hat, nach denen sich andere Konzerne nur sehnen können. Die Umsätze wuchsen um 42 Prozent, während der Nettogewinn um 31 Prozent auf 5,1 Mrd. US-Dollar schoss. Noch immer kommen Unternehmen kaum an Facebook vorbei, wenn sie im Internet werben möchten. Entsprechend ist davon auszugehen, dass Facebook auch in den kommenden Quartalen ähnlich beeindruckende Umsatz- und Gewinnzahlen präsentieren sollte. Die befürchteten Auswirkungen höherer Kosten und eines möglichen Rückgangs bei den Nutzerzahlen könnten einige Quartale, wenn nicht sogar Jahre in der Zukunft liegen. Damit hat der Konzern Zeit, neue Gewinnbringer zu entwickeln. Dazu zählt nicht nur der Virtual-Reality-Bereich. Mit dem Kurznachrichtendienst WhatsApp und dem Foto- und Videodienst Instagram hat Facebook zwei aussichtsreiche Kandidaten im Social-Media-Bereich zur Verfügung.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Facebook-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DM738C, Laufzeit bis zum 12.06.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 10,86. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DM6D9B, aktueller Hebel 12,10; Laufzeit bis zum 12.06.2019) auf fallende Kurse der Facebook-Aktie setzen.
Stand: 14.08.2018
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