16.08.2017, 2226 Zeichen
Bei der Bilfinger SE (WKN: 590900 / ISIN: DE0005909006) konnten mich die Halbjahreszahlen nicht wirklich überzeugen. Hier die Eckdaten: Die Leistung sank im ersten Halbjahr 2017 um 9% auf 1,949 Mrd. Euro. Auch die Auftragseingänge sanken, und zwar um 6% auf 1,916 Mrd. Euro.
Immerhin sieht der Auftragsbestand mit 2,502 Mrd. Euro recht üppig aus – aber auch der sank, und zwar um 7%. Das bereinigte Konzernergebnis lag mit -44 Mio. Euro deutlich in den roten Zahlen. Nicht nur das: Es war auch eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreswert (-15 Mio. Euro). Entsprechend war es kein Wunder, dass sich auch die Kennzahl „Gewinn pro Aktie“ verschlechterte:
Bilfinger: Verlust pro Aktie im ersten Halbjahr
Der Gewinn pro Aktie in Form des bereinigten Ergebnisses je Aktie lag bei -1,10 Euro. Das ist eine erhebliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreswert (-0,34 Euro). Was positiv ist: Wegen des nach wie vor recht hohen Auftragsbestands sind laut Bilfinger rund 88% der geplanten Leistung 2017 bereits im Auftragsbestand enthalten. Mit anderen Worten:
Selbst wenn ab heute kein einziger neuer Auftrag reinkommen würde, dann könnte Bilfinger knapp 9/10 der geplanten Jahresumsätze 2017 erzielen. Doch das ist natürlich nicht über 2017 hinaus gedacht. Es ist nicht leicht, einzuschätzen, wie stark „Altlasten“ die Zahlen belastet haben. So nennt Bilfinger beim adjusted Ebitda eine „erhebliche Belastung durch Altprojekte in USA“, Volumen 53 Mio. Euro. Insgesamt aber nicht so tolle Zahlen, finde ich.
Und hier noch das Zitat zum Tag:
„Die Menschen empfinden die unangenehmen Dinge stärker als die angenehmen. Selbst unsere volle Gesundheit fühlen wir weit weniger als die geringste Unpässlichkeit.“ – Michel de Montaigne
Ein Beitrag von Michael Vaupel
Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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