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Betriebsräte im Fokus (Wilhelm Rasinger)

Bild: © Martina Draper/photaq, Wilhelm Rasinger (IVA)

Autor:
Wilhelm Rasinger

ist Präsident des IVA, Honorarprofessor für Betriebswirtschaft und Aufsichtsrat bei Wienerberger, Erste Group Bank AG und S IMMO AG.

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14.03.2017, 2091 Zeichen

Die Drittelparität bei der Vertretung der Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat hat sich bewährt.  Für die Belegschaftsverteter ist dies eine wertvolle Informationsquelle für unternehmerische Entscheidungen aus erster Hand. In den Aufsichtsrat entsandte Betriebsräte sind in der Regel die bestinformierten Personen, da sie auch in das tagtägliche Geschäft involviert sind.

In den Schwerpunktfragen – siehe dazu www.iva.or.at - des Jahres 2016 wurde auch nach der Anzahl der freigestellten Aufsichtsräte gefragt. Dabei gab es große Unterschiede: Nicht überraschend ist die Post mit 48 Belegschaftsvertretern (bei insgesamt viel mehr Beschäftigten) Spitzenreiter, gefolgt von der Telekom mit 47. Ob diese hohen Zahlen wirklich im Interesse der Belegschaft sind oder es sich um eine speziell privilegierte Gruppe innerhalb des Unternehmens handelt, sollten die Mitarbeiter beurteilen. Bei der STRABAG sind es 22 Personen, bei der OMV 10. EVN und Lenzing haben je 7 freigestellte Betriebsräte. Die  voestalpine hat diese Frage unbeantwortet gelassen.

Bei der Mitarbeiterbeteiligung hingegen ist die voestalpine führend. Trotz großzügiger steuerlicher Begünstigungen wird diese Möglichkeit kaum genutzt. Dabei sollte es eigentlich ein Anliegen der Betriebsräte sein, dass vor allem Erfolgsprämien bzw. Gewinnbeteiligungen den Arbeitnehmern in Form von Aktien des eigenen Unternehmens gutgeschrieben werden. Wünschenswert wäre als Ziel eine 5-Prozent-Beteiligung der Belegschaft am Unternehmen.

Es ist ein Erfolg der zwischen den Sozialpartnern ausgehandelten Gewerkschaftspolitik, dass viele Unselbständige in der Lage sind, einen Teil ihres Einkommens (in Österreich im Schnitt um die 10 Prozent) anzusparen. Besonders in Zeiten wie diesen, in denen die Sparer bei Minizinsen einen Realverlust hinnehmen, sollte es ein Anliegen sein, in Realwerten, und das sind gut gehende, heimische Unternehmen, investiert zu sein. Ein Umdenken ist unter den geänderten Rahmenbedingungen dringend notwendig. Es geht nicht ums Spekulieren, sondern langfristig an den Quellen unseres Wohlstands beteiligt zu sein.


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Autor
Wilhelm Rasinger
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