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Wachau Marathon (Carola Bendl-Tschiedel)

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05.10.2016, 10721 Zeichen

Der Wachau Marathon ist einfach ein Klassiker, bei dem ich oft und immer wieder gerne dabei bin. Besonders der immer top besetzte Halbmarathonbewerb, in dem regelmäßig Spitzenzeiten gelaufen werden und wo auch dieses Jahr an die 4000 TeilnehmerInnen am Start waren, ist ein besonders Highlight.

Allerdings war ich dieses Mal nach dem langwierigen Auf und Ab, das sich schon über zwei Monate dahinzog, mehr als unsicher, was meinen Start anbelangte. Nur ganz selten konnte ich laufen – wenn es klappte, ging es allerdings recht gut – , meistens stoppten mich Schmerzen.

Da ich aber mit einigen Freunden unterwegs war, wollte ich nicht zu Hause bleiben und schlimmstenfalls eben als Zuschauerin und Fan dabei sein.

So ging es also Sonntag Morgen mit recht gemischten Gefühlen von Krems / Donau, dem Zielort, mit der Bahn nach Spitz / Donau an den Start. Ich hatte noch Zeit, bis ich mit dem Aufwärmen beginnen würde und fühlte mich von Minute zu Minute deplatzierter. Als jedoch der Moment kam, die Jacke abzulegen und den Rucksack im Kleiderbus zu deponieren, legte sich ein Schalter um: Von diesem Moment an war ich fokussiert und dachte nur an die kommenden zwei Stunden. Das Aufwärmen „holperte“ zwar noch einigermaßen, doch werde es von Minute zu Minute besser. Viele Bekannte waren zu sehen – Vereinskollegen, andere Freunde aus der österreichischen Laufszene, Veranstalter, Moderator, … ein vertrautes Umfeld, das mich die Unsicherheit vergessen ließ.

Das bedeutete natürlich besonders vorsichtig sein, und nicht aus alter Gewohnheit in das „übliche“ Tempo zu verfallen. Defensiver Beginn war heute angesagt! Das Idealziel lautete „unter 1:30“, aber auch jede andere Art zu Finishen wäre mir recht gewesen. Hauptsache nicht irgendwo auf der Strecke liegenbleiben.

Ein bisschen schnell war der erste Kilometer in 4:09 für mein Vorhaben dann doch, aber da er leicht bergab ging, nicht so schlimm und danach bremste ich mich gut ein. Ich landete bald in der Gruppe mit dem 1:30er-Pacer. Da hieß es überlegen, was zu tun wäre. Normalerweise mag ich das Laufen in dichten Gruppen ja nicht. In diesem Fall aber war das ja genau meine Zielzeit. Außerdem erhoffte ich, dass ich, wenn ich später vielleicht zu kämpfen hätte, mich an der Gruppe doch irgendwie anhängen könnte. Also blieb ich vorerst bei der Gruppe, allerdings ganz vorne, um dem Gedränge auszuweichen. Dort kam ich bald, da ich ja (noch) weit weg von meinem Limit lief, mit dem – sehr netten – Pacer ins Plaudern. Natürlich war die übliche Frage dabei, was ich vorhätte. Ich wusste es wirklich überhaupt nicht. Im Idealfall unter 1:30, irgendwas darüber ist auch OK, aber es kann auch sein, dass ich es gar nicht schaffe. Er meinte, er würde die erste Option wählen. :-) So vergingen Kilometer um Kilometer. Er sorgte umsichtig für die ganze Gruppe: Erklärte das Streckenprofil – wo wir Vorsprung rauslaufen würden, wo wir diese Reserve benötigen würden – , ermahnte auf der kurvigen Strecke auf der Ideallinie zu bleiben und keine Umwege zu machen, usw. Das alles lockerte auch mir das Laufen auf. Ich setzte mich zwar immer wieder von der Gruppe ab, aber dort wo es leicht bergauf ging, kamen sie mir nach. Nach ca. neun Kilometern war es soweit: Ein Hänger kam. Der Pulk schloss wieder zu mir auf und ich war ganz froh, in der Gruppe mitschwimmen zu können. Die Pace von 4:19~4:20 fühlte sich aber durchaus erholsam an, also war keine echte Katastrophe zu befürchten. Der Hänger war außerdem wieder einem kleinen Anstieg geschuldet, also nicht besorgniserregend.

Bald danach kam der jedem Wachau-Teilnehmer wohlbekannte Tunnel unter Dürnstein, beim Halbmarathon die Halbzeitmarke. Die Hälfte ist geschafft, bei Hitze eine angenehme Abkühlung, bei Gegenwind (den es in der Wachau fast immer – allerdings nicht in diesem Jahr! – gibt) eine Unterbrechung im Kampf gegen den unsichtbaren Gegner, allerdings auch immer der Streckenabschnitt mit schlechter Luft und Licht, das gerne mal zu Gleichgewichts- und Orientierungsprobleme sorgt. Der Tunnel ist in jedem Fall immer ein besonderer Punkt. Ich kam dieses Mal im Tunnel überraschenderweise wieder gut ins Laufen. Von hinten kam auch mein Vereinskollege Benno heran, dem es auch anders als erwarten besser ging als gedacht und der daher Tempo zulegte. Im Gegensatz zum Start, wo ich aufgrund meiner Unsicherheit jegliches gemeinsame Laufen verweigert hatte, war mir jetzt Begleitung nicht unrecht und wir liefen ein Stück Seite an Seite.

Bald nach dem Tunnel der nächste entscheidende Punkt auf der Strecke: Eine Wendeschleife über einige 100 Meter, die dazu dient, auf die richtige Streckenlänge zu kommen. Im Allgemeinen sind solche Schleifen ja meist nicht allzu beliebt, aber sie haben den Vorteil, dass man sich einen guten Überblick über das Feld verschaffen kann. Und so kam es, dass ich beim Hineinlaufen in die Schleife nicht sehr weit vor mir zwei Mädels laufen sah, die ich schon nach dem Start beobachtet hatte, die sich aber – einzeln – bald von mir abgesetzt hatten. Und bei den beiden war ein Fahrrad: „1- Österreicherin“ stand auf dem Schild. In diesem Augenblick explodierten die Gedanken in meinem Kopf. Ist es möglich …?? Kann ich vielleicht …?? Schaffe ich es … ??

Abgesehen von einem kleinen Anstieg, der mir wieder meine nur spärlich vorhandenen Kräfte raubte, fühlte ich mich ja nicht schlecht. Und dass die beiden, die noch vor einiger Zeit außerhalb meines Sichtfelds waren, plötzlich nicht weit vor mir auftauchten, war ja auch kein schlechtes Zeichen, das müsste für mich sprechen. Also müsste ich eigentlich nur mein Tempo halten, und dann sollte es klappen … Trotzdem beschlossen meine Beine eine Tempoverschärfung. ???? Und Benno teilte ich auch mit, dass ich die beiden gerne holen würde. Mit dem Zusatz: „Aber langsam und vorsichtig!“, denn ich kannte seine ungestümen Jagden in solchen Fällen (nach dem Lauf sagte er mir allerdings, dass ich so schnell davongestürmt wäre, dass er sich schon Sorgen gemacht hatte ???? ). So oder so, wir machten uns gemeinsam auf den Weg. Eine der beiden hatte schon ordentlich zu kämpfen und kam mir immer näher. Das Fahrrad blieb bei ihr, was mich etwas wunderte. Bald überholte ich sie und die Radfahrerin schloss sich mir an. Ich fragte noch nach, ob sie nicht bei der andere vor mir fahren müsste, aber bekam zur Antwort, dass diese Athletin nur Englisch sprechen würde und daher vermutlich für die Österreicher-Wertung nicht in Frage käme. Gut, war mir recht, mein Plan war aber ohnehin auch sie hinter mir zu lassen. Auch das klappte bald, aber die schnellen Kilometer hatten doch Kraft gekostet. Weit war es zum Glück aber auch nicht mehr. Wir näherten uns bei km 17 den Vororten von Krems, wo es nach „sehr viel Landschaft“ auch wieder Zuschauer und tolle Stimmung gab. Dort stand auch mein Trainer, der mir zunickte und -lächelte, was mir zusätzlich Kraft gab. Ich konnte mir seine Gedanken ungefähr vorstellen: „Dass du hier startest ist nicht gerade schlau, aber wenigstens machst du es ordentlich.“ :-) Bald danach überholte mich jedoch doch noch eine Athletin, die die meiste Zeit in meinem Bereich, und mit der Sub-1:30er-Gruppe gelaufen war. Sie konnte ich nicht halten, sie hatte noch die größeren Reserven, ich musste sie ziehen lassen. „Meine Radfahrerin“ tauschte sich kurz mit ihr aus, blieb aber dann bei mir. Offenbar auch sie nicht im Scope der Österreicher-Wertung.

Die letzten drei Kilometer lagen vor mir – kreuz und quer durch die Kremser Altstadt, das heißt mehr Abwechslung und mehr Stimmung als davor, aber auch nicht mehr „brettleben“ sondern mehr auf und ab. Diese letzten Kilometer waren ein ziemlicher Kampf für mich. Ich kannte das Straßengewirr gut und wusste, dass ich mich nicht von der Zielnähe beirren lassen dürfte sondern besser von Ecke zu Ecke denken sollte. Viele Menschen feuerten mich – dank des groß auf die Startnummer gedruckten Vornamens – auch namentlich an, durch das Begleitfahrrad war die Aufmerksamkeit besonders groß. Es war so eine Mischung aus Triumphzug und Überlebenskampf – eine spannende Kombination. Wie immer waren auch viele Bekannte da – die Viertelmarathon gelaufen waren oder auch nur zum Zuschauen: Stephan war Streckenposten, an der Ecke, wo es in die Kremser Altstadt ging stand Erwin, einen Kilometer später wusste ich, würde, fotografierend und am immer gleichen Ort, Christl stehen, und eine Menge weitere bekannte Stimmen und Gesichter gab es.

Die letzte Wende am anderen Ende der Altstadt bedeutete den letzten Kilometer und Kurs auf die Zielgerade. Benno versuchte mich noch anzutreiben, aber mehr als ein gefühltes „Dahinstolpern“ in 4:08 war nicht mehr möglich. Egal, ich würde es schaffen, und der Titel der schnellsten Österreicherin würde mir nicht zu nehmen sein. Eine Zeit unter 1:28 war nicht mehr möglich, aber ich biss was ging und kämpfte um jede Sekunde.

Als ich mich dem Ziel näherte hörte ich den Moderator Andy Marek: „Wir erwarten jeden Moment die schnellste Österreicherin … Und da ist sie schon!“ Ja, da war sie! Diesen Moment konnte mir niemand nehmen. Ich wählte den rechten Zieleinlaufkanal, der frei war und konnte mein Glück nicht fassen. 1:28:30 zeigt meine Uhr, und das war auch meine offizielle Laufzeit! Ja, es ab natürlich Momente, wo ich über eine solche Zeit zutiefst enttäuscht war, aber ich musste mich mit den derzeitigen Maßstäben messen. Ich konnte es kaum glauben und war den (Freuden-)tränen nah.

Im Ziel wurde ich vom Organisator Michael Buchleitner empfangen, der mir gleich eine Wärmefolie zukommen ließ, und von Carsten Eich, der in der Wachau Rennleiter war und mich ebenfalls beglückwünschte.

Was meine Freude über diesen Lauf perfekt machte war aber weder die erreichte Zeit, noch der Rummel um den Platz als beste Österreicherin, sondern meine tiefe Zufriedenheit, wie ich gelaufen war. Ich war zwar schon oft und auch in der Wachau schneller gewesen, aber einen besser einteilten Lauf hatte ich beim Wachau Halbmarathon, ein Lauf, der mir aus unerfindlichen Gründen immer wieder schwer fällt, noch nie geschafft. Bei diesem Mal hatte ich meine Möglichkeiten optimal ausgeschöpft und sogar bei weitem übertroffen. Diesem Lauf verdankte ich somit nicht nur Rand 1 in der nationalen Wertung, sondern wurde auch 5. Frau gesamt, hinter drei Kenianerinnen (mit Zeiten 1:09 / 1:10) und der Ungarin, die mit mir teilweise gemeinsam gelaufen war. Bei einem Lauf dieser Liga (Siegerzeit 0:59:53) ein Grund mehr zur Freude!

Die Party ging, da ja noch viele andere Bekannte – schnell oder langsam oder nichtlaufende Supporter – vor Ort waren noch lange weiter und zauberte mir bis in den Abend ein Lächeln ins Gesicht. :-)

Der ORF Bericht dazu: https://www.youtube.com/watch?v=5O3_zsV1GUA


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    Der Wachau Marathon ist einfach ein Klassiker, bei dem ich oft und immer wieder gerne dabei bin. Besonders der immer top besetzte Halbmarathonbewerb, in dem regelmäßig Spitzenzeiten gelaufen werden und wo auch dieses Jahr an die 4000 TeilnehmerInnen am Start waren, ist ein besonders Highlight.

    Allerdings war ich dieses Mal nach dem langwierigen Auf und Ab, das sich schon über zwei Monate dahinzog, mehr als unsicher, was meinen Start anbelangte. Nur ganz selten konnte ich laufen – wenn es klappte, ging es allerdings recht gut – , meistens stoppten mich Schmerzen.

    Da ich aber mit einigen Freunden unterwegs war, wollte ich nicht zu Hause bleiben und schlimmstenfalls eben als Zuschauerin und Fan dabei sein.

    So ging es also Sonntag Morgen mit recht gemischten Gefühlen von Krems / Donau, dem Zielort, mit der Bahn nach Spitz / Donau an den Start. Ich hatte noch Zeit, bis ich mit dem Aufwärmen beginnen würde und fühlte mich von Minute zu Minute deplatzierter. Als jedoch der Moment kam, die Jacke abzulegen und den Rucksack im Kleiderbus zu deponieren, legte sich ein Schalter um: Von diesem Moment an war ich fokussiert und dachte nur an die kommenden zwei Stunden. Das Aufwärmen „holperte“ zwar noch einigermaßen, doch werde es von Minute zu Minute besser. Viele Bekannte waren zu sehen – Vereinskollegen, andere Freunde aus der österreichischen Laufszene, Veranstalter, Moderator, … ein vertrautes Umfeld, das mich die Unsicherheit vergessen ließ.

    Das bedeutete natürlich besonders vorsichtig sein, und nicht aus alter Gewohnheit in das „übliche“ Tempo zu verfallen. Defensiver Beginn war heute angesagt! Das Idealziel lautete „unter 1:30“, aber auch jede andere Art zu Finishen wäre mir recht gewesen. Hauptsache nicht irgendwo auf der Strecke liegenbleiben.

    Ein bisschen schnell war der erste Kilometer in 4:09 für mein Vorhaben dann doch, aber da er leicht bergab ging, nicht so schlimm und danach bremste ich mich gut ein. Ich landete bald in der Gruppe mit dem 1:30er-Pacer. Da hieß es überlegen, was zu tun wäre. Normalerweise mag ich das Laufen in dichten Gruppen ja nicht. In diesem Fall aber war das ja genau meine Zielzeit. Außerdem erhoffte ich, dass ich, wenn ich später vielleicht zu kämpfen hätte, mich an der Gruppe doch irgendwie anhängen könnte. Also blieb ich vorerst bei der Gruppe, allerdings ganz vorne, um dem Gedränge auszuweichen. Dort kam ich bald, da ich ja (noch) weit weg von meinem Limit lief, mit dem – sehr netten – Pacer ins Plaudern. Natürlich war die übliche Frage dabei, was ich vorhätte. Ich wusste es wirklich überhaupt nicht. Im Idealfall unter 1:30, irgendwas darüber ist auch OK, aber es kann auch sein, dass ich es gar nicht schaffe. Er meinte, er würde die erste Option wählen. :-) So vergingen Kilometer um Kilometer. Er sorgte umsichtig für die ganze Gruppe: Erklärte das Streckenprofil – wo wir Vorsprung rauslaufen würden, wo wir diese Reserve benötigen würden – , ermahnte auf der kurvigen Strecke auf der Ideallinie zu bleiben und keine Umwege zu machen, usw. Das alles lockerte auch mir das Laufen auf. Ich setzte mich zwar immer wieder von der Gruppe ab, aber dort wo es leicht bergauf ging, kamen sie mir nach. Nach ca. neun Kilometern war es soweit: Ein Hänger kam. Der Pulk schloss wieder zu mir auf und ich war ganz froh, in der Gruppe mitschwimmen zu können. Die Pace von 4:19~4:20 fühlte sich aber durchaus erholsam an, also war keine echte Katastrophe zu befürchten. Der Hänger war außerdem wieder einem kleinen Anstieg geschuldet, also nicht besorgniserregend.

    Bald danach kam der jedem Wachau-Teilnehmer wohlbekannte Tunnel unter Dürnstein, beim Halbmarathon die Halbzeitmarke. Die Hälfte ist geschafft, bei Hitze eine angenehme Abkühlung, bei Gegenwind (den es in der Wachau fast immer – allerdings nicht in diesem Jahr! – gibt) eine Unterbrechung im Kampf gegen den unsichtbaren Gegner, allerdings auch immer der Streckenabschnitt mit schlechter Luft und Licht, das gerne mal zu Gleichgewichts- und Orientierungsprobleme sorgt. Der Tunnel ist in jedem Fall immer ein besonderer Punkt. Ich kam dieses Mal im Tunnel überraschenderweise wieder gut ins Laufen. Von hinten kam auch mein Vereinskollege Benno heran, dem es auch anders als erwarten besser ging als gedacht und der daher Tempo zulegte. Im Gegensatz zum Start, wo ich aufgrund meiner Unsicherheit jegliches gemeinsame Laufen verweigert hatte, war mir jetzt Begleitung nicht unrecht und wir liefen ein Stück Seite an Seite.

    Bald nach dem Tunnel der nächste entscheidende Punkt auf der Strecke: Eine Wendeschleife über einige 100 Meter, die dazu dient, auf die richtige Streckenlänge zu kommen. Im Allgemeinen sind solche Schleifen ja meist nicht allzu beliebt, aber sie haben den Vorteil, dass man sich einen guten Überblick über das Feld verschaffen kann. Und so kam es, dass ich beim Hineinlaufen in die Schleife nicht sehr weit vor mir zwei Mädels laufen sah, die ich schon nach dem Start beobachtet hatte, die sich aber – einzeln – bald von mir abgesetzt hatten. Und bei den beiden war ein Fahrrad: „1- Österreicherin“ stand auf dem Schild. In diesem Augenblick explodierten die Gedanken in meinem Kopf. Ist es möglich …?? Kann ich vielleicht …?? Schaffe ich es … ??

    Abgesehen von einem kleinen Anstieg, der mir wieder meine nur spärlich vorhandenen Kräfte raubte, fühlte ich mich ja nicht schlecht. Und dass die beiden, die noch vor einiger Zeit außerhalb meines Sichtfelds waren, plötzlich nicht weit vor mir auftauchten, war ja auch kein schlechtes Zeichen, das müsste für mich sprechen. Also müsste ich eigentlich nur mein Tempo halten, und dann sollte es klappen … Trotzdem beschlossen meine Beine eine Tempoverschärfung. ???? Und Benno teilte ich auch mit, dass ich die beiden gerne holen würde. Mit dem Zusatz: „Aber langsam und vorsichtig!“, denn ich kannte seine ungestümen Jagden in solchen Fällen (nach dem Lauf sagte er mir allerdings, dass ich so schnell davongestürmt wäre, dass er sich schon Sorgen gemacht hatte ???? ). So oder so, wir machten uns gemeinsam auf den Weg. Eine der beiden hatte schon ordentlich zu kämpfen und kam mir immer näher. Das Fahrrad blieb bei ihr, was mich etwas wunderte. Bald überholte ich sie und die Radfahrerin schloss sich mir an. Ich fragte noch nach, ob sie nicht bei der andere vor mir fahren müsste, aber bekam zur Antwort, dass diese Athletin nur Englisch sprechen würde und daher vermutlich für die Österreicher-Wertung nicht in Frage käme. Gut, war mir recht, mein Plan war aber ohnehin auch sie hinter mir zu lassen. Auch das klappte bald, aber die schnellen Kilometer hatten doch Kraft gekostet. Weit war es zum Glück aber auch nicht mehr. Wir näherten uns bei km 17 den Vororten von Krems, wo es nach „sehr viel Landschaft“ auch wieder Zuschauer und tolle Stimmung gab. Dort stand auch mein Trainer, der mir zunickte und -lächelte, was mir zusätzlich Kraft gab. Ich konnte mir seine Gedanken ungefähr vorstellen: „Dass du hier startest ist nicht gerade schlau, aber wenigstens machst du es ordentlich.“ :-) Bald danach überholte mich jedoch doch noch eine Athletin, die die meiste Zeit in meinem Bereich, und mit der Sub-1:30er-Gruppe gelaufen war. Sie konnte ich nicht halten, sie hatte noch die größeren Reserven, ich musste sie ziehen lassen. „Meine Radfahrerin“ tauschte sich kurz mit ihr aus, blieb aber dann bei mir. Offenbar auch sie nicht im Scope der Österreicher-Wertung.

    Die letzten drei Kilometer lagen vor mir – kreuz und quer durch die Kremser Altstadt, das heißt mehr Abwechslung und mehr Stimmung als davor, aber auch nicht mehr „brettleben“ sondern mehr auf und ab. Diese letzten Kilometer waren ein ziemlicher Kampf für mich. Ich kannte das Straßengewirr gut und wusste, dass ich mich nicht von der Zielnähe beirren lassen dürfte sondern besser von Ecke zu Ecke denken sollte. Viele Menschen feuerten mich – dank des groß auf die Startnummer gedruckten Vornamens – auch namentlich an, durch das Begleitfahrrad war die Aufmerksamkeit besonders groß. Es war so eine Mischung aus Triumphzug und Überlebenskampf – eine spannende Kombination. Wie immer waren auch viele Bekannte da – die Viertelmarathon gelaufen waren oder auch nur zum Zuschauen: Stephan war Streckenposten, an der Ecke, wo es in die Kremser Altstadt ging stand Erwin, einen Kilometer später wusste ich, würde, fotografierend und am immer gleichen Ort, Christl stehen, und eine Menge weitere bekannte Stimmen und Gesichter gab es.

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    Der ORF Bericht dazu: https://www.youtube.com/watch?v=5O3_zsV1GUA


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