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Rosenbauer International: Bear Case (Daniel Koinegg)

24.09.2015, 3096 Zeichen

Wie bei den anderen Unternehmen, die verstärkt im Fokus des Bargain Magazine stehen, möchte ich auch zur Rosenbauer International AG noch einen Bear Case verfassen. Ziel der Übung ist es, sich möglichst viele Aspekte vor Augen zu führen, die dem Geschäft des Unternehmens schaden und einen dauerhaften Kapitalverlust für den Investor herbeiführen könnten. Dadurch wird der Blick auf das geschärft, was wirklich wichtig ist und man kann potenzielle Risiken aus dem Investment besser abschätzen.

Welche Dinge könnten also schiefgehen, die einen erheblichen negativen Einfluss auf ein potenzielles Investment in die Rosenbauer International AG haben würden? Hierzu sei gleich angemerkt, dass ich bei diesem Unternehmen ziemlich lange nachdenken musste, was eigentlich ein ganz gutes Zeichen sein dürfte.

Naheliegend ist natürlich ein plötzlicher und dauerhafter Verlust von Markt- und Technologieführerschaft sowie der Eigenschaft, dass man über das weltweit größte Vertriebs- und Servicenetzwerk verfügt. Teilweise hängt der von mir identifizierte Moat an diesen Kriterien.

Wie im zweiten Teil des Updates erwähnt ist derzeit gerade die Nachfrage aus Ländern wie Saudi-Arabien sehr hoch und es wird dort vom Unternehmen sehr viel investiert. Ein dauerhaft niedriger Ölpreis hätte auf die Haushalte dieser Länder einen erheblich negativen Einfluss, weshalb zumindest ein Teil der Ertragskraft dann auf absehbare Zeit verloren ginge.

Einer der wichtigsten bezogenen Teile, die in der Fertigung verwendet werden, sind zumindest in der europäischen Bauweise die Fahrgestelle. Wenn sich sowohl Daimler als auch MAN dazu entschließen würden, diese nicht mehr zu liefern (aus welchem Grund auch immer), hätte Rosenbauer wahrscheinlich ein ernsthaftes Problem, innerhalb kurzer Zeit Ersatzbeschaffungen im benötigten Volumen zu bekommen. Das ist übrigens ein Grund mehr, sich mittel- und langfristig eine Rückwärtsintegration, wie ich sie im ersten Teil des Updates angesprochen habe, zu überlegen.

Auch wenn ich mich jetzt ins Reich der Phantasie begebe: würde irgendein revolutionäres Verfahren entwickelt und aus wirtschaftlicher Sicht marktfähig, welches das Löschen von Feuer ermöglicht, ohne dass jemand mit einem Fahrzeug zur Brandstelle fährt und ein Löschmittel auf das Feuer spritzt oder wirft, dann hätte Rosenbauer auch ein Problem. Selbst dann würde man aber für andere Formen von Katastrophenschutz wendige Fahrzeuge mit hochspezialisierter Ausrüstung benötigen, auf die eine Mannschaft gut ausgebildeter Feuerwehrleute (und –leutinnen) auch eingeschult ist.

Eine Kombination aus außergewöhnlich vielen Forderungsausfällen, Auftragsstornierungen, Zinsanstiegen, Vorratsabwertungen wegen der Auftragsstornos und gleichzeitig völlig wegbrechender Neunachfrage könnte das Unternehmen finanziell in Bedrängnis bringen, weil man derzeit doch verhältnismäßig viel Fremdkapital aufgenommen hat.

Diese Liste wird bei Bedarf noch erweitert.

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(24.09.2015)

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