03.09.2015, 3617 Zeichen
Der Mindestliquidationserlös stellt für mich bei einem Unternehmen mit einem grundsätzlich funktionierenden und profitablen Geschäftsmodell die momentane Begrenzung des Downside-Potenziales dar, wenn ich mir Gedanken über Chance-/Risiko-Verhältnisse in verschiedenen Szenarien mache.
In diesem Artikel habe ich folgende erste Annäherung zur Schätzung eines Mindestliquidationserlöses erstellt:
| (in TEUR) | berichtet | Anpassung | bereinigt |
| Aktivierte Entwicklungskosten | 6084,00 | -6084,00 | 0,00 |
| Gewerbliche Schutzrechte | 1871,00 | -1871,00 | 0,00 |
| Firmenwert | 746,00 | -746,00 | 0,00 |
| Grundstücke | 6896,00 | 3100,00 | 9996,00 |
| Gebäude | 25200,00 | 0,00 | 25200,00 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3247,00 | -1623,50 | 1623,50 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2085,00 | -1042,50 | 1042,50 |
| Anlagen im Bau, Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 401,00 | 0,00 | 401,00 |
| Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Aktive latente Steuern | 1192,00 | 0,00 | 1192,00 |
| Anlagevermögen | 47722,00 | 39455,00 | |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 5172,00 | 0,00 | 5172,00 |
| Fertige Erzeugnisse | 492,00 | 0,00 | 492,00 |
| Lieferforderungen | 27632,00 | 0,00 | 27632,00 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 91,00 | 0,00 | 91,00 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 5251,00 | 0,00 | 5251,00 |
| Sonstige Rechnungsabgrenzung | 346,00 | 0,00 | 346,00 |
| Kassenbestand | 3474,00 | 0,00 | 3474,00 |
| Umlaufvermögen | 42458,00 | 42458,00 | |
| Gesamtverbindlichkeiten Bilanz | 62953,00 | ||
| Mindestleasingzahlungen | 1500,00 | ||
| Mindestliquidationserlös | 17460,00 | ||
| Aktienzahl (in Tsd) | 3750,00 | ||
| Pro Aktie | 4,66 |
Zu der Tabelle möchte ich folgendes erläutern:
- Die immateriellen Vermögenswerte sind für mich in einer Liquidation mit Null anzusetzen.
- Bei den Grundstücken habe ich differenziert: Gut 4 MEUR sind innerhalb der letzten Expansionsphase dazugekommen – genauer gesagt 2011. Hier setze ich einen Wertzuwachs von 20% seit den damaligen Anschaffungskosten an, also 800 TEUR mehr. Der andere Teil der Grundstücke liegt schon seit langem unverändert in der Bilanz (zumindest seit Beginn des Jahrtausends). Hier kann man meines Erachtens aufgrund der Wertsteigerungen schon das Doppelte ansetzen, also nochmal um 2,3 MEUR mehr.
- Bei den Gebäuden nehme ich näherungsweise den Buchwert. Die Bürogebäude könnten in der Liquidation möglicherweise etwas mehr wert sein, Fabrikshallen dafür etwas weniger. Als erster Ausgangspunkt passt der Buchwert hier also.
- Andere Anlagen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden in einer Liquidation wahrscheinlich weniger erzielen als den Buchwert. Bei der SBO habe ich jeweils den halben Buchwert unter der Anmerkung angesetzt, dass ich das für sehr konservativ halte. Ich denke, dass man hier vorerst auch so vorgehen kann.
- Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind wahrscheinlich Massenware, bei denen der Buchwert (sprich die Anschaffungskosten vor kurzem) schon einigermaßen passen wird. Bei den fertigen Erzeugnissen könnte man theoretisch noch Anpassungen nach unten vornehmen, aufgrund der Unwesentlichkeit der Position habe ich das aber unterlassen. Bei den Lieferforderungen bin ich ebenfalls von einer gänzlichen Einbringlichkeit ausgegangen. In den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten sind vor allem Guthaben bei Finanzbehörden und verschiedene sonstige kleine Posten enthalten, die ich ebenfalls mit dem Buchwert belassen habe.
- Bei den Verbindlichkeiten habe ich noch die Leasingzahlungen aus operating leasing – Verträgen „Daumen mal Pi“ dazugezählt.
Wie schon erwähnt ist der Mindestliquidationserlös nicht das, was ich als inneren Wert der Binder+Co Aktie ansehe, sondern lediglich eine Art „Schutzkissen“.
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